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Weiter Gewalt am Gazastreifen

dw.com-Logo dw.com 26.03.2019 dw.com

Israelischer Luftangriff auf Gaza-Stadt: Keine Bestätigung für Waffenruhe © Reuters/M. Ajour Israelischer Luftangriff auf Gaza-Stadt: Keine Bestätigung für Waffenruhe

Trotz Waffenstillstand: Zwischen radikalen Palästinensern und israelischer Armee ist es in der Nacht am Gazastreifen erneut zu wechselseitigen Angegriffen gekommen. Der Konflikt droht sich weiter hochzuschaukeln.

Die Luftschutz-Sirenen heulten in der Nacht erneut in südisraelischen Orten. Aus dem von der radikalislamischen Hamas beherrschten Gazastreifen wurden Raketen auf Israel abgefeuert. Alarm auch in dem palästinensischen Küstengebiet: Die israelische Luftwaffe flog Angriffe auf Ziele im Gazastreifen.

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Dabei hatte die Hamas am Montagabend eine Waffenruhe verkündet. Diese sei zwischen den bewaffneten Palästinensergruppen und Israel unter Vermittlung Ägyptens ausgehandelt worden, sagte ein Hamas-Sprecher. Von israelischer Seite wurde die Einigung aber nicht bestätigt.

30 palästinensische Geschosse, 15 israelische Luftangriffe

Die israelische Armee erklärte am Morgen, seit dem späten Abend seien aus dem Palästinensergebiet 30 Raketen oder Mörsergranaten abgefeuert worden. Die israelischen Streitkräfte griffen nach eigenen Angaben rund 15 Ziele im Gazastreifen an. Darunter befand sich demnach ein Militärkomplex der mit der Hamas verbündeten Gruppe Islamischer Dschihad.

Aus Gaza abgefeuerte Raketen: Luftschutz-Sirenen heulten © Reuters/A. Cohen Aus Gaza abgefeuerte Raketen: Luftschutz-Sirenen heulten

Die jüngsten Spannungen waren am Montagmorgen von einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ausgelöst worden. Das Geschoss schlug in einem Wohnhaus nördlich von Tel Aviv ein. Sieben Menschen wurden nach Krankenhausangaben verletzt, darunter drei Kinder. Israel machte die radikalislamische Hamas für den Angriff verantwortlich und bombardierte Ziele im Gazastreifen, darunter das Büro von Hamas-Chef Ismail Hanija.

In israelischen Städten im Umkreis des Gazastreifens sollen an diesem Dienstag die Schulen geschlossen bleiben. Das Militär gab die Anweisung, dass sich im Grenzgebiet nicht mehr als 300 Menschen an einem Ort versammeln dürfen.

Kritik an Golan-Höhen-Entscheidung

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu verkürzte wegen der neuen Eskalation seinen Besuch in den USA. Nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump reiste er zurück in die Heimat. Für weitere Spannungen in der Region sorgt aber auch ein Ergebnis dieses Washington-Besuchs. Trump hatte in Netanjahus Anwesenheit die annektierten Golan-Höhen offiziell als israelisches Staatsgebiet anerkannt. Trump unterzeichnete in Washington einen entsprechenden Erlass.

US-Präsident und Premier Netanjahu mit Golan-Proklamation in Washington: Unverständnis und harsche Kritik © picture-alliance/Xinhua US-Präsident und Premier Netanjahu mit Golan-Proklamation in Washington: Unverständnis und harsche Kritik

Eine Entscheidung, die weltweit auf Unverständnis und auf teils harsche Kritik stieß. Auch bei US-Verbündeten in der Region sorgt das Vorgehen der Regierung in Washington für Ablehnung. So weist Saudi-Arabien die Entscheidung von Präsident Trump entschieden zurück, meldet die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA. Das Königreich halte an seiner Position fest, dass der Golan besetztes syrisch-arabisches Gebiet sei. Die US-Entscheidung stelle einen offenen Verstoß gegen die UN-Charta und die Prinzipien des internationalen Rechts dar, hieß es.

Das Emirat Kuwait äußerte Bedauern über die Washingtoner Deklaration. Auch Bahrains Außenministerium übte Kritiik: Dieser Schritte könne die Bemühungen behindern, einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten zu erreichen, meldet die staatliche Agentur BNA.

Saudi-Arabien und Bahrain gehören zu den engsten Verbündeten der USA in der Region. Medienberichten zufolge hatte es in den vergangenen Monaten hinter den Kulissen auch eine Annäherung zwischen den Golf-Staaten und Israel gegeben.

AR/as (dpa, afp, rtr, ap)

Czech Republic's Prime Minister Andrej Babis arrives at a European Union leaders summit in Brussels, Belgium December 13, 2018. REUTERS/Piroschka van de Wouw Nächste Geschichte

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