Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Zorn in Beirut: "Regierung muss ihre Lektion lernen"

Die Wut vieler Libanesen auf die Regierung ist nach der verheerenden Explosion im Beiruter Hafen groß. Bei einigen entlädt sie sich in Gewalt. Das Krisenland braucht schnell internationale Hilfe. Nach der Detonation haben sich die Spannungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten verstärkt. Bei den Zusammenstößen wurde nach offiziellen Angaben ein Polizist getötet. Mehr als 200 Menschen seien verletzt worden, meldete das libanesische Rote Kreuz. "Regierung muss Lektion lernen" Die Ankündigung von Premier Hassan Diab, dem Kabinett vorgezogenen Neuwahlen vorzuschlagen, konnte die Wut der Demonstranten nicht besänftigen: "Die Regierung muss ihre Lektion lernen und diese Lektion war das, was am Hafen passiert ist. Da musste sie reagieren. Das ist die Wahrheit. Die Menschen wollen ein Land aufbauen", so einer der Demonstranten. Einige Demonstranten stürmten das Gebäude der Bankenvereinigung. Andere versuchten, Absperrungen zum Parlament zu durchbrechen und warfen Steine. Die Sicherheitskräfte setzten massiv Tränengas ein. Augenzeugen berichteten auch, sie hätten Schüsse gehört. "Menschen sind zornig" "Die Menschen sind empört, dass so viele Politiker wussten, dass 2700 Tonnen explosives Material im Hafen lagern, ohne Sicherheitsvorkehrungen... Niemand hat sich entschuldigt. Kaum jemand ist zurückgetreten und schon gar niemand von ganz oben", so die Wissenschaftlerin Aya Majzoub von Human Rights Watch. Tausende Demonstranten hatten im Zentrum Beiruts zunächst friedlich gegen die Führung des Landes demonstriert, die sie für die Explosion mit mehr als 150 Toten und mehr als 6000 Verletzten verantwortlich machen. Internationale Hilfe nötig Die internationale Gemeinschaft berät am Sonntag fünf Tage nach der Explosion im Hafen Beiruts in einer Videokonferenz über Soforthilfe für das Krisenland. Geleitet wird das kurzfristig einberufene Treffen von UN-Generalsekretär António Guterres und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, wie Kreise von Macrons Präsidialamt berichteten. Es gehe darum, der schwer getroffenen Bevölkerung direkt zu helfen, ohne dass es dabei zu Unterschlagungen komme. Nötig seien medizinische Hilfe, Nahrungsmittel und der rasche Wiederaufbau von Schulen oder Krankenhäusern. Ein Betrag für die internationale Hilfe wurde nicht genannt - die Einschätzung der UN sei noch nicht fertig. Bei der Explosion war auch eine Mitarbeiterin der Deutschen Botschaft in Beirut getötet worden:
image beaconimage beaconimage beacon