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"Zum Totlachen" – Weidel reagiert belustigt auf Enthüllungen

DIE WELT-Logo DIE WELT vor 5 Tagen
Die Spitzenkandidatin der Partei Alternative für Deutschland (AfD) für die Bundestagswahl, Alice Weidel, unterhält sich am 21.08.2017 vor einer Pressekonferenz zum «Asyl- und Entwicklungspolitischen Konzept der AfD» in Berlin. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ © dpa Die Spitzenkandidatin der Partei Alternative für Deutschland (AfD) für die Bundestagswahl, Alice Weidel, unterhält sich am 21.08.2017 vor einer Pressekonferenz zum «Asyl- und Entwicklungspolitischen Konzept der AfD» in Berlin. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Alice Weidel wettert immer wieder gegen die Flüchtlingspolitik in Deutschland. Nun kommt heraus: Sie soll eine Asylbewerberin schwarz beschäftigt haben. Die AfD-Politikerin reagiert im Stile Donald Trumps.

Die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat einen Medienbericht als falsch zurückgewiesen, wonach sie an ihrem Schweizer Wohnsitz eine Asylbewerberin schwarz beschäftigt haben soll.

"Die Zeit" schrieb, Weidel habe an ihrem Wohnort Biel 2015 zunächst eine Studentin und danach eine syrische Asylbewerberin für sich arbeiten lassen. Es habe weder einen Anstellungsvertrag gegeben, noch seien die Frauen um Rechnungsstellung gebeten worden; das Gehalt sei bar bezahlt worden.

Zunächst teilte Weidels Anwalt laut dem Bericht mit, Weidel habe "einen freundschaftlichen Kontakt" zu einer Syrerin, die auch in ihrem Haus zu Gast gewesen sei. "Dass die Asylbewerberin aber im Hause unserer Mandantin angestellt wurde oder als Angestellte gearbeitet hätte oder aber dafür Lohn bekommen hätte, ist jeweils falsch."

Später äußerte sich die AfD-Politikerin persönlich auf Facebook. Weidel bezeichnete den Bericht als Falschnachricht. Damit spielte sie die Anschuldigung in derselben Rhetorik herunter wie US-Präsident Donald Trump. Sie habe zu keiner Zeit eine Asylbewerberin "angestellt, für sich arbeiten lassen oder an diese eine Vergütung gezahlt".

Bei mehr als 750 Franken Gehalt ist eine Meldung notwendig

Die Bezahlung der studentischen Haushaltshilfe in bar sei nach Schweizer Recht legal. Zudem müssten Hausangestellte nur dann angemeldet werden, wenn ihr Lohn im Jahr 750 Franken übersteige. Diese Fakten würden in dem Bericht nicht erwähnt werden.

"Die Zeit" betonte auf Nachfrage jedoch, dass die Studentin nach ihren Informationen mehr als 750 Franken im Jahr verdient habe.

Weidel schreibt in ihrem Facebook-Post weiter: "Ja, wir sind nunmehr seit Jahren mit einer syrischen Flüchtlingsfamilie befreundet. Das 'Doppelleben' oder besser die 'Doppelmoral' der Alice Weidel. Zum Totlachen, wenn den Gutmenschen nichts mehr einfällt."

Alice Weidel lebt mit ihrer Lebenspartnerin, einer aus Sri Lanka stammenden Schweizerin, in Biel. Gemeinsam ziehen sie zwei Söhne groß. Öffentlich nennt die AfD-Politikerin die deutsche Ortschaft Überlingen als Wohnort.

Die 38-Jährige steht als Spitzenkandidatin gemeinsam mit Alexander Gauland politisch in der Flüchtlingspolitik für einen Abschottungskurs. Die AfD fordert eine Begrenzung der Zuwanderung. Statt des bisher individuellen und jederzeit einklagbaren Anspruchs auf Asyl will die Partei das deutsche Recht künftig auch an der Aufnahmekapazität Deutschlands ausrichten.

Innenpolitisch sieht die Partei einen Zusammenhang zwischen Kriminalität und Ausländern. Besonders eine höhere Anzahl der Muslime stelle "eine zunehmende Gefährdung unseres inneren Friedens" dar, schreibt sie in ihrem Wahlprogramm.

Die Recherche der "Zeit" folgte wenige Tage auf eine Enthüllung der WELT AM SONNTAG. Den Recherchen zufolge enthielt eine E-Mail, die Weidel im Jahr 2013 an einen Vertrauten geschrieben hatte, rassistische Bemerkungen und Demokratie verachtende Thesen.

In einem Wahlchat mit Lesern der WELT wies Weidel die Vorwürfe später als "plumpe Kampagne" zurück. Auf die Frage, ob sie eidesstattlich versichern würde, dass die Mail nicht von ihr stamme, antwortete sie: "Das werden Sie sehen, was wir tun werden."

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