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"Italien hat die ältesten Lehrer in Europa": Streik wegen Corona

Nicht der Anstieg der Corona-Infektionen, sondern eine Welle von Streiks bringt nur wenige Tage nach Wiedereröffnung der italienischen Schulen das Bildungssystem ins Wanken. Angst vor Ansteckung war eines der Hauptanliegen der Lehrer und Schüler bei der Demo an diesem Donnerstag in Rom. "Wir fühlen uns nicht sicher, weil wir keine Schutzausrüstung haben, und wir haben nicht genug Platz", sagt Lucia Donat-Cattin von der Gewerkschaft USB Scuola. "Unsere Schulen können nicht gewährleisten, dass die Sicherheit der Lehrer gewahrt wird. Die meisten sind alt und bei schwacher Gesundheit. Italien ist das Land mit den ältesten Lehrern in Europa." Die meisten Probleme gab es bereits vorher, aber die Pandemie hat sie noch verschärft. Der chronische Lehrermangel zum Beispiel. Eine zentrale Forderung ist die Einstellung zusätzlicher Lehrkräfte. Wie im Gefängnis Schnell ist auch den Schülern klar geworden, wie verheerend sich Covid-19 auf den Schulalltag auswirkt. Gabriel Lupo von der Schülergewerkschaft OSA meint. "Es ist sehr schwer, wieder in die Schule zurückzukehren. Viele von uns vergleichen es mit einem Gefängnis. Es wurden keine zusätzlichen Klassenräume geschaffen. Es ist so eng, dass es manchmal nicht möglich ist, sich zu dem Klassenkameraden umzudrehen, der hinter uns sitzt. Wir kleben wie Roboter an unserem Platz, es gibt keine Möglichkeit, miteinander zu sprechen." Eine Schülerin fügt hinzu: "Als wir wieder in die Schule kamen, fühlten wir uns alle verunsichert und verloren. Das hat uns dazu gebracht, auf die Straße zu gehen, und das wird uns motivieren, in Zukunft wieder zu streiken, um die Art von Schule zurückzubekommen, die wir verdienen". Es ist das erste Mal seit 20 Jahren, dass sich die Schüler dem Kampf der Lehrer anschließen. Sie demonstrieren nicht nur gemeinsam, sondern haben auch ein Handbuch veröffentlicht mit Richtlinien für die sichere Wiedereröffnung von Schulen nach dem Ausbruch von Corona. Soziale Distanzierung funktioniert nicht Stefano D'Errico, dem Vorsitzenden einer der wichtigsten Gewerkschaften Italiens zufolge (UNICOBAS) funktioniert die soziale Distanzierung an den Schulen des Landes nicht. "Die Regierung hat es völlig falsch gemacht, im Vergleich zum restlichen Europa. In Belgien gibt es nur maximal 10 Schüler pro Klassenzimmer und vier Meter Abstandsregel. In Großbritannien und Deutschland sind es 15 Schüler und zwei Meter Abstand. Das Gleiche gilt in Spanien. Hier in Italien sind es nur zwei Meter zwischen den Schülern." Jedem Kind die Bildung zu bieten, die es braucht und gleichzeitig für Sicherheit von Lehrern und Schülern zu sorgen, das ist - nicht nur Italien - ein Balanceakt. Dabei gilt es um jeden Preis, die erneute Schließung der Schulen zu vermeiden. Derweil steigen die Infektionszahlen fast überall in Europa
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