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Klimaschutz: Wie Sie im Alltag CO2 sparen können

Berliner Zeitung-Logo Berliner Zeitung 21.04.2019 Theresa Dräbing

Das Auto gilt zurzeit als Klimakiller Nummer eins. Um den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß (CO2) zu senken, werden Fahrverbote verhängt. Schüler gehen jeden Freitag auf die Straße und protestieren gegen eine klimaschädliche Lebensweise. Kurzum: Klimaschutz ist in aller Munde.

Wie viel CO2 jeder Einzelne mit seiner Lebensweise verursacht, kann er oder sie recht einfach herausfinden. Dazu finden sich im Netz eine Reihe von CO2-Rechnern, mit der sich der individuelle Fußabdruck ermitteln lässt, den man auf der Erde hinterlässt. Man muss nur zu verschiedenen Lebensbereichen Fragen beantworten: Werfen Sie Lebensmittel weg? Wie stark heizen Sie? Wie viele Kilometer legen Sie in der Woche mit dem Auto zurück?

Der Fragebogen auf der Webseite der Naturschutzorganisation WWF ist simpel gehalten, so dass man die Antworten möglichst aus dem Stand geben kann und somit schnell ein eindrucksvolles Ergebnis bekommt. Nämlich wie viele globale Hektar man mit seiner Lebensweise verbraucht und, wenn jeder so leben würde wie man selbst, wie viele Erden es geben müsste. 

Der Rechner des Bundesumweltamts fragt genauere Zahlen etwa zum Strom- und Kraftstoffverbrauch ab und gibt dafür im Anschluss aber auch konkrete Werte heraus, wie viel CO2 sich einsparen ließe. So werden auch Alternativen aufgezeigt: Wer aus beruflichen Gründen nicht auf sein Auto verzichten kann, kann womöglich an anderen Stellschrauben drehen. Grob unterteilen lassen sich vier Bereiche: Energie, Ernährung, Konsum und Mobilität.

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Energie: Heizen verursacht nicht nur viel Kohlenstoffdioxid, sondern ist auch teuer. Das gleiche gilt für Strom. In diesem Bereich dürfte es Verbrauchern am einfachsten fallen, den Verbrauch zu reduzieren, denn das spart gleichzeitig Geld. Selbst die Zimmertemperatur in der Heizsaison um ein Grad zu reduzieren, bewirkt etwas. Unterstützen kann hierbei auch ein Thermostat, das die Temperatur automatisch herunter regelt.

Beim Strom ist die Ökovariante die klimafreundlichere. Verglichen mit dem teuren Grundversorgertarif sind viele Ökoanbieter außerdem immer noch günstiger. Den Stromverbrauch senken lässt sich auch sehr effizient, indem man alte Stromfresser austauscht. Laut WWF macht es 160 Kilogramm CO2 und 74 Euro im Jahr aus, wenn ein Kühlschrank der Effizienzklasse B durch ein „A+++“-Gerät ausgetauscht wird.

Ernährung: Bei der Produktion von Lebensmitteln, samt Transport und Lagerung fallen CO2-Emmissionen an. Diese sind bei tierischen Produkten erheblich höher. Während beispielsweise bei der Produktion frischer Kartoffeln aus der konventionellen Landwirtschaft laut Zahlen des Bundesumweltamts 199 CO2-Äquivalente in Gramm je Kilogramm anfallen, sind es bei Rindfleisch 13 311 Gramm je Kilogramm. Höhere Emissionen fallen außerdem an, wenn es sich um tiefgekühlte Produkte handelt und es einen langen Transportweg gegeben hat. Wegen der langen Transportwege ist es außerdem keine gute Idee seinen reduzierten Fleischkonsum beispielsweise mit Avocados zu kompensieren, die aus Mexiko importiert werden.

Berlin könnte überwiegend mit regionalen Lebensmitteln versorgt werden. © imago/Westend61 Berlin könnte überwiegend mit regionalen Lebensmitteln versorgt werden.

CO2-Sparen heißt also: Wenig tierische Produkte, frische und mehr regionale sowie saisonale Lebensmittel wählen. Wer dennoch nicht auf Fleisch verzichten möchte, kann sich an Qualitätssiegeln orientieren, die auch auf geringe CO2-Emissionen achten. Das sind zum Beispiel Bioland oder Biokreis.

Konsum: Nicht nur bei Lebensmitteln fallen bei der Produktion CO2-Emissionen an. Somit sollte auch der restliche Konsum bewusst geschehen. Seien es Klamotten, Möbel oder Spielzeuge. Hierbei hilft es, sich Fragen zu stellen: Muss die Ware nagelneu sein oder tun es auch Secondhand-Kleider und Antiquitäten? Kann ich Dinge mieten oder ausleihen? Oder alte Geräte aufwerten und reparieren? Und selbst beim Neukauf kann man zumindest darauf achten, dass kein unnötiger Verpackungsmüll produziert wurde, der direkt wieder im Abfall landet.

Mobilität: Rund 19 Prozent des in Deutschland ausgestoßenen CO2 wird durch den Verkehr verursacht, heißt es beim Bundesumweltamt. Am klimaschädlichsten wirkt sich der Flugverkehr aus, gefolgt vom Autoverkehr. Bus und Bahn sind klimafreundlicher. Wer beispielsweise ein Jahr lang mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Auto zur Arbeit fährt, kann bei einer Entfernung von 25 Kilometern rund 3 700 Euro und rund 320 Kilogramm CO2 sparen, rechnet das Bundesumweltamt vor. Die Deutsche Bahn fährt außerdem deutschlandweit mit Ökostrom. Wer nicht auf das Auto verzichten kann, könnte Fahrgemeinschaften gründen, damit die Menge an CO2 nur einmal ausgestoßen wird. 

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Während die Preisdifferenz bei der Entscheidung zwischen Auto und Bahn noch einen Anreiz zum CO2-Sparen gibt, fehlt dieses Argument häufig bei der Wahl zwischen Flugzeug und Bahn. Viele Inlandsziele sind mit dem Flieger schneller und günstiger zu erreichen als mit Bus und Bahn. Hier kann nur jeder an sein eigenes Klimabewusstsein appellieren: Laut Daten des internationalen Eisenbahnverbands und der Stiftung für nachhaltige Entwicklung entstehen für eine Hin- und Rückreise der Strecke Berlin – Köln bei einem Flug pro Kopf 273 Kilogramm CO2, während es bei einer Fahrt mit dem ICE 27,6 Kilogramm CO2 pro Kopf wären. 

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