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Während Putin Milliarden für den Ukraine-Krieg ausgibt, berichten Russen von Frostopfern im eigenen Land

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 02.12.2022 Sophia Ankel
Der russische Präsident Wladimir Putin © GAVRIIL GRIGOROV / Kontributor, Getty Images Der russische Präsident Wladimir Putin
Der russische Präsident Wladimir Putin

Immer mehr Russen sind verärgert, dass ihr Präsident Wladimir Putin Milliarden für einen zunehmend unpopulären Krieg in der Ukraine ausgibt, während die eigenen Bevölkerung zuhause friert, berichtete das Nachrichtenportal "The Daily Beast" aus den USA am Donnerstag.

Besonders hart trifft es demnach Menschen in vielen abgelegenen Regionen des Landes wie Tjumen in Westsibirien, Jakutien im Nordosten Sibiriens und Chakassien im südlichen Teil Sibiriens. Gerade dort gebe es zahlreiche Frostopfer, berichtet die Zeitung. Der Grund: Oft müssten sie mit fehlenden Heizungen und geplatzten Wasserleitungen in ihren Häusern leben. Das US-Medium beruft sich bei den Schilderungen auf Beiträge in sozialen Medien. Zudem soll das Militär ausgerechnet in diesen Regionen viele gesunde, junge Männer abgezogen haben, um sie an die Front zu schicken.

"Sie nehmen junge Männer – die einzigen Ernährer – weg und schicken sie in Särgen zurück. Die Jungs erfrieren an der Front, werden krank, sterben, während ihre Familien in Armut leben", erzählt etwa Valentina Melnikowa, eine Aktivistin des Komitees der Soldatenmütter, dem Nachrichtenportal. Und fügt hinzu: "Es scheint, dass die Behörden an diesem Punkt kein Interesse mehr an Menschenleben haben".

Und Aktivistin Melnikowa ist nicht die einzige, die sich über die Zustände in Russland beklagt.

Laut "Forbes"-Schätzung soll Russland der Ukraine-Krieg bisher 82 Milliarden US-Dollar gekostet haben

Es seien dunkle Zeiten, erzählt auch Nikolai Zolotow, ein russischer Blogger, der in einer Republik in Sibirien, lebt: "Hier in Chakassien ist unser Leben furchtbar hart." Geplatzte Rohre seien nicht das schlimmste Problem: Die Menschen lebten mit winzigen Gehältern in einer schlecht gewarteten Stadt, ohne Geld, um Lebensmittel zu kaufen – während die Regierung Milliarden für den Sondereinsatz in der Ukraine ausgebe, sagt er "The Daily Beast".

Tatsächlich soll der russische Präsident Wladimir Putin nach Schätzungen der ukrainischen Ausgabe des "Forbes"-Magazins bislang rund 82 Milliarden US-Dollar (etwa 78 Milliarden Euro) für den Krieg in der Ukraine ausgegeben haben. Das entspricht einem Viertel des russischen Jahreshaushalts.

Diese Schätzung umfasst unter anderem fast 29 Milliarden Dollar (etwa 27,7 Milliarden Euro), die Moskau für die Unterstützung seiner Armee mit Waffen und Ausrüstung bereitgestellt hatte, 16 Milliarden Dollar (etwa 15,2 Milliarden Euro) für die Gehälter der Soldaten und mehr als neun Milliarden Dollar (etwa 8,6 Milliarden Euro) für die Entschädigung der Familien von im Kampf gefallenen Militärangehörigen. Und der Krieg dürfte für Putin nicht billiger werden, so "Forbes Ukraine". Das Magazin schätzt, dass er in Zukunft mindestens zehn Milliarden Dollar (etwa 9,5 Milliarden Euro) pro Monat kosten könnte.

Putin zählt Armut zu der größten Herausforderung im eigenen Land

Dabei kommen die Berichte zu einer Zeit, in der Russland zahlreiche Rückschläge auf dem Schlachtfeld einstecken musste. Putin hatte deshalb schon begonnen, Länder wie Iran, Nordkorea und Syrien um Unterstützung zu bitten.

Zudem wuchs die öffentliche Kritik innerhalb der eigenen Bevölkerung, nachdem bekannt wurde, dass nun auch russische Soldaten mit geringer Ausbildung und schlechter Ausrüstung eingesetzt werden.

Hinzukommt: Schon bevor Russland am 24. Februar in die Ukraine einfiel, gab Putin zu, dass die Armut Russlands größte Herausforderung sei. Er bezeichnete sie 2019 als den "Hauptfeind" des Landes. "Unser Hauptziel ist es, die Lebensqualität unserer Bürger zu verbessern", sagte er damals.

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