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Folgt das Chaos nach der Cyber-Attacke am Montag?

Tages-Anzeiger-Logo Tages-Anzeiger 15.05.2017
Folgt das Chaos nach der Cyber-Attacke am Montag? © (chk/AP) Folgt das Chaos nach der Cyber-Attacke am Montag?

Microsoft-Präsident Brad Smith gibt Regierungen eine Mitschuld an der Cyber-Attacke durch den Virus WannaCry. Der angerichtet Schaden könnte grösser sein als angenommen.

Nach der globalen Cyber-Attacke auf rund 150 Länder hat der Software-Konzernriese Microsoft den Regierungen eine Mitschuld gegeben. Der Angriff sei ein weiteres Beispiel, warum das Lagern von Schadprogrammen durch Regierungen ein Problem sei, hiess es von Microsoft.

Der Angriff sollte ein Weckruf sein, schrieb Microsoft-Präsident Brad Smith in einem Blog am Sonntag. Ein vergleichbares Szenario mit konventionellen Waffen wäre, wenn dem US-Militär einige seiner «Tomahawk»-Marschflugkörper gestohlen würden.

Bei der Attacke am Freitag nutzte die Software eine Sicherheitslücke im Microsoft-Betriebssystem Windows aus, über die sie automatisch neue Computer anstecken konnte. Diese Schwachstelle hatte sich einst der US-Geheimdienst NSA für seine Überwachung aufgehoben, vor einigen Monaten hatten unbekannte Hacker sie aber publik gemacht.

Betroffen von dem Angriff waren Computer auf der ganzen Welt. Sie wurden von sogenannten Erpressungstrojanern befallen, die sie verschlüsseln und Lösegeld verlangen. Microsoft hatte zwar im März die entsprechende Sicherheitslücke geschlossen – geschützt waren aber nur Computer, auf denen das Update installiert wurde.

Chaos am Montag?

Das britische Zentrum für Cybersicherheit hat zusammen mit anderen Experten vor weiterem Schaden durch die Ransomware-Attacke gewarnt. Mit dem Start der neuen Woche könne das Problem eine weitere «bedeutende Dimension» erreichen, da infizierte Systeme noch nicht entdeckt worden seien und sich der Schaden innerhalb der Netzwerke noch ausbreiten dürfte, teilte das Zentrum NCSC am Sonntag mit. Für eine ähnliche Cyberattacke wie am Freitag habe es derzeit aber keine konkreten Hinweise.

Das NCSC rief Organisationen und Privatpersonen auf, Windows-PC-Systeme und Sicherheitssoftware zu aktualisieren. Zudem sollten wichtige Daten extern gesichert werden.

Zuvor hatte die europäische Polizeibehörde Europol erklärt, dass weitere Betroffene des Cyber-Erpressungsangriffs sich wohl am Montag melden würden, wenn Menschen in aller Welt an ihre Arbeitsplätze zurückkehren und ihre Rechner hochfahren. Laut Europol gab es bisher rund 200'000 Opfer in 150 Ländern.

Die Attacke begann am Freitag und wurde als die grösste ihrer Art angesehen, die es jemals gegeben hat. Infiziert wurden Systeme von Organisationen und Institutionen wie dem britischen Gesundheitsdienst NHS, der Deutschen Bahn sowie Produktionsstätten und Regierungsbehörden in aller Welt.

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