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Forscher inspizieren Quirinus-Schreine

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 25.04.2019 RP ONLINE

Neuss. Die Gebeine des Stadtpatrons ruhen heute in einem Schrein, der im Jahr 1900 gestiftet wurde. Sein Vorgänger aus dem Jahr 1597 wird heute im Clemens-Sels-Museum gezeigt. Beide präsentierten sich den Experten in gutem Zustand.

 Seit dem Mai 1900 ruhen die Gebeine des Heiligen Quirinus in einem neuen Schrein. Der war zuletzt am 5. September 2000 geöffnet worden. Bei der jetzt erfolgten Überprüfung wurde darauf ebenso verzichtet wie auf eine  Röntgen-Untersuchung. © Andrea Hilscher Seit dem Mai 1900 ruhen die Gebeine des Heiligen Quirinus in einem neuen Schrein. Der war zuletzt am 5. September 2000 geöffnet worden. Bei der jetzt erfolgten Überprüfung wurde darauf ebenso verzichtet wie auf eine  Röntgen-Untersuchung.

Zum ersten Mal seit 20 Jahren hat sich die Beraterkommission zur Sicherung und Konservierung der Reliquien-Schreine im Erzbistum Köln einen Überblick über den Zustand dieser Kunstobjekte verschafft, in denen die Gebeine von Heiligen aufbewahrt werden – oder wurden. Der Abschlussbericht wird diese Expertenkommission in einigen Tagen bei ihrer Frühjahrstagung beschäftigen, bei der dann auch Handlungsempfehlungen diskutiert werden.

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Doch mit den beiden Quirinus-Schreinen werden die Konservatoren schnell fertig sein. Ihr Zustand sei „höchst erfreulich“, sagt Anna Pawlik, Konservatorin des Erzbistums und Kommissionsvorsitzende, um dann nachzuschieben: „Sie sind in einem ihrem Alter entsprechend guten Zustand.“ Das heißt im Klartext: „Kein neuerlicher Konservierungsbedarf“.

19 Großschreine aus der Zeit vom Ende des 12. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert, die in Kirchen und Museen im Erzbistum Köln gehütet werden, fallen in die Zuständigkeit der Kommission. Mehr Schreine könne kein anderes deutsch-sprachiges Bistum vorweisen, sagt Pawlik. Unter ihnen allen ist der Quirinus-Schrein, der im Clemens-Sels-Museum verwahrt wird, mit den Außenmaßen von 72,5 auf 38,5 Zentimetern und einer Höhe von 37 Zentimetern der kleinste. Aber in der heimatkundlichen Sammlung des Clemens-Sels-Museums, die im Turm des Obertors einen ganzen Raum St. Quirin und seiner Verehrung widmet, ist diese Goldschmiedearbeit aus dem Jahr 1597 die größte Attraktion – und wird dort seit 1980 entsprechend präsentiert, wie Carl Pause betont, der Archäologe des Museums.

Pause kennt auch die bewegte (Vor)-Geschichte dieses Schreines, der er in der aktuellen Ausgabe des Jahrbuches „Novaesium“ einen eigenen Aufsatz gewidmet hat. Darin erinnert er an die Plünderung  der Kirche St. Quirin am 9. Mai 1585 durch truchsessische Truppen, die von zwei Augenzeugen aus einem Versteck heraus beobachtet wurde. Einem davon, dem Bürger Heinrich Fischer, verdankt die Stadt, dass es überhaupt noch Quirinus-Reliquien zu verehren gibt. Denn am Tag nachdem die Soldateska den damaligen Schrein zerstört und dabei die Gebeine des Heiligen „in höchst gottloser und feindlicher Wut“ , wie der Chronist anmerkt, verstreut hatten, konnte sie Fischer bergen und bewahren. Erst 1597 stiftete Elisabeth von Dobbe, Äbtissin des Quirinusstifts, jenen neuen Schrein, der im Museum gezeigt wird. Dieser wurde 1840 erneuert und war, als er 1959 von dem Neusser Goldschmied Leonard Peter Schwann letztmalig restauriert wurde, bereits leer. Denn seit Mai 1900, als die 850. Jubelfeier der Übertragung der Reliquien begangen wurde, ruhen die Gebeine des Heiligen in jenem deutlich größeren Schrein, der  heute in der Basilika steht. Er wurde zuletzt am 5. September 2000 geöffnet und präsentiert sich in bestem Zustand.

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