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Cartoon Xira - Cartoons im Zeichen des Stierkampfes

Vila Franca de Xira, eine portugiesische Stadt etwa 35 km nordöstlich von Lissabon, ist für seine Stierkampftradition bekannt. Mitten in der Debatte um ein mögliches Verbot von Stierkämpfen in Portugal, zeigt Cartoon Xira eine Ausstellung mit unveröffentlichten Zeichnungen der in Deutschland lebenden argentinischen Künstlerin Marlene Pohle . Sie entstanden 2018 während der Feierlichkeiten zu "Colete Encarnado" ("Rote Weste") - einem Festifval, das alljährlich in Vila Franca de Xira zu Ehren der einheimischen Viehhierten und Kampfstiere stattfindet und zeigen auch Stierkampfszenen. Pohle verbrachte zwei Wochen in Vila Franca de Xira und ließ sich davon inspirieren: "Ich habe drei einheimische Stierkämpfer interviewt, die mir ihren Standpunkt darlegten und faszinierende Geschichten erzählten. Ich bin zwar nicht ganz ihrer Meinung, aber ich verstehe ihre Philosophie jetzt ein wenig besser. Das war wirklich sehr interessant" Vila Franca ist viel mehr als nur Stierkampf Die Kulturreferentin des Städtchens, Manuela Ralha erläutert die Hintergründe : " 'Colete Encarnado' wurde zu Ehren des Campino ins Leben gerufen. Ein Campino arbeitet in der Lezíria. Seine Aufgabe besteht hauptsächlich darin, die Kampfstiere zu führen und zusammenzuhalten und zu beaufsichtigen. Für Tierschützer ist das barbarisch, aber hier geht es um eine tief verwurzelte Tradition, die Teil der Einheimischen ist. Wenn es eines Tages keine Stierkämpfe mehr gibt - und ganz sicher nicht per Verordnung, denn Traditionen kann man nicht per Gesetz abschaffen - aber auch wenn es eines Tages es keine Stierkämpfe mehr geben wird, wird Vila Franca de Xira in seinem Wesen weiter bestehen, denn Vila Franca ist viel mehr als nur Stierkampf." 'Ao Correr da Pena' - Mit spitzer Feder - ist eine Ausstellung mit 100 Cartoons der seit 30 Jahren in Deutschland lebenden argentinischen Künstlerin Marlene Pohle, die während der zwei Wochen entstanden, in denen die Künstlerin in die Kultur von Vila Franca eintauchte: sie umfasst Kampfstiere und Viehhirten, aber auch Fischer, Fischhändler und andere Einheimische. In diesem Jahr residiert Cartoon Xira wieder im frisch renovierten "Celeiro da Patriarcal" und ehrt auch den im März verstorbenen portugiesischen Zeichner Augusto Cid. Der Bürgermeister Alberto Mesquita würdigt ihn in der Eröffnungsrede und sagt: "Ich muss einfach an den kürzlich verstorbenen Cartoonisten Augusto Cid denken. Seine Zeichnungen waren in den früheren Ausgaben von Cartoon Xira immer vertreten." Ein Teil der Ausstellung widmet sich wie immer den in Portugal veröffentlichten besten Cartoons des Vorjahres. Dieses Ausstellungkonzept funktioniere seit 20 Jahren gut, meint Kurator António Antunes, selber ein Cartoonist: "Ich sage immer spaßeshalber, dass Catoon Xira aus dem letzten Jahrhundert stammt. Es wurde 1999 gegründet! Die Aufmachung hat sich mit den Jahren gewandelt und wurde immer ausgeklügelter. Aber ich denke, dass das Konzept von Cartoon Xira heute sehr interessant ist. Denn einerseits haben wir eine Sammlung der besten portugiesischen Cartoons des Jahres und andererseits haben wir immer einen Gastkünstler aus dem Ausland, der seine/ihre Arbeit zeigt. " Wie immer, kann man auch dieses Jahr anhand der gezeigten Werke sehr genau nachvollziehen, welche Themen die Medienwelt 2018 bewegten. Diese Themen bewegten die Medienwelt 2018 Das sind Themen wie die Wahl Bolsonaros in Brasilien, der Brexit, und das Aufkommen der Gelbwesten in Frankreich, sowie Pädophilie in der Kirche. Der Krieg in Syrien hat sich dagegen trotz etwa fünf Millionen Flüchtlingen und etwa 360,000 Toten kaum mehr in der Arbeit der Cartoonisten nieder geschlagen. Die Ausstellung in Vila Franca de Xira läuft noch bis 21. Jul 2019.
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