Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Pakt „mit dem Teufel“: Die USA sollen im Jemen-Krieg mit al-Kaida kooperieren

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 09.08.2018 Business Insider Deutschland

a person wearing a military uniform: Coalition-backed fighters advance on Yemen’s Red Sea port town of Mocha in this Jan. 11 2017, photo. © Associated Press Coalition-backed fighters advance on Yemen’s Red Sea port town of Mocha in this Jan. 11 2017, photo.

Die von Saudi-Arabien angeführte und von den Vereinigten Staaten unterstütze Militärkoalition im Bürgerkriegsland Jemen hat offenbar Geld an Kämpfer der terroristischen Organisation al-Kaida gezahlt, damit diese bestimmten Territorien verlassen. Das geht aus einer Recherche der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) hervor.

Demnach haben sich Vertreter der Militärkoalition mit den al-Kaida-Kämpfern getroffen, um geheime Abkommen auszuhandeln. Einige der Terroristen wurden dafür bezahlt, Städte und Gebiete zu verlassen, Waffen und Ausrüstung durften sie dabei behalten. Andere Kämpfer wurden angeworben und kämpfen nun selbst für die Militärkoalition unter Führung der Saudis, berichtet die AP.

Das könnte Sie auch interessieren:  Hamas - Gegenwärtige Angriffsrunde auf Israel beendet

Vereinigte Staaten unterstützen und bekämpfen al-Kaida im Jemen

Das Vorgehen ist aus militärtaktischen Gründen durchaus widersprüchlich. In dem Konflikt im Jemen arbeiten die USA mit ihren arabischen Verbündeten — insbesondere den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) — mit dem Ziel zusammen, al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel auszuschalten. Aber die vorrangige Mission ist es, den Bürgerkrieg in dem Land gegen die Huthi-Rebellen — eine schiitische Miliz, die vom Iran unterstützt wird – zu gewinnen. In Kampf gegen die Huthis steht al-Kaida wiederum auf derselben Seite wie die Militärkoalition und somit wie die Vereinigten Staaten.

„Teile des US-Militärs sind sich längst darüber im Klaren, dass vieles, was die USA im Jemen tun, al-Kaida hilft“, sagte Michael Horton, ein Mitarbeiter der Jamestown Foundation, einer US-amerikanischen Analysegruppe, die den Terrorismus auf der Arabischen Halbinsel beobachtet, der AP. „Die Unterstützung der VAE und des Königreichs Saudi-Arabien gegenüber dem, was die USA als iranische Expansion ansehen, hat jedoch Vorrang vor dem Kampf gegen al-Kaida und sogar der Stabilisierung des Jemen“, sagte Horton.

Die Berichte der AP basieren auf Recherchen im Jemen und Interviews mit zwei Dutzend Beamten, darunter jemenitische Sicherheitsbeamte, Miliz-Kommandeure, Mediatoren, die zwischen den Kriegsparteien vermitteln sollen, und vier Mitglieder der al-Kaida. Die meisten dieser Quellen sprachen aus Angst vor Repressalien anonym.

Abdel-Sattar al-Shamiri, ein früherer Berater des Gouverneurs von Taiz im Südwesten Jemens, sagte, dass er die Präsenz von al-Kaida von Anfang an erkannt und den Kommandeuren gesagt habe, keine Mitglieder zu rekrutieren. „Ihre Antwort war: 'Wir werden im Angesicht der Huthis einen Pakt mit dem Teufel schließen'“, so al-Shamiri. 

40 Menschen bei Luftangriff von Militärkoalition getötet

Ein jemenitischer Kommandeur, der letztes Jahr in die Liste der US-Terroristen für seine Beziehungen zu al-Kaida aufgenommen wurde, erhält laut weiterhin Geld von den VAE, um seine Miliz zu leiten, teilte sein eigener Berater der AP mit. Ein anderer Kommandeur, dem der jemenitische Präsident vor kurzem zwölf Millionen Dollar für seine Streitkräfte zur Verfügung gestellt hatte, hat eine bekannte al-Kaida-Figur als seine engste Beraterin. In einem Fall gab ein Mediator, der einen Deal zwischen den Emiratis und al-Kaida ausgehandelt hatte, den Extremisten sogar ein Abschiedsessen.

Horton sagte der AP, vieles seitens der Militärkoalition im dem Krieg gegen al-Kaida seit eine „Farce“. „Es ist jetzt fast unmöglich zu entwirren, wer al-Kaida ist und wer nicht, da so viele Deals gemacht und Allianzen geschlossen wurden.“

Indes starben am Donnerstag bei einem Luftangriff auf einen Schulbus in der Region Saada im Norden des Landes fast 40 Menschen, darunter vor allem Kinder. Ausgeführt wurde der Angriff von der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition. In einer Stellungnahme sprach diese von einem „legitimen Militäreinsatz“ als Vergeltung für einen Raketenangriff auf die saudische Stadt Dschisan am Vortag. Die Zivilbevölkerung gerät bei den Kämpfen im Jemen immer wieder zwischen die Fronten. Die Versorgungslage in dem Land ist verheerend; Organisation wie Ärzte ohne Grenzen sprechen von einer humanitären Katastrophe beispiellosen Ausmaßes.

mgs

Mehr auf MSN: 

NÄCHSTES
NÄCHSTES

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Business Insider Deutschland

Business Insider Deutschland
Business Insider Deutschland
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon