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Puccinis "Tosca" in der Opéra Bastille: Fesselnd wie ein Thriller

Vier Tote in nicht einmal drei Stunden. „Tosca“ gehört zu den fesselndsten Thrillern der Operngeschichte. Puccinis Meisterwerk ist noch bis zum 23. Juni auf der Bühne der Pariser Opéra Bastille zu sehen. "Momente wie im Film" Eine mitreißende Vorstellung mit Martina Serafin als tragische Heldin und Marcelo Puente als ihr leidenschaftlicher Liebhaber Cavaradossi. Sopranistin Serafin stammt aus Wien und singt für die wichtigsten Opernhäuser der Welt. Die Tosca gehört zu ihren Paraderollen. „Puccini ist wirklich sehr weit vorausblickend, er kann wirklich wunderbar mit der Emotion umgehen“, schwärmt die Österreicherin. „Es gibt Momente, wenn er zum Beispiel sagt ‚aprite le porte‘, ‚öffnet das Tor‘, damit sie hört, wie ihr Geliebter gefoltert wird. Und dann fängt das Orchester an und er sagt: ‚più forte, più forte!‘ Das ist ein Moment wie in einem Film." Realistisch bis in die Details Dan Ettinger, Chef der Stuttgarter Philharmoniker, dirigiert die Vorstellung: "Puccini ist der König des ‚Verismo‘, also des Realismus. Er schreibt über reale Menschen, über reale Orte, über reale Kulturen." Ein dramatischer Realismus – prall gefüllt mit Emotionen, wie der argentinische Tenor Marcelo Puente erklärt: „Drama, Leidenschaft, Verrat, Politik, Eifersucht, Intrigen, Folter... alles ist da, alle menschlichen Emotionen." "Tosca ist eine ungeheuer moderne Frau" Puccinis Oper in drei Akten spielt im Rom des Jahres 1800. Doch die Protagonistin sei ihrer Zeit voraus, sagt Martina Serafin: „Ich finde, sie ist eine ungeheure moderne Frau. Sie ist sehr, sehr gläubig aber auf der anderen Seite ist sie eine freie Frau. Sie ist nicht verheiratet, sie hat einen Liebhaber. Sie lebt ihr Leben." Und sie liebt Cavaradossi. Den Maler und Freigeist, den der teuflische Polizeichef Scarpia quälen lässt, um sich Tosca gefügig zu machen. Als sich Scarpia schließlich Tosca nähert, stich sie zu, tötet ihn mit einem Dolchstoß. Die Rage einer verliebten Frau mit fatalen Folgen… Denn ihren glühend geliebten Cavaradossi kann sie nicht mehr retten. Er wird hingerichtet – nicht nur zum Schein, wie es Scarpia vor seinem Tod versprochen hat. Marcelo Puente beschreibt die Szene: „In der Arie ‚E lucevan le stelle‘ – ‚Und es leuchteten die Sterne‘ ist Cavaradossi im Gefängnis und von Soldaten umgeben. Er ist allein, nimmt Abschied vom Leben." Kein Sprung, aber große Symbolik Und schließlich geht auch Tosca – wenn auch nicht mit einem Sprung von der Plattform der Engelsburg, wie es das Originallibretto verlangt. Stattdessen rauscht ein schwarzer Schleier von der Decke hinab und Tosca verschwindet in einem hellen Licht. "Puccini hat der Tosca den Schluss geschenkt. Es singt nur sie“, sagt Martina Serafin zur großen Finalszene, die auch für sie persönlich mit großen Emotionen verbunden war. „Ich habe fast geweint, weil es war einfach so stark für mich, dieses schwarze Tuch, das hinunterfiel. Da ist ganz klar, was passiert: Sie stirbt und dann ist sie schon auf einer anderen Ebene. Man sieht sie ins Licht gehen."
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