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Parlamentswahl: Wohin steuert die Ukraine?

Am Sonntag finden in der krisengeschüttelten Ukraine vorgezogenen Parlamentswahlen statt. Knapp 30 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, die neuen 424 Abgeordneten der Obersten Rada in Kiew zu wählen. Dabei könnte die Partei des neuen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj "Sluha narodu" - Diener des Volkes - ein Rekordergebnis einfahren. In Umfragen lag die die neue proeuropäische Partei bei mehr als 40 Prozent. Das wäre der höchste Wert, den je eine Partei in dem Land, seit dem Ende der Sowjetunion, erzielt hat. Journalist Vadym Karpyak ist jedoch skeptisch: "Zum ersten Mal finden Wahlen in der Ukraine im Sommer statt. Deshalb ist es sehr schwierig, das Ergebnis oder die Wahlbeteiligung vorherzusagen. Dazu kommt, dass die Wähler neue Gesichter im Parlament sehen wollen". Abkehr vom alten System Die Menschen haben schon bei der Wahl vor drei Monaten klargemacht, dass sie die Politik der vergangenen fünf Jahre satt haben. Die neue Bewegung "Holos Voice", unter der Leitung des ukrainischen Rockmusikers Sviatoslav Vakarchuck, ist erst vor ein paar Monaten gegründet worden. Sie ist eine von zwei Parteien, die das System ändern will und neue Leute ins Parlament bringen möchte. Pavlo Kuhta von "Holos Voice" erklärt die Bedingungen, die für alle Kandidaten der Partei gelten: "Wir haben eine Liste mit Kriterien, die jeder einhalten muss: keine Aktionen gegen die Maidan-Revolution, keine pro-russische Haltung, keine persönliche Integrität, keine kriminelle Vergangenheit, keine Korruptionsskandale usw.". Oligarchen haben weiter Einfluss Für die Oligarchen würde das jedoch nicht das Ende bedeuten. "Oligarchen haben die Ukraine nicht verlassen, sie unterstützen verschiedene Parteien im Parlament" , sagt Wahlbeobachterin Olha Aivazovska. "Alle Kandidaten müssen in den Fernsehsendern auftreten, die diesen Oligarchen gehören. Der politische Apparat steht jedoch nicht unter ihrer Kontrolle." Weggefährten des ehemaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch versprechen den Wählern, wieder Ordnung und Frieden in das Land zu bringen. Alte politische Parteien und Gesichter setzen bei der Wahl auf ihre Erfahrung. Der Oligarch Petro Poroschenko verlor im April das Präsidentenamt, unter anderem, weil er den Krieg nicht beenden konnte. Er kann sich wohl mit seiner Partei "Europäische Solidarität" den Einzug in die Rada sichern. In der Ukraine wächst die Sehnsucht nach mehr Wohlstand - für den prowestlichen Präsidenten Selenskyj ist klar, dass es rasch Fortschritte geben muss.
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