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Nicht naturgetreu getroffen?: Erdogan bittet Bürgermeister: Stellt keine Statuen von mir auf

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier 14.09.2017 berliner-kurier
14965A00CBFA4607 © dpa 14965A00CBFA4607

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan (63) hat die Bürgermeister seines Landes darum gebeten, keine Statuen von ihm mehr errichten zu lassen.

„Ich will weder, dass eine Statue von mir aufgestellt wird, noch dass Masken angefertigt oder sonstige Abbildungen dieser Art gemacht werden“, sagte er am Mittwoch vor Bürgermeistern in Ankara. „Unsere Gemeinden sollen solche Fehler von nun an bitte nicht mehr begehen.“

Die neue Bescheidenheit

Erdogan fügte hinzu: „Vor allem ist das gegen unsere Werte.“ Erdogan hatte seine AKP kürzlich zur Bescheidenheit aufgerufen. Nach konservativen Lesarten des Islam ist zudem die plastische Abbildung von Menschen nicht erlaubt.

Trafen Bildhauer ihn nicht naturgetreu?

Seit dem niedergeschlagenen Putsch vom Juli vergangenen Jahres sind in einigen Gemeinden Statuen von Erdogan errichtet worden. Die regierungsnahe Zeitung „Sabah“ kritisierte vor wenigen Tagen, keine davon habe dem Präsidenten ähnlich gesehen. Das Blatt führte das auf mangelnde Fähigkeiten der Bildhauer zurück und schrieb: „Was sind diese Statuen doch für ein Leid für Erdogan!“

Während Statuen von Erdogan umstritten sind, gilt das nicht unbedingt für die Vergabe seines Namens: Den tragen bereits das Fußballstadion im Istanbuler Viertel Kasimpasa, aus dem Erdogan stammt, und eine Universität in der Schwarzmeerstadt Rize, aus der seine Familie kommt. In der Vergangenheit war auch darüber spekuliert worden, ob auch der dritte Istanbuler Flughafen, der noch im Bau ist und einer der größten der Welt werden soll, nach Erdogan benannt werden soll.

(dpa)

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