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Mati: Der Wiederaufbau zieht sich in die Länge

Man muss sich gar nicht auf die Suche begeben, um Spuren der Feuerkatastrophe zu entdecken, die die griechische Region Ostattika vor einem Jahr heimsuchte. Überall stehen verkohlte Überreste, Ruinen, die östlich von Athen wie Mahnmale an das Geschehen erinnern, das allein im Küstenort Mati 102 Menschen das Leben kostete. „Die Anwohner sind enttäuscht“, sagt ein Mann, „denn ein Jahr danach sind ihre Häuser noch nicht wieder vollständig hergerichtet. Der Winter war schwierig, denn die Gebäude waren Feuchtigkeit ausgesetzt. Viele der Häuser, die eigentlich nur wieder in Stand gesetzt werden mussten, sind mittlerweile so weit, dass sie ebenfalls abgerissen werden müssen.“ Auch dieses Haus hat durch das Feuer schweren Schaden genommen. Es gehört Leonidas Argyropoulos, der nach der Katastrophe bei Freunden unterkam. Es geht nicht voran, sagt er. „Die Ingenieure haben mir gesagt, dass sie vielleicht gar nicht kommen können, um sich das Haus anzugucken. Ich habe ihnen vorgeschlagen, sie abzuholen, um sicher zu sein, dass die Arbeiten bei mir erledigt werden. Ich weiß nicht, wessen Fehler das ist: Ob sie genügend Autos und genügend Ingenieure haben, ob es an den behördlichen Abläufen liegt oder ob man sich an eine andere Stelle wenden sollte - darauf habe ich keine Antwort“, so Argyropoulos. „Irgendjemand muss das bezahlen“ Die griechische Justiz beschäftigt das Feuer und seine Nachwirkungen ebenfalls. Viele Betroffene wie Dimitris Siaperas haben Klage eingereicht. Siaperas' Mutter ist in den Flammen umgekommen. „Irgendjemand muss das bezahlen - diejenigen, die verantwortlich sind. Ich sehe ein, dass es tragische Umstände waren, dass die Bedingungen an dem Tag sehr ungünstig waren“, so Siaperas. „Niemand behauptet das Gegenteil, aber ich bin mir sicher, dass die Menschen, die gestorben sind, hätten gerettet werden können. Das ist traurig. Das war hier eine sehr schöne, grüne Gegend. Was soll ich sagen? Ich will meinem Vater ein neues Haus bauen, denn er hat nicht mehr viel Zeit zu leben. Es ist mir egal, ob das mit Hilfe des Staates geschieht oder nicht. Viel tut sich jedenfalls nicht.“ euronews-Reporterin Fay Doulgkeri kommentiert: „Ein Jahr nach der Tragödie sagen hier viele Menschen, dass die Zeit am 23. Juli 2018 stehengeblieben sei. Sie fordern den Ministerpräsidenten in einem offenen Brief auf, die beim Wiederaufbau verlorengegangene Zeit aufzuholen.“
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