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Marek Halter: Frauen bringen den Frieden im Nahostkonflikt

Der französisch-polnische Schriftsteller Marek Halter hat am 6. März in Lyon seine neue Biografie " Je rêvais de changer le monde " vorgestellt und Bücher signiert. Euronews nutzte die Gelegenheit, um den jüdischen Autor zu interviewen. Euronews-Reporterin Isabelle Kumar: "Marek Halter, Intellektueller, Schriftsteller, Friedensaktivist, Sie haben Ihre außergewöhnliche Geschichte in Ihren Erinnerungen "Je rêvais de changer le monde" (zu deutsch: Ich habe davon geträumt, die Welt zu verändern) erzählt. Sie beschrieben diesen Akt des Schreibens auch - ich zitiere - als ob Sie "Ihre Hände in den kochenden Topf der Erinnerung" gelegt hätten - was war das für eine Erfahrung, Ihre Memoiren zu schreiben?" Marek Halter, französischer Schriftsteller mit polnischen Wurzeln: "Das war nicht einfach, denn wenn man sich entscheidet, seine Memoiren zu schreiben, bedeutet das, dass man die Idee akzeptiert, dass das Leben bereits hinter einem liegt. Sonst würde man warten. Man wird sich bewusst, dass man sterblich ist. Und man fragt sich, wie viel Zeit noch vor einem liegt. Und ich hätte sie vielleicht nie geschrieben, wenn meine Frau nicht krank geworden wäre, sie bekam eine bis jetzt unheilbare Krankheit - Parkinson. Und da ich viele Bücher gelesen habe, darunter Goethes 'Faust', schlug ich dem Tod - der für mich der Teufel ist, das absolute Böse - einen Pakt vor: 'Du lässt Clara in Ruhe, bis ich meine Erinnerungen beendet habe'. Denn ich mochte es, ihr Passagen vorzulesen. Und das Außergewöhnliche geschah: Sie starb in dem Moment, als ich meine Memoiren beendete. Ich hatte nur noch einen Satz zu ergänzen: Es ist der letzte Satz meines Buches: "Clara ist tot". Das ist unglaublich, egal ob man an Gott glaubt oder nicht, an Schicksal oder Zufall!" Schicksalhafte Begegnung mit Stalin Euronews: "Im Alter von zehn Jahren haben Sie Stalin getroffen. Sie sagten, dass diese Begegnung einen großen Einfluss auf Sie hatte und Ihr Leben veränderte." Marek Halter: "Er hat die Figur des Machthabers entzaubert. Ich war zehn Jahre alt, es war der erste Jahrestag des Sieges über den Nationalsozialismus, ich war Teil einer Delegation, um Stalin Blumen auf dem Roten Platz zu überreichen. In meinem Buch gibt es ein Bild davon [lacht]. Und plötzlich sah ich einen Mann, der viel kleiner war als auf den Porträts, die ich in den Bahnhofshallen gesehen hatte. Er stank außerdem fürchterlich nach kaltem Zigarettenrauch. Ich machte zwei Schritte zurück: Anstatt ihm die Blumen zu geben, wich ich zurück. Also kam er zu mir, um nach den Blumen zu greifen [lacht]. Und plötzlich dachte ich: 'Er ist ein Mensch wie wir'." Euronews: "Und dieses Treffen hat Ihr Denken verändert: zum Beispiel, als Sie versuchten, Frieden zwischen Israelis und Palästinensern zu vermitteln." Marek Halter: "Genau, das hat mich völlig befreit, ich hatte keine Probleme mehr. Als ich Arafat zum ersten Mal sah, gab es keine Probleme. Wir haben uns unterhalten. Er verstand meine Person nicht besonders gut: einen pro-israelischen Juden, der ihn besuchen kam. Als ich Shimon Peres überredete, ihn zu treffen, rief ich ihn an und sagte zu ihm: 'Yasser, Shimon Peres will Sie in meinem Haus in Paris treffen.' 'Finden Sie das vernünftig', fragte er. Ich sagte ihm: 'Niemand wird es erfahren, es wird bei mir zu Hause sein.' So begannen die Verhandlungen, die dann zum Osloer Abkommen führten." Frauen können den Freiden erreichen Euronews: "Der Titel Ihres Buches '"Je rêvais de changer le monde" - der Satz ist in der Vergangenheit." Marek Halter: "Es ist nicht vorbei." Euronews: "Nein, weil Sie noch Aufgaben zu erledigen haben?" Marek Halter: "Natürlich, ich habe ein Projekt: Ich denke, wenn mir das gelingt, wird es im Nahen Osten Frieden geben. Es gibt einen neuen Aspekt, der in den vergangenen 50 Jahren entstanden ist: die Frauen. Meine Idee ist einfach: 300.000 Frauen - die Hälfte Palästinenserinnen, die Hälfte Israelis - zusammenzubringen, alle Fernsehsender - einschließlich Euronews - einzubinden und diese beiden großen Gruppen mit einem einzigen Plakat nach Jerusalem ziehen zu lassen, auf dem steht: Schalom, Salam. Friede. Niemand wird es wagen, in diese Menge zu schießen. Und dann die Umarmungen zwischen diesen beiden riesigen Mengen an Frauen. Und ich garantiere Ihnen, ein Jahr später werden wir nicht mehr über den israelisch-palästinensischen Konflikt reden." Euronews : "Marek Halter, vielen Dank, dass Sie bei uns waren."
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