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EU-Justizminister beraten über Reformen - sie sollten nach Finnland schauen

Derzeit beraten die EU-Justizminister in Helsinki über die künftige Politik der neuen Legislaturperiode. Dazu gehören Reformen im Strafvollzug. Europas hat sich im Land des Gastgebers umgesehen. Unsere Korrespondentin schickte den folgenden Bericht. Die finnische Insel Suomenlinna vor Helsinki. Hier befindet sich ein offenes Gefängnis, das Insassen den schrittweisen Übergang in die Freiheit ermöglicht. Die Regierung sieht in diesem System den Grund für die niedrigste Gefängnis-Bevölkerung Europas: 103 Insassen pro 100.000 Einwohner. Der europäische Median ist mit 318 mehr als drei Mal so hoch. Einer der Insassen auf Suomenlinna ist Marko, der eine vierjährige Haftstrafe ableistet. Er hat einen Plan entwickelt, wie er seine Drogensucht bekämpfen und seine Wiedereingliederung in die Gesellschaft beschleunigen kann. Der offene Vollzug sei ein riesiger Unterschied zu einer geschlossenen Anstalt. Er, Marko, tue eine Menge, er arbeite und studiere jeden Tag. Ein Drittel aller finnischen Gefängnisinsassen sitzt seine Strafe im offenen Vollzug ab. Ein System, das von vielen Experten auch als Waffe gegen Überfüllung und Radikalisierung von Gefangenen angesehen wird. Und es kostet weniger Geld: Ein Tag in einem geschlossenen Gefängnis kostet den finnischen Staat 213 Euro, aber nur 149 Euro in einer offenen Anstalt. Es sei billiger, weil das Personal geringer sei, so die Direktorin Sinikka Saarela. Auch seien die Insassen sehr aktiv: sie reinigten die Räume, kochten ihr Essen usw. Es werde also weniger Personal benötigt. Und da es eine elektronische Überwachung gebe, komme das Gefängnis mit fünf Wachen pro Schicht aus. Die Insel vor Helsinki könnte ein Vorbild auch für den Rest Europas sein, so sieht es die finnische Regierung.

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