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Wespenarten: Diese Wespen sind bei uns heimisch

Das Haus-Logo Das Haus 22.04.2019 Louisa Oertel
Wespen haftet ein gemeines Image an: Quälgeister, die sich nur über unsere Mahlzeiten hermachen. Dabei sind sie für unser Ökosystem sehr wichtig. © Bereitgestellt von Burda Senator Verlag GmbH Wespen haftet ein gemeines Image an: Quälgeister, die sich nur über unsere Mahlzeiten hermachen. Dabei sind sie für unser Ökosystem sehr wichtig.

Im Sommer summen wieder viele Wespen durch unsere Gärten, naschen beim Barbecue vom Fleisch oder nippen am Apfelsaft. Vor lauter Angst geraten wir dabei schnell in Panik – grundlos! Von mehreren hundert heimischen Wespenarten werden gerade einmal zwei aufdringlich. Hier erklären wir Ihnen die Lebensweise dieser Insekten, auf welche Arten Sie in Deutschland treffen und wie Sie sie unterscheiden können.

Für Laien sehen die mehr als 600 Wespenarten in Deutschland fast alle gleich aus: Ihre gelb-schwarzen Streifen und ihr Summen sind das Erkennungs- und Warnsignal schlechthin. Die Mehrzahl von ihnen lebt solitär, sprich das Weibchen zieht seinen Nachwuchs alleine auf. Da wir hierzulande aber meist nur sozialen Wespenarten begegnen, ist es sinnvoll, sich diese näher anzusehen.

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Wespen bilden Staaten

Alle sozialen Wespen leben etwa ein Jahr lang in ihrem Volk, sie finden sich in Sommerstaaten zusammen. Den Anfang macht im Frühjahr die Königin nach ihrer Winterruhe (Diapause), indem sie ein Nest aus gesammeltem Holz und Speichel baut und in jede Wabenzelle ein Ei setzt. Sind vier Wochen verstrichen, schlüpfen die Arbeiterinnen. Diese Weibchen bauen das Nest weiter aus, die Königin legt dann nur noch Eier ab. Im Sommer verändert sich der Zyklus: In weitläufigeren Zellen wachsen Jungköniginnen aus befruchteten und Männchen (sogenannte Drohnen) aus unbefruchteten Eiern heran. Nach der Paarung gehen lediglich die Jungköniginnen in die Winterruhe. Die alte Königin, die Drohnen und das Volk sterben im Herbst aus.

 

Wie viele soziale Wespenarten gibt es in Deutschland?

Insgesamt existieren in Deutschland 17 soziale Faltenwespenarten (Vespidae): darunter die Familie der Echten Wespen (Vespinae) und die der Feldwespen (Polistinae). Sie unterscheiden sich in ihrer Größe, Farbe, Anatomie, Lebensweise und ihren Nestern.

 Die Unterfamilie der Echten Wespen

Kurzkopfwespen

(Vespula)

Deutsche Wespe (Vespula germanica)

Gemeine Wespe (Vespula vulgaris)

Rote Wespe (Vespula rufa)

Langkopfwespen

(Dolichovespula)

Mittlere Wespe (Dolichovespula media)

Sächsische Wespe (Dolichovespula saxonica)

Waldwespe (Dolichovespula sylvestris)

Norwegische Wespe (Dolichovespula norwegica)

Hornissen

(Vespa)    

Hornisse (Vespa crabro)

Asiatische Hornisse (Vespa velutina)

 

Echte Wespen

Zur Unterfamilie der Echten Wespen zählen drei heimische Gattungen:

1. Kurzkopfwespen (Vespula)

Kurzkopfwespen kommen in drei Arten (Deutsche Wespe, Rote Wespe, Gemeine Wespe) vor. Den Namen tragen sie aufgrund der kurzen Spanne zwischen den Augen und dem Mundwerkzeug. Unter den Kurzkopfwespen sind die Gemeine und Deutsche Wespe weit verbreitet. Sie sind die einzigen Wespenarten, die uns Menschen in die Quere kommen.

Die Gemeine Wespe besitzt als Kennzeichen einen schwarzen Strich auf der gelben Stirn.  

Foto: iStock/Paul_Cooper

Die Gemeine Wespe begegnet uns am häufigsten in Deutschland. Sie erkennen das Flugtier an der schwarzen Längslinie auf der gelben Stirn, die sich nach unten hin verdickt – ähnlich dem Buchstaben „T“ auf den Kopf gestellt. Die männlichen Tiere werden zwischen 13 bis 17 Millimeter groß, die weiblichen 10 bis 14 Millimeter, ihre Königin sogar 16 bis 20 Millimeter.

Die Deutsche Wespe prägen drei schwarze Punkte auf der gelben Stirn.

