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Auch Melania Trump dagegen: „Skrupellos“ – UNO kritisiert Familientrennung an US-Grenze

EXPRESS-Logo EXPRESS 18.06.2018
US-Grenze_Familientrennung_3299A400D606E054: Auf Matten und mit Folien als Decke wurden die Kinder in eingezäunten Hallen untergebracht. © AP Auf Matten und mit Folien als Decke wurden die Kinder in eingezäunten Hallen untergebracht.

Erschreckende Bilder von der US-Grenze nach Mexiko: Rund 2000 Kinder sind seit Mitte April von ihren Eltern getrennt worden.

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Der Grund: Die Familien hatten versucht, illegal die Grenze der USA zu übertreten. Die Trump-Administration hatte im Frühjahr damit begonnen, ihre „Null-Toleranz-Politik“ gegenüber illegalen Einwanderern an der Südgrenze zu Mexiko durchzusetzen.

Das US-Innenministerium gab bekannt, dass zwischen dem 19. April und dem 31. Mai genau 1995 Kinder an der Seite von 1940 Erwachsenen aufgegriffen wurden.

Bei der Festnahme wurden die Kinder von ihren Eltern getrennt und nicht gemeinsam mit ihnen inhaftiert. Dies sei eine gängige Norm in der Strafverfolgung, heißt es. Allerdings würden Säuglinge nicht von ihren Müttern getrennt.

US-Grenze_Familientrennung_3299A400CD457435 © AP US-Grenze_Familientrennung_3299A400CD457435

Hunderte Kinder von Eltern getrennt

Fotos zeigen, wie Kinder in eingezäunten Hallen campieren. Die US-Grenzpatrouille erlaubte Reportern, die Einrichtung, in der sie an der Südgrenze der USA festgenommene Familien festhält, zu besuchen.

Lesen Sie mehr zu der Trennung der Familien an der mexikanischen Grenze.

Das Wiesenthal-Zentrum kritisierte die Trennung der Familien illegaler Einwanderer durch die US-Einwanderungsbehörden. Eltern und Kinder dürften nicht getrennt werden, teilte die Einrichtung am Montag bei Twitter mit.

„Es ist keine Frage von einigen Tagen oder Wochen, sondern es könnte sich um Jahre handeln“, schrieb das Zentrum. „Dies ist unhaltbar. Letztlich muss das kaputte Immigrationssystem repariert werden.“

Das 1977 gegründete Zentrum mit Hauptsitz in Los Angeles ist mit der weltweiten Suche nach untergetauchten Nazi-Verbrechern bekannt geworden. Es bemüht sich aber auch um die Förderung von Toleranz und kämpft in aller Welt gegen Rassismus, Antisemitismus, Terrorismus und Völkermord.

Melania Trump kritisiert Familientrennung – aber steht zum harten Kurs der US-Regierung

Die First Lady der USA, Melania Trump, hat die Trennung von Familien an der Grenze zwischen den USA und Mexiko kritisiert – aber nicht den harten Kurs der US-Regierung.

„Frau Trump hasst es zu sehen, wie Kinder von ihrer Familie getrennt werden, und hofft, dass sich die beiden Lager im Kongress endlich auf eine erfolgreiche Einwanderungsreform einigen können“, sagte ihre Sprecherin Stephanie Grisham am Sonntag dem Fernsehsender„CNN“.

Das Weiße Haus steht hinter dieser Politik – auch wenn eine Beraterin von US-Präsident Donald Trump, Kellyanne Conway, im Sender NBC einräumte: „Niemand sieht gerne Babys, die ihrer Mutter aus dem Arm gerissen werden.“

US-Grenze_Familientrennung_3299A400C41407D8 © AP US-Grenze_Familientrennung_3299A400C41407D8

Demokraten üben Kritik

Die Praxis wird von den Demokraten massiv kritisiert, ist aber auch in Trumps Republikanischer Partei, die traditionell die Familienwerte hochhält, umstritten.

Im Repräsentantenhaus zirkulierten zwei Gesetzentwürfe zur Einwanderung, über die möglicherweise in der kommenden Woche abgestimmt werden soll.

Der Präsident wies den oppositionellen Demokraten die Schuld für die Lage an der Grenze zu. Diese seien für ein geltendes Gesetz verantwortlich, das die Familientrennungen vorschreibe. Dies ist falsch: Es gibt kein US-Gesetz, das die Trennung von Eltern und Kindern an der Grenze zwingend vorschreibt.

Der demokratische Senator Jeff Merkley ist der Meinung, dass „die Kindern, die von ihren Eltern getrennt sind, bereits jetzt traumatisiert sind“.

Der Chef der Grenzpatroullien in der texanischen Region Rio Grande Valley, einer der Hauptübergänge von Mexiko in die USA, Manuel Padilla, sagte Reportern, dass sie Familien mit Kindern unter fünf Jahren in den meisten Fällen nicht voneinander trennen würden.

Die Behörden sagen währenddessen, sie hätten nur zwei Möglichkeiten: Entweder die illegalen Migranten abzufangen und zu bestrafen, oder sie einreisen zu lassen.

„Eine beschämende Vorgehensweise“

Diese Vorgehensweise stößt auch den Demokraten auf. Die Oppositionsführerin im US-Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, bezeichnet diesen Weg als „beschämend“.

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#KeepFamiliesTogether

Unter dem #KeepFamiliesTogether setzen sich Menschen aus der ganzen Welt für die gefangen Familien, insbesondere deren Trennung von einander ein. Viele Amerikaner und Mexikaner demonstrieren außerdem für die Zusammenführung von Eltern und Kindern.

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(kiba/dpa/AFP)

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