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Europa-Wahl: Was wird aus dem Spitzenkandidaten-Verfahren?

2014, Wahl des Spitzenkandidaten Jean-Claude Juncker zum EU-Kommissionspräsidenten. Das sollte das ideale Verfahren sein auch 2019. Sollte. Ist das das Ende dieses politischen Experiments? "Ich denke nicht, dass das Spitzenkandidaten-Verfahren tot ist", sagt der Staatsrechtler Alberto Alemanno (HEC Paris). "Das Gegenteil ist der Fall. Endlich haben wir eine Diskussion über die Notwendigkeit, zwischen der Bürgerwahl und den Farben der EU-Kommission eine Verbindung herszustellen." Eine Diskussion, die ihren Preis hat. Der Europa-Wahlkampf war vergleichsweise günstig. Einer der größten Posten war die Fernsehdebatte der Eurovision. Das Parlament zahlte mehr als eine Million Euro plus 360.000 Euro für Werbung. Die Europäische Volkspartei gab rund 5,5 Millionen Euro aus. Die Sozialdemokraten knapp unter zwei Millionen und die Liberalen magere 250.000 Euro. All das ist deutlich weniger als bei nationalen Wahlen, und der Effekt schwer zu bemessen. Alemanno: "Obwohl die Wähler die Kandidaten oder die Spielregeln nicht unbedingt kannten, spielten die Spitzenkandidaten eine wichtige Rolle bei der Medeinberichterstattung. Außerdem gaben sie der Europäischen Union ein menschliches Antlitz."
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