Foto: iStock/Ian_Redding

Ihre Verwandte, die Deutsche Wespe, ist ebenfalls stark bei uns vertreten. Sie hebt sich von den anderen Wespen ihrer Familie durch drei schwarze Punkte auf der gelben Stirn ab. Kennzeichnend ist zudem der Rautenfleck, der erste „Streifen“ des Hinterleibs. Im Hinblick auf ihre Größe unterscheidet sie sich kaum von der Gemeinen Wespe (Männchen: 13–17 Millimeter, Arbeiterinnen: 11–16 Millimeter, Königin: bis zu 21 Millimeter).

Ob ober- oder unterirdisch: Den Kurzkopfwespen ist wichtig, dass sich ihr Nest an dunklen Orten befindet, zum Beispiel auf Dachböden oder in Rollladenkästen. Ihr braunes Zuhause besitzt eine Muscheloptik und beherbergt bis zu 10.000 Artgenossen: Sie sind nicht nur sehr große Völker, sondern leben auch auffällig lange. Bei reichlich Wärme halten einige Nester bis in den November.

Die Gemeine und Deutsche Wespe sind schuld am schlechten Image aller heimischen Wespenarten: Beide hegen eine ausgedehnte Vorliebe für süße Speisen und Fleisch. Aus diesem Grund können sie ab Mitte August zu einer Plage für Menschen werden.

Das Nest der Gemeinen Wespe ist beige und umfasst unten Lufttaschen.  © iStock/Emeryk Drozdowski/iStock/Emeryk Drozdowski Das Nest der Gemeinen Wespe ist beige und umfasst unten Lufttaschen.

2. Langkopfwespen (Dolichovespula)

Langkopfwespen sind in vier Unterarten (Sächsische Wespe, Waldwespe, Norwegische Wespe, Mittlere Wespe) in Deutschland vertreten. Wie ihr Name schon erahnen lässt, ist der Kopf dieser Gattung im Gegensatz zu den Kurzkopfwespen länger. Demnach verfügen sie über ausgeprägte „Wangen“ zwischen den Augen und dem Mundwerkzeug.

Die Waldwespe aus der Familie der Langkopfwespen besitzt einen langen Abstand zwischen dem Augenrand und dem Oberkiefer. © iStock/Ian_Redding/iStock/Ian_Redding Die Waldwespe aus der Familie der Langkopfwespen besitzt einen langen Abstand zwischen dem Augenrand und dem Oberkiefer.

Die Völker der Langkopfwespen vermehren sich sehr schnell, sterben jedoch schon oft ab Mitte August aus. Das Volk der Waldwespe besteht beispielsweise aus höchstens 800 Tieren, wesentlich kleiner als das der Kurzkopfwespen. Ihre grauen, kegelförmigen Nester mit hellen und dunklen Streifen entdecken Sie überwiegend frei hängend auf Dachböden. Nur die seltene Mittlere Wespe kreiert ihr Zuhause frei hängend in Büschen oder an Gebäuden.

Bei ihrer Nahrung greifen die Langkopfwespen auf natürliche Vorräte zurück (Baum-, Pflanzen- und Obstsäfte, Nektar von Blüten), folglich halten sie sich von uns fern.

Das Nest der Waldwespe ist grau und glatt. © iStock/AnnaBreit/iStock/AnnaBreit Das Nest der Waldwespe ist grau und glatt.

3. Hornissen (Vespa)

In Deutschland kommt hauptsächlich die Vespa crabro vor, die größte heimische Wespe. Schließlich erreicht die Königin eine Größe von bis zu 35 Millimeter, Weibchen und Männchen zwischen 18 und 28 Millimeter. Daneben erkennen Sie die Tiere am tiefen Brummen sowie ihrem rotbraunen Kopf und dunkelbraunen Bruststück.

Hornissen sehen wie übergroße Wespen aus.  © iStock/Anest/iStock/Anest Hornissen sehen wie übergroße Wespen aus.

Bevorzugt nisten Hornissen in Baumhöhlen, aber auch in Rollladenkästen oder Wandverkleidungen. Ihre bräunlichen Nester haben eine muschelartige Prägung. Ihre Völker sind relativ klein und umfassen zwischen 100 und 700 Insekten.

Hornissen sind sehr scheu, sie kommen zur Nahrungssuche nicht in unsere Nähe. 

Neben natürlichen Ressourcen wie Obstsäften oder Blütennektar, haben sie auf Insekten Appetit: Ob Stubenfliegen oder Fruchtfliegen, sie vernichten ärgerliche Schädlinge auf natürliche Weise.

Das Nest der Hornisse ist muschelartig geprägt und besitzt viele Lufttaschen.  © iStock/weisschr/iStock/weisschr Das Nest der Hornisse ist muschelartig geprägt und besitzt viele Lufttaschen.

Feldwespen

Zur Unterfamilie der Feldwespen zählen vier Arten (Haus-Feldwespe, Heide Feldwespe, Zierliche Feldwespe, Berg Feldwespe). Sie sind überwiegend in Süddeutschland anzutreffen.

