Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Wahlumfrage: AfD erstmals alleiniger Spitzenreiter

Berliner Zeitung-Logo Berliner Zeitung 12.06.2019 Jens Blankennagel
Die AfD ist in Brandenburg der klare Wahlsieger. Das zeugt vom fehlenden Willen zum Dialog. © dpa/Sebastian Willnow (Symbolbild) Die AfD ist in Brandenburg der klare Wahlsieger. Das zeugt vom fehlenden Willen zum Dialog.

Bislang war es ein Vierkampf, nun wird es ein Fünfkampf: Bei den Umfragen zur Landtagswahl in Brandenburg am 1. September lagen bisher die vier Parteien SPD, CDU, AfD  und Linke etwa gleichauf.

Die aktuelle Umfrage des Senders RBB zeigt eine neue Reihenfolge: Erstmals überhaupt ist die rechtsnationale AfD auf Platz 1. Sie steht mit 21 Prozent vorn, bei früheren Umfragen war sie schon einmal auf Platz 1, damals aber gemeinsam mit der derzeitigen Regierungspartei SPD.

Niedrigster Wert der SPD

Die Sozialdemokraten, die in Brandenburg seit dem Ende der DDR den Ministerpräsidenten stellen, rutschen in der aktuellen Umfrage erstmals unter 20 Prozent, verlieren vier Punkte und fallen auf 18 Prozent. Das ist der größte Verlust gegenüber der Umfrage im April.

Nach Angaben des RBB kommt die CDU, die sich das Ziel gestellt hat, erstmals in Potsdam einen Ministerpräsidenten zu stellen, nur noch auf 17 Prozent. Damit liegen die Christdemokraten gleichauf mit den Grünen, die gegenüber der April-Umfrage 5 Prozent zugelegt haben.

Die Top-Themen der MSN-Leser:

Gastgeschenk: Macron will Trump neue Eiche schicken 

Umstrittenes Dekret: Italien beschließt Geldstrafen auf Rettung von Migranten

Vatikan: Warnung vor "Zerstörung" der Geschlechter

Grüne profitieren klar

Die Ökopartei hatte bei der Landtagswahl 2014 gerade mal 6 Prozent der Stimmen eingefahren und profitiert derzeit eindeutig von der bundesweiten Debatte um den Klimaschutz.

Auch die beiden großen Parteien SPD und CDU dürften vor allem unter dem schlechten Auftreten der Großen Koalition in Berlin leiden.

Die derzeit in Potsdam mitregierende Linke ist nun auf Platz 5 gerutscht, verliert 2 Punkte und erhält in der Umfrage nur 14 Prozent.

Dreier-Koalition nötig

Die rot-rote Landesregierung verfügt laut Umfrage damit derzeit nur noch über 32 Prozent der Stimmen. Da niemand mit den Umfrage-Siegern von der AfD regieren will, wird es also auf eine Dreier-Koalition hinauslaufen - wohl mit den Grünen als Königsmacher.

CDU-Generalsekretär Steeven Bretz sagte zur Umfrage: "Die Ergebnisse sind unschön, waren aber zu erwarten." Die Entwicklung der Zustimmungswerte auf Bundesebene schlage sich eins zu eins auf die Stimmung in Brandenburg nieder. "Die Personaldebatten und inhaltlichen Fehler der vergangenen Wochen lassen die Werte in der Mitte schrumpfen und an den Rändern steigen. Wenn in Berlin nicht umgehend das Ruder auf ordentliche Arbeit gedreht wird, wird es für die CDU in Brandenburg, Sachsen und Thüringen ein schwerer Wahlkampf werden."

CDU will nicht mit AfD koalieren

Der CDU-Partei- und Fraktionschef Ingo Senftleben schließt weiterhin eine Koalition mit der AfD aus. „Reden ja, aber Regierungshandeln mit der AfD definitiv nein“, sagte er am Mittwoch im Inforadio des RBB. „Ich habe immer gesagt, dass man im Landtag mit allen gewählten Parteien sprechen muss.“ Seit Monaten sagt er, dass die CDU mit einer AfD, die vom Rechts-außen-Mann Andreas Kalbitz geführt wird, nicht koalieren wolle.  

Benjamin Raschke, einer der beiden Grünen Spitzenkandidaten, sagte: "Wir freuen uns sehr, dass wir in dieser Umfrage noch einmal so deutlich zulegen konnten." Dies sei auch das Ergebnis unseres jahrelangen konsequenten Einsatzes für Klimaschutz, für mehr Bus, Bahn und Rad, für ökologische Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung, für soziale Gerechtigkeit und eine weltoffene Gesellschaft.

"Unsere Themen sind inzwischen in jedem Haushalt angekommen, die Menschen wissen, dass wir Bündnisgrüne uns ernsthaft um den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen kümmern und künftigen Generationen einen intakten Planeten hinterlassen wollen.

Mehr auf MSN

Video wiedergeben
| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Berliner Zeitung

Berliner Zeitung
Berliner Zeitung
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon