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10 mysteriöse Entdeckungen, die uns heute noch verblüffen

watson.ch-Logo watson.ch vor 4 Tagen Daniel Huber

Steinkugeln, Costa Rica © Bild: world-mysteries.com / Was hat es mit diesen Steinkugeln auf sich? In Costa Rica liegen sie zu ... Steinkugeln, Costa Rica

Geheimgänge, rätselhafte Fundstücke oder seltsame Bauten längst vergangener Kulturen – es gibt zahllose mysteriöse Dinge, die unser Interesse wecken. Das World Wide Web ist voll davon – hier sind 10 Beispiele: 

Erdställe – geheime Gänge im Untergrund

In der Schweiz gibt es sie nicht, aber in Süddeutschland, Österreich und Tschechien ziehen sich hunderte von sogenannten Erdställen durch den Boden. Sie haben nichts mit Viehställen zu tun – es handelt sich um enge Gänge, die selten länger als 50 Meter sind. Oft gibt es mehrere Etagen, die durch einen engen Durchgang, einen sogenannten Schlupf, miteinander verbunden sind. 

Engstellen sind charakteristisch für Erdställe. Um in den nächsten Abschnitt zu gelangen, muss man sich durch diese "Schlupfe" zwängen. © Bild: Wikimedia/Jawei / Engstellen, sogenannte «Schlupfe», verbinden verschiedene Abschnitte der Erd... Engstellen sind charakteristisch für Erdställe. Um in den nächsten Abschnitt zu gelangen, muss man sich durch diese "Schlupfe" zwängen.

Erdställe wurden im Hochmittelalter gegraben, ihre Eingänge liegen oft dort, wo es früh schon Siedlungen gab. Der Zweck der geheimen Gänge – im Volksglauben dienten sie als Behausung für Geister oder Zwerge – ist nach wie vor unklar. Eine These geht davon aus, dass es sich bei den Tunneln um Kultstätten handelt, eine andere deutet sie als Zufluchtsstätten. Beide Thesen sind nicht erhärtet. 

Grundriss eines Erdstalls im oberösterreichischen Bad Zell. © Bild: Wikimedia/E. Fritsch/J. Weichenberger / Grundriss eines Erdstalls in Oberösterreich. Grundriss eines Erdstalls im oberösterreichischen Bad Zell.

«Las bolas» – die Steinkugeln von Costa Rica

Mehr als 300 Steinkugeln – einige bis zu 15 Tonnen schwer – zieren die Landschaft im Süden Costa Ricas, besonders im Gebiet des Diquis-Deltas. Ihr Zweck ist nicht bekannt, und auch ihr Alter ist schwer zu bestimmen, da die meisten von ihrem ursprünglichen Ort entfernt wurden. Nach Ansicht der meisten Experten hat sie jedoch die präkolumbianische Boruca-Kultur im Zeitraum von 600 bis 1200 geschaffen. Für Ufo-Gläubige dagegen wurden sie von Aliens hinterlassen, die die Erde besuchten. Andere sehen Zusammenhänge mit Stonehenge oder den Statuen auf der Osterinsel. 

Steinkugeln in Costa Rica © Bild: Wikimedia / Kugeln mit Ausblick: Wozu die riesigen Steinmurmeln dienten, ist nicht geklärt. Steinkugeln in Costa Rica

Die Kugeln, die man in Costa Rica schlicht «las bolas» nennt, gehören heute zum Unesco-Weltkulturerbe. Früher ging man dagegen eher rabiat mit den mysteriösen Kugeln um: Als in den 30er-Jahren das Gerücht aufkam, in ihrem Inneren befinde sich Gold, wurden einige von ihnen mit Dynamit gesprengt. 

Steinkugeln in Costa Rica © Bild: liveincostarica.com / Die massivsten Kugeln sind bis zu 15 Tonnen schwer. Steinkugeln in Costa Rica

Das Sonnentor der Aymara

Das Sonnentor von Tiahuanaco in Bolivien ist ein massiver Steinbau: etwa 10 Tonnen schwer, 3 Meter hoch und 3,75 Meter breit – und aus einem einzigen Block von sehr hartem vulkanischem Andesit herausgehauen. Nach einem Erdbeben war es umgestürzt und in zwei Teile zerbrochen, aber 1908 wurde es wieder aufgerichtet. Auf dem Fries des vermutlich über 1500 Jahre alten Tors ist ein Relief mit einer Gottheit und 48 geflügelten Wesen zu sehen. Möglicherweise diente das Tor astronomischen oder astrologischen Zwecken. 

Sonnentor von Tiahuanaco, Bolivien, ca. 1903. © Bild: Wikimedia / Das zerbrochene Sonnentor etwa um 1903. Sonnentor von Tiahuanaco, Bolivien, ca. 1903.

Die auf 4000 Meter Höhe gelegene Stadt Tiahuanaco war lange das Zentrum des Aymara-Reichs. Die Aymara gaben die Stadt um die Jahrtausendwende wegen einer langen Dürre auf. Erst in der Inkazeit wurde die Stadt wieder besiedelt, erreichte aber nie mehr die einstige Bedeutung. 

Sonnentor von Tiahuanaco, Bolivien © Bild: Wikimedia / Niemand weiss, was die geflügelten Figuren auf dem Relief zu bedeuten haben. Sonnentor von Tiahuanaco, Bolivien

Die Grotten von Longyou

Die Bauern von Longyou in der chinesischen Provinz Zhejiang staunten nicht schlecht, als sie im Juni 1992 das Wasser aus einem Tümpel abpumpten, um Fische zu fangen: Das Wasser war weg, die Fische aber auch. Dafür fanden sie den Eingang zu einer Grotte. Es war die erste von 24 Höhlen, die alle künstlich in den Untergrund gehauen worden waren – vor rund 2000 Jahren, wie Wissenschaftler feststellten. Die Grotten nehmen eine Fläche von 3,8 Hektar ein; manche sind bis zu 30 Meter hoch. Die Wände sind ausserordentlich glatt und weisen in regelmässigen Abständen Rillen auf. 

Grotten von Longyou, Provinz Zhejiang, China © Bild: ancientufo.org / Die Grotten von Longyou liegen dicht beieinander, sind aber nicht miteinander... Grotten von Longyou, Provinz Zhejiang, China

Wofür die Menschen der Qin-Dynastie (221-202 v. Chr.) das Höhlensystem gruben, ist nicht klar. Forscher vermuten, dass die Grotten zu militärischen Zwecken angelegt wurden, möglicherweise auch als Zufluchtsort. Andere vermuten, es handle sich um ein Mausoleum für einen Kaiser. Sicher ist, dass die sonst so pedantische chinesische Bürokratie die enorme Anlage nie erwähnt. 

Grotten von Longyou, Provinz Zhejiang, China © Bild: tinfoilhatlady.com / Es gibt seltsamerweise keine historische chinesische Quelle, die diese ri... Grotten von Longyou, Provinz Zhejiang, China

Das Voynich-Manuskript

Lange war es verschollen, dann wurde es von dem polnisch-stämmigen Antiquar Wilfrid Michael Voynich in einem Jesuitenkolleg bei Frascati entdeckt. Seither trägt das mysteriöse Schriftstück, das vermutlich in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Norditalien vefasst wurde, den Namen seines Entdeckers. Das Voynich-Manuskript ist mit unbekannten Schriftzeichen in einer bisher nicht identifizierten Sprache geschrieben. Bisher hat noch niemand den Code entschlüsseln können – wenn es denn überhaupt einen gibt und der Kodex nicht eine Aneinanderreihung von sinnlosen Zeichen ist. 

Voynich-Manuskript

Voynich-Manuskript
© watson

Zugänglicher als der Text sind die zahlreichen Illustrationen auf den heute noch insgesamt 102 erhaltenen Pergamentblättern. Sie lassen eine Art thematische Einteilung erkennen: Offenbar geht es um Dinge wie Botanik, Anatomie, Pharmazeutik oder Astronomie. Heute befindet sich der Kodex in der «Beinecke Rare Book & Manuscript Library» der Yale-Universität.

Yonaguni – das pazifische Atlantis

Vor der japanischen Insel Yonaguni, gut 100 Kilometer von der Küste Taiwans entfernt, liegt eine unterseeische Felsformation, die die Gemüter von Geologen und Archäologen erhitzt. Das 200 Meter lange, 150 Meter breite und 90 Meter hohe Gebilde aus Sandstein ähnelt einer Pyramide; die oberste Stelle liegt nur 5 Meter unter Wasser. Manche sehen in dem Gesteinsblock eine versunkene Stadt – ein «Atlantis im Pazifik», ein Machu Picchu im Fernen Osten. 

Yonaguni © Bild: die-japanreise.de / Gesteinsstufen unter Wasser: Die Yonaguni-Formation. Yonaguni

Ein japanischer Taucher entdeckte die Struktur 1985, als er neue Tauchgründe für Touristen suchte. Seither streiten sich die Forscher, ob das Gebilde mit seinen glatten Flächen und geometrischen Formen auf natürlichem Weg entstanden ist oder von Menschen geschaffen wurde. Vor etwa 8000 Jahren, nach dem Ende der letzten Eiszeit, versank die Gesteinsformation im Meer. Sollte sie tatsächlich von Menschen geschaffen worden sein, müsste daher in dieser Zeit eine bisher unbekannte fernöstliche Hochkultur existiert haben. Dieser Meinung ist allerdings nur eine Minderheit der Wissenschaftler. Die meisten gehen davon aus, dass das Felsgebilde von der Erosion aus Sedimentgestein geformt wurde. 

Saksaywaman – die Zyklopenmauern der Inkas

Oberhalb der alten Inka-Hauptstadt Cuzco liegen die imposanten Ruinen von Saksaywaman. Es handelt sich um das grösste je von den Inkas errichtete Bauwerk. Möglicherweise diente Saksaywaman als Festung; es könnte aber auch sein, dass die Anlage mehr sakrale Zwecke erfüllte. Der Hauptteil des Bauwerks besteht aus drei 600 Meter langen, zickzackförmig verlaufenden Mauern, die übereinander angeordnet sind.

Mauer von Sacsayhuamán © Bild: Wikimedia/diego delso / Zyklopische Trockenmauern: Saksaywaman war eine Festung oder ein Sakra... Mauer von Sacsayhuamán

Ins Auge fällt dabei die Technik, mit der die Mauern erbaut sind: Beim sogenannten Zyklopenmauerwerk schichten die Arbeiter unregelmässig geformte Steine von teilweise gewaltiger Grösse ohne Mörtel oder Zement sorgfältig aufeinander. Die Steine sind derart passgenau aufeinander abgestimmt, dass sich nicht einmal eine Rasierklinge dazwischen schieben lässt. Die Inkas behauten die Steine im Steinbruch ungefähr in die gewünschte Form und zogen sie danach mit Tauen zur Baustelle, wo die Feinabstimmung erfolgte. Wie sie dies genau machten – sie kannten weder das Rad noch Eisenwerkzeuge –, ist nicht abschliessend geklärt. Vermutlich bauten sie Rampen, um die tonnenschweren Steine an ihren Platz zu schleifen. Um die Steine exakt einzupassen, verwendeten sie wohl Schablonen

Saksaywaman, Holzschablone © Bild: Pinterest / Mit Hilfe von Holz-Schablonen könnten die Steine passgenau behauen worden sein. Saksaywaman, Holzschablone

Jesu Leichentuch – das Grabtuch von Turin

Das Grabtuch von Turin entzweit die Geister: Zahlreiche Christen sehen in der Textilie, auf der der Abdruck eines gekreuzigten Mannes zu erkennen ist, das Leichentuch Christi, während Skeptiker von einer Fälschung ausgehen. Die «Sacra Sindone» ist ein 4,36 Meter langes und 1,10 Meter breites Stück Leinen, das Blutspuren aufweist. Das Tuch gelangte der Überlieferung nach aus dem Heiligen Land über Umwege nach Konstantinopel (heute Istanbul) und wurde dort 1204 von Kreuzrittern geraubt. 1353 wurde es in Frankreich erstmals schriftlich erwähnt, 1578 kam es schliesslich nach Turin.

ITALIEN TURIN GRABTUCH JESUS © Bild: AP / ITALIEN TURIN GRABTUCH JESUS ITALIEN TURIN GRABTUCH JESUS

Bekannt – und Gegenstand einer wissenschaftlichen Kontroverse – wurde das Leinen, als ein Fotograf 1898 eine Aufnahme erstellte, auf deren Negativ das plastische Bild eines Gekreuzigten erschien. Es gibt zahlreiche zum Teil höchst spekulative Erklärungsversuche für den Abdruck: Ein Blitz, eine Korona-Entladung oder chemische Reaktionen von Verwesungsgasen sollen das Bild eingebrannt haben. Eine Radiokarbondatierung (C14) durch drei verschiedene Labore ermittelte 1988 jedoch eine Entstehungszeit zwischen 1260 und 1390 – was zur ersten schriftlichen Erwähnung passt. Andere Experten bezweifeln allerdings diese Datierung. Die katholische Kirche enthält sich übrigens bis heute einer offiziellen Festlegung. 

Die Linien von Nazca

Vom Boden aus gesehen sind sie nichts Besonderes. Erst aus der Luft betrachtet zeigen sie, was in ihnen steckt: die Linien von Nazca im Süden von Peru. Aus diesem Grund wurden sie auch erst in den 20er-Jahren entdeckt, als die Luftfahrt aufkam. Bis zu 20 Kilometer lange, extrem gerade Linien durchziehen die Wüste der Nazca-Ebene, Abbilder von Menschen, Tieren und Pflanzen sind zu erkennen. Die Linien sind meist nur wenige Zentimeter tief in den Grund gegraben; die Kontrastwirkung entsteht durch die unterschiedliche Färbung der Wüstenoberfläche und des darunter liegenden, hellen Sedimentgemischs. 

Nazca-Linien, Scharrbilder, Geoglyphen. "Astronaut". © Bild: Wikimedia / Diese Figur ist als «Astronaut» bekannt. Nazca-Linien, Scharrbilder, Geoglyphen. "Astronaut".

Die Linien, sogenannte Geoglyphen (Scharrbilder), sind zum Teil über 2000 Jahre alt; angelegt wurden sie von der Nazca-Kultur. Es gibt eine Reihe von Theorien, warum die Nazca-Leute solche Geoglyphen anlegten – heute geht man meistens davon aus, dass es sich um Teile von Fruchtbarkeitsritualen handelte, die durch wiederkehrende Klimaschwankungen veranlasst wurden. Nach wie vor inspirieren die Linien aber auch zahlreiche Theorien über ausserirdische Besucher, zeremonielle Inka-Strassen oder Startplätze für Fesseldrachen. 

Der Mechanismus von Antikythera

Eher unscheinbar war der Klumpen aus verrosteten Metallteilen, der 1900 von Schwammtauchern aus einem Schiffswrack vor der griechischen Insel Antikythera geborgen wurde. Jedenfalls im Vergleich zum Rest der Ladung – schönen und seltenen Bronzestatuen aus der Antike. Erst später wurde den Archäologen klar, dass diese Fragmente eines seltsamen Geräts in Wahrheit das bedeutendste Fundstück an Bord dieses etwa zwischen 70 und 60 v. Chr. gesunkenen Schiffs war. 

Antikythera-Mechanismus © Bild: antikythera-mechanism1