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Die Nasa hat auf einem Eismond einen Stoff entdeckt, der unsere wissenschaftliche Vorstellung sprengt

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 26.05.2019 Business Insider Deutschland
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Titan, einer von Saturns Monden, gilt aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung und wegen seiner Meere, Seen und Flüsse als potenziell lebensfreundlicher Ort.

Jetzt haben Nasa-Wissenschaftler einen Stoff in der Titan-Atmosphäre entdeckt, der Weltraumforscher aufhorchen lässt. Akrylnitril heißt die Chemikalie, von der die Nasa glaubt, sie könne stabile und flexible Strukturen ähnlich den uns bekannten Zellmembranen bilden.

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Bereits zuvor haben andere Wissenschaftler über Akrylnitril in der Titan-Atmosphäre spekuliert, doch nun berichten Forscher um Maureen Palmer vom Goddard Center for Astrobiology der Nasa von dem erstmals erbrachten direkten Nachweis des Stoffes.

Die Wissenschaftler fanden sogar große Mengen der Chemikalie in der Stratosphäre des größten Saturnmondes, wie sie im Fachjorunal „Science Advances“ berichten. Von hier aus, so die Nasa-Forscher, gelangen demnach auch große Mengen auf die Oberfläche des Mondes.

Ein wichtiger Schritt für die Entstehung von Leben auf Titan

Während irdische Zellmembrane den Oberflächentemperaturen auf Titan von minus 178 Grad Celsius und der Zusammensetzung der Meere, Seen und Flüsse aus flüssigem Methan und Ethan nicht standhalten würden, könnte das nun nachgewiesene Akrylnitril durchaus Zellwände hervorbringen, die auf Titan überleben können.

„Die Fähigkeit zur Bildung stabiler Zellmembranen, durch die das Innere von Zellen von der Außenwelt getrennt werden können, ist eine wichtige Entdeckung“, sagt GCA-Direktor Michael Mumma. „Wenn Akrylnitril membranartige Strukturen bilden kann, so wäre das ein wichtiger Schritt für die Entstehung von Leben auf Titan.“

Auf der Grundlage ihrer Untersuchungen haben die Forscher eine erstaunliche Berechnung aufgestellt: Alleine im sogenannten Ligeia Mare — dem zweitgrößten See auf Titan, der etwa so viel Wasser enthält wie der Michigansee — könnten rund 10 Millionen von der Akrylnitril-Membran geschützte Zellen pro Millimeter entstanden sein. Dies entspricht grob einer Million Bakterien pro Millimeter im ozeanischen Küstengewässer der Erde. 

„Die Entdeckung dieser seltenen, dafür aber astrobiologisch so bedeutenden Chemikalie ist gerade für jene Wissenschaftler von besonderer Bedeutung, die hoffen, schon bald bestimmen zu können, ob es auch auf eisigen Welten wie Titan Leben geben könnte“, so einer der Autoren der Studie, Martin Cordiner. „Diese Entdeckung erweitert ein weiteres Mal unsere bisherige Vorstellung von der chemischen Komplexität unseres Sonnensystems.“ 

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