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Untersuchung nach Beisetzung von Journalistin angekündigt: Baebock bestürzt über Gewalt bei Beerdigung in Israel

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 14.05.2022

Die israelische Polizei will die Vorfälle auf der Beerdigung der Journalistin Schirin Abu Akle untersuchen. Die Gewalt hatte international Kritik ausgelöst.

Demonstranten halten Plakate mit Bildern der getöteten Al-Dschasira-Journalistin Schirin Abu Akle während eines Protests. © Foto: dpa/Ilia Yefimovich Demonstranten halten Plakate mit Bildern der getöteten Al-Dschasira-Journalistin Schirin Abu Akle während eines Protests.

Nach der von Gewalt überschatteten Beerdigung einer getöteten Reporterin in Jerusalem hat die israelische Polizei eine Untersuchung angekündigt. Auf Videos war zu sehen, wie Sicherheitskräfte gegen Trauergäste und die Träger des Sarges mit Schlagstöcken vorgingen.

Die Bilder lösten international Bestürzung aus. Die Polizei werde Lehren aus dem Vorfall ziehen, hieß es am Samstag in einer Mitteilung. Hunderte gewalttätige Teilnehmer hätten versucht, die Zeremonie zu sabotieren und Polizisten Schaden zuzufügen.

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Die Journalistin Schirin Abu Akle des TV-Senders Al-Dschasira war am Mittwoch während eines israelischen Militäreinsatzes im besetzten Westjordanland durch Schüsse getötet worden. Laut Armee gab es ein heftiges Feuergefecht mit Dutzenden militanten Palästinensern während einer Razzia in Dschenin.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas warf der israelischen Armee eine vorsätzliche Tötung der in der arabischen Welt bekannten 51-Jährigen vor. Am Freitag erklärte die palästinensische Generalstaatsanwaltschaft, allein israelische Truppen hätten in dem Moment geschossen, in dem die Journalistin getroffen worden sei.


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Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich erschüttert über die Gewalt bei der Beerdigung  in Jerusalem gezeigt. Es sei traurig, „dass die Trauerfeier nicht in Frieden und in Würde stattfinden konnte. Ehrlich gesagt, persönlich gesagt, ich bin darüber zutiefst erschüttert“, sagte Baerbock am Samstag auf eine Reporterfrage bei einer Pressekonferenz zum Abschluss eines G7-Treffens nahe dem Weißenhäuser Strand an der Ostsee.

Ministerin Baerbock sagte weiter, Demokratien seien „darauf angewiesen, dass mutige Journalistinnen und Journalisten die Wahrheit berichten können - und zwar in Sicherheit“. Sie dürften „niemals Zielscheibe für Gewalt werden, um ihre wichtige Arbeit leisten zu können“. Es sei ihr wichtig, dass der Tod der Journalistin transparent aufgeklärt werde.

Israels Armee veröffentlichte Zwischenergebnisse ihrer Untersuchung, wonach es derzeit nicht möglich sei, „eindeutig“ zu sagen, von wo der tödliche Schuss kam.

UN-Sicherheitsrat fordert Untersuchung des Todes

Auch der UN-Sicherheitsrat forderte eine Aufarbeitung des Falles. „Die Mitglieder des Sicherheitsrates forderten eine sofortige, gründliche, transparente, faire und unparteiische Untersuchung ihrer Tötung und betonten die Notwendigkeit, Rechenschaft abzulegen“, hieß es in einer Mitteilung des mächtigsten UN-Gremiums. Zudem verurteilten die 15 Ratsmitglieder den Tod der US-Palästinenserin Schirin Abu Akle „auf das Schärfste“ und sprachen ihren Angehörigen ihr Beileid aus.

Ein dpa-Reporter berichtete über die Beerdigung am Freitag, dass es keine Vorwarnung gegeben habe, bevor die Polizisten die Trauergäste und Sargträger zurückgedrängt und dann mit Schlagstöcken attackiert hätten. Die Trauergäste hätten anschließend leere Flaschen geworfen, die Polizei habe wiederum mit Blendgranaten reagiert. Die Polizei hatte am Freitag mitgeteilte, Teilnehmer der Prozession zur Beerdigung hätten Steine auf Polizisten geworfen.

Der Vorfall geschah, als mehrere Personen den Sarg der getöteten Journalistin auf ihren Schultern aus dem Krankenhaus trugen. Anschließend machte sich die Prozession auf den Weg zum Friedhof. Der Sarg wurde stattdessen in einem Auto gefahren. Zu der Beerdigung auf einem christlich-orthodoxen Friedhof neben der Altstadt kamen Tausende Menschen.

Der palästinensische Rettungsdienst sprach anschließend von 33 Verletzten. Die israelische Polizei meldete sechs Personen, die festgenommen worden waren. (dpa)

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