 

Feldwespen

(Polistes)

Haus-Feldwespe (Polistes dominula)

Heide-Feldwespe (Polistes nimpha)

Zierliche Feldwespe (Polistes bischoffi)

Berg-Feldwespe (Polistes biglumis)

Auf den ersten Blick ähneln die Feldwespen den Echten Wespen, unter anderem wegen ihrer Maße (Weibchen: 12–15 Millimeter, Männchen: 12–16 Millimeter, Königin: 13–18 Millimeter). Wenn Sie diese Insektenart jedoch genauer ansehen, erkennen Sie einen tropfenartigen Hinterleib. Außerdem definiert sich diese Wespenart durch die im Flug lang nach unten hängenden Beinen.

Das Erkennungsmerkmal der Haus-Feldwespe ist ein tropfenartiger Hinterleib. © iStock/Musat/iStock/Musat Das Erkennungsmerkmal der Haus-Feldwespe ist ein tropfenartiger Hinterleib.

Feldwespen grenzen sich zudem durch ihre kleinen Nester ohne Außenhülle ab: Die Gattung liebt warme Plätze und nistet favorisiert in der Sonne, zum Beispiel an Dachziegeln. Lediglich zehn bis 30 Wespen bilden ein Volk.

Feldwespen nisten an warmen Stellen, nur oberirdisch.  © iStock/Ornitolog82/iStock/Ornitolog82 Feldwespen nisten an warmen Stellen, nur oberirdisch.

Was sind Kuckuckswespen?

Zu den meisten Faltenwespenarten existieren sogenannte Kuckuckswespen (siehe Tabelle). Sie leben parasitisch. Das bedeutet, ihre Königinnen ernähren keine eigenen Arbeiterinnen, stattdessen überfallen sie andere Nester. Dort töten sie die Königin und beanspruchen deren Nest und Arbeiterinnen.

 

Kurzkopfwespe

(Vespula)

Österreichische Kuckuckswespe

(Vespula austriaca)

Langkopfwespe

(Dolichovespula)

Falsche Kuckuckswespe

(Dolichovespula adulterina)

Feldwespe

(Polistes)

Berg-Feldwespen-Kuckuckswespe

(Polistes atrimandibularis)

 

Wie gefährlich sind die heimischen Wespen für Menschen?

Wespen kümmern sich nicht um Menschen. Solange sie in Ruhe gelassen werden, sind alle Arten friedlich. Die gelb-schwarz geringelten Tiere tummeln sich nur in unseren Gärten, weil sie auf der Suche nach Futter sind. Auch wenn die kleinen Summer lästig werden, geraten Sie nicht in Panik! Fuchteln Sie nicht wild um sich, um sie zu vertreiben. Je stärker sich die Wespen bedroht fühlen, desto eher stechen sie zu. Und Wespen sterben nicht nach einem Stich, wie das zum Beispiel bei Bienen der Fall ist. Furcht, Schock und Stiche locken nur noch mehr Artgenossen an. Wespenstiche sind zwar schmerzhaft, stellen aber in der Regel keine Gefahr für uns dar. Anders bei Allergikern, die im Fall eines Stichs sofort einen Arzt aufsuchen sollten.

Um sich dennoch vor Wespenattacken zu schützen, sollten Sie keine reizvolle Nahrung offen auf dem Tisch lagern und sich stets zehn Meter von Wespennestern fernhalten. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Angriffsflug rechnen.

Töten dürfen Sie die Wespen nie! Genauso wie Bienen und Hummeln stehen sie unter Naturschutz. Ebenso wenig dürfen Sie ein Wespennest entfernen. Dafür ist die Naturschutzbehörde zuständig: Nur Fachmänner nehmen eine Umsiedlung vor.

Wespen setzen nur zu einem Stich an, wenn sie sich gefährdet fühlen. Bewahren Sie in ihrer Nähe immer Ruhe!    © iStock/Nataba/iStock/Nataba Wespen setzen nur zu einem Stich an, wenn sie sich gefährdet fühlen. Bewahren Sie in ihrer Nähe immer Ruhe!   

Wespenarten sind wichtig für unsere Umwelt!

Wespen versorgen ihren Nachwuchs mit eiweißreicher Nahrung. Dafür gehen sie auf die Jagd nach Fliegen, Spinnen, Raupen und Blattläusen – Schädlinge, die in der Ökonomie mit chemischen Mitteln bezwungen werden. Vor allem Förster schätzen Wespen, weil sie Baumschädlinge fressen.

Außerdem sind sie wie Bienen und Hummeln Bestäuber der Natur – ob Obstbäume, Sumpfwurz, Thymian oder Efeu. Die vielen Wespenarten tragen in diesem Sinne zum Fortbestand der Natur und beispielsweise zu einer üppigen Obsternte bei.

Das Nest der Hornisse ist muschelartig geprägt und besitzt viele Lufttaschen.  © iStock/ziss/iStock/ziss Das Nest der Hornisse ist muschelartig geprägt und besitzt viele Lufttaschen.
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