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Rätselhafter Tod eines russischen Enthüllungsjournalisten

DIE WELT-Logo DIE WELT vor 4 Tagen

Maxim Borodin berichtete über Russlands "Schattenarmee" aus Söldnern in Syrien. Nun ist der Journalist tot – er starb bei einem Sturz aus dem fünften Stock. Die OSZE fordert eine Untersuchung.

Russischer Investigativ-Journalist Maxim Borodin stirbt nach Sturz von Balkon © Novoi Den Russischer Investigativ-Journalist Maxim Borodin stirbt nach Sturz von Balkon

Ein bekannter russischer Journalist ist unter noch ungeklärten Umständen nach einem Sturz verstorben.

Maxim Borodin hatte zuvor als einer der Ersten über russische Söldner – die sogenannte Schattenarmee – in Syrien berichtet. Zunächst hatte die Nachrichtenwebseite "Novi Den" berichtet, dass ihr Reporter am Sonntag in einem Krankenhaus gestorben sei. Borodin stürzte dem Bericht zufolge am Donnerstag in Jekaterinburg von dem im fünften Geschoss gelegenen Balkon seiner Wohnung.

Russische Medien berichteten unter Berufung auf die Polizei, die Wohnung sei von innen verschlossen gewesen. Es gebe "kein Anzeichen dafür, dass ein Verbrechen begangen wurde", erklärte denn auch die zuständige Ermittlungskommission am Montag in Jekaterinburg gegenüber der Nachrichtenagentur Tass.

Nur ein Unglück?

Für die Einleitung entsprechender Ermittlungen sehe sie keinen Anlass. Vielmehr gehe sie von einem "unglücklichen Vorfall" aus. Harlem Désir, Beauftragter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) für die Freiheit der Medien, erklärte hingegen am Montag auf Twitter, Borodins Tod sei Anlass für "ernsthafte Besorgnis". Er forderte von den russischen Behörden eine "rasche und gründliche Untersuchung".

Borodins letzter großer Scoop war ein Bericht über den Tod mehrerer russischer Söldner der sogenannten Gruppe Wagner in Syrien. Das private russische Sicherheitsunternehmen kämpft seit 2015 in Syrien, es soll Tausende von bezahlten Soldaten ins Land gebracht haben. Nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten wurden seit 1992 in Russland 58 Reporter gewaltsam getötet. Die Hintermänner dieser Verbrechen werden jedoch nur selten überführt.

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