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Der Saudiprinz und seine Pornofilme

20 Minuten-Logo 20 Minuten 19.01.2019


Der saudiarabische Prinz Saud al-Faisal bestellte bei einer Firma auf ihn zugeschnittene Sexfilme. Nur zahlen tat er dafür nie. Jetzt landete der Fall in Frankreich vor Gericht.

Den Obersten Gerichtshof von Nanterre beschäftigte am Donnerstag ein Fall aus einer Mischung von Pornografie, Schulden und Ehrenschutz: Eine französische Porno-Produktionsfirma verklagte die saudische Königsfamilie wegen einer unbezahlten Rechnung von über 90'000 Euro. Diese hatte der mittlerweile verstorbene Prinz Saud al-Faisal angeblich 2015 hinterlassen.

Alles begann mit einem Auftrag von Prinz Saud, über 40 Jahre lang Aussenminister Saudiarabiens und ein Cousin von König Salman: Er beauftragte die Firma Atyla, Sexfilme ganz nach seinen Wünschen zu drehen. Im Mittelpunkt soll seine marokkanische Mätresse gewesen sein, die sich mit einem in Frankreich bekannten, schwarzen Pornodarsteller vergnügt.

Bondageszenen gestrichen

Die Aufträge wurden per Mail von einem gewissen Antolin Dugenia erteilt, der sich als ein Angestellter des Prinzen ausgab. In den Mails wird der Name des Saudis allerdings nie erwähnt, wie «Le Journal du Dimanche» berichtete. Der Auftraggeber heisst «der Prinz» oder einfach nur «er».

Die Anweisungen für den Pornodreh waren jedoch sehr präzise: «Er» wünschte sich, seine Freundin beim Sex mit einem anderen Mann zu ertappen, um am Schluss seine untreue Partnerin bestrafen zu dürfen. Gewalt sollte es aber nicht geben, weswegen Bondageszenen aus dem Originalmanuskript wieder gestrichen wurden.

Tochter verweigert Zahlung

Insgesamt drehte die Firma Atyla drei Sexfilme ganz nach dem Gusto des Saudis. Kosten: 50'000 Euro. Zusätzlich soll Atyla für 25'000 Euro Live-Sex-Shows in der Residenz des Prinzen organisiert haben.

Als Prinz Faisal am 9. Juli 2015 unerwartet an einem Herzinfarkt starb, legten die französichen Pornomacher die unbezahlten Rechnungen den Kindern des Verstorbenen vor. Doch diese weigerten sich nicht nur, den offenen Betrag zu zahlen. Tochter Lana Saud al-Faisal, die in Paris eine Immobilienfirma führt, warf Atyla darüber hinaus Betrug vor.

5000 Euro wegen «Imageschaden»

Schliesslich zog Atyla 2017 vor Gericht – und scheiterte grandios. Die Mails, die zwischen dem Mittelsmann des Prinzen und der Firma hin- und hergegangen waren, reichten in den Augen der Richter als Beweise nicht aus, zumal der Name von Prinz Faisal darin nie vorkommt. Dazu existiere auch kein Vertrag zwischen den Streitparteien, weswegen keine Zahlungsansprüche an die Hinterbliebenen geltend gemacht werden könnten.

Wie «L' Express» berichtet, hat das Gericht in Nanterre nicht nur die Klage der Produktionsfirma abgewiesen – es verurteilte Atyla zur Zahlung von 5000 Euro als Schadenersatz für den entstandenen «Imageschaden» der saudischen Königsfamilie. Diese hatte geltend gemacht, dass die Geldforderungen ein «Angriff auf die Würde und die Ehre» von Prinz Faisal seien.

Ob damit das letzte Kapitel in dieser Geschichte geschrieben wurde? Vermutlich nicht. Die Produktionsfirma Atyla hat vor einigen Monaten damit gedroht, die Sexfilme von Prinz Faisal öffentlich zu machen, sollte sie den Prozess verlieren. (kle)

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