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Waffenruhe in Berg-Karabach hält nicht

dw.com-Logo dw.com 18.10.2020 dw.com

Im Konflikt um die Südkaukasus-Region Berg-Karabach haben sich Armenien und Aserbaidschan auf eine neue "humanitäre Waffenruhe" geeinigt. Diese sollte ab Mitternacht gelten. Doch sie ist brüchig.

Provided by Deutsche Welle © Aris Messinis/AFP/Getty Images Provided by Deutsche Welle

Im Konflikt um die Südkaukasus-Region Berg-Karabach wird die vereinbarte Feuerpause offenbar nicht eingehalten. Armenien und Aserbaidschan beschuldigten sich in der Nacht zum Sonntag gegenseitig, die Waffenruhe verletzt zu haben. Zunächst hatte eine Sprecherin des armenischen Verteidigungsministeriums erklärt, es habe Raketen- und Artilleriefeuer von gegnerischer Seite gegeben. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium wiederum warf Armenien später vor, die Feuerpause nicht eingehalten zu haben.

Zuvor hatten die Außenministerien beider Länder mitgeteilt, dass in der Nacht zum Sonntag um Mitternacht Ortszeit (22.00 Uhr MESZ) eine "humanitäre Waffenruhe" in Kraft treten solle. Bereits vor einer Woche hatten sich beide Seiten unter Vermittlung Russlands auf eine Feuerpause verständigt. Diese Vereinbarung war jedoch schon kurz nach Inkrafttreten gebrochen worden. Dafür gaben sich beide Länder gegenseitig die Schuld.

Jahrzehnte alter Konflikt

Video: Waffenruhe in Bergkarabach hält nur wenige Stunden (Euronews)

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Der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt war Ende September nach einer Phase relativer Ruhe wieder voll entbrannt. Seit Beginn der Gefechte wurden bereits hunderte Menschen getötet, darunter auch dutzende Zivilisten.

Berg-Karabach hatte während des Zerfalls der Sowjetunion einseitig seine Unabhängigkeit erklärt. Darauf folgte in den 90er Jahren ein Krieg mit 30.000 Toten. Die selbsternannte Republik Berg-Karabach wird bis heute international nicht anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans. Sie wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt.

Für die Zerstörungen in der Stadt Ganja will weder Aserbaidschan noch Armenien verantwortlich sein © Ismail Coskun/IHA/dpa/picture-alliance Für die Zerstörungen in der Stadt Ganja will weder Aserbaidschan noch Armenien verantwortlich sein

Beobachter fürchten, dass sich der Konflikt zu einem Stellvertreterkrieg zwischen Russland und der Türkei im Kaukasus ausweiten könnte. Die Türkei unterstützt in dem Konflikt das Nachbarland Aserbaidschan. Russland unterhält gute Beziehungen zu beiden Seiten, gilt aber als die militärische Schutzmacht Armeniens.

haz/ml/as (afp, dpa)

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