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Downton Abbey, Gomorrha oder doch lieber Tschernobyl?

Schönes Schloss! Könnten Sie kennen, aus der Fernsehserie "Downton Abbey". Das viktorianische Schloss Highclere in England ist durch die Serie über eine britische Adelsfamilie Anfang des 20. Jahrhunderts zu einer Touristenattraktion geworden. "Wir haben jede Folge gesehen", sagt der Serienfan Michael, "Wahnsinn, dass da immer noch jemand lebt und sich drum kümmert. Die Serie ist quasi in der Realität verwurzelt." Täglich kommen 1400 Menschen in das Schloss, und auch die Eibenfarm aus der Serie ist eine Touristenattraktion geworden. Dort ist ein Museum eingerichtet worden. Gar nicht so schön, gar nicht so realistisch Scampia, ein Stadtteil von Neapel, Italien. Auf den ersten Blick gar nicht so schön wie Highclere Castle, aber auch hier kommen in letzter Zeit Touristen her, auch wegen einer Fernsehserie und eines Films. "Gomorrha" erzählt die Geschichte der süditalienischen Mafia, angelehnt an wahre Begebenheiten. Nicht jeder hier ist glücklich über den Tourismus-Boom. "Ich mag Gomorrha nicht", sagt eine Bürgerin von Scampia. "Die Leute, die den Film gemacht haben, haben nichts verstanden. Scampia ist anders, es ist nicht Gomorrha. Jeder hier ist dieser Meinung. Die Camorra gibt es hier nicht in Scampia." Probleme gibt es auch mit den Downton-Abbey-Fans, erzählt der Tourismusmanager Chris Jackson: "Es gab Leute, die Selfies in den Privaträumen der Bewohner gemacht haben, in ihren Häusern, aber das Schlimmste war, wenn sie die Kirche während einer Beerdigung besuchen." In Scampia haben sie die Kirche inzwischen ganz geschlossen. Touristen hatten sich dort aufgeführt. Der Pfarrer Sergie Sala sagt, die Beschreibung von Scampia ist in der Serie konzentriere sich zu stark auf die Mafia-Problematik. Ja, es gebe Probleme, aber das sei nicht alles, was Scampia ausmache. Der Boom des Serien-Tourismus bietet aber wirtschaftliche Chancen. In der litauischen Hauptstadt Vilnius wurde ein Viertel für die Kamera zum ukrainischen Pripyat, der Arbeiterstadt des Kernkraftwerks Tschernobyl – und damit zum Touristenmagneten. Katastrophentourismus mal anders, inklusive Besuch im örtlichen Kernkraftwerk. Der Boom des Serientourismus hat jedoch auch hier seine Schattenseiten. In Litauen erinnert man sich jetzt wieder an die Zeit unter der Sowjetherrschaft und daran, dass auch Tausende litauische Bürger für die Aufräumarbeiten am Unglücksreaktor Tschernobyl herangezogen wurden.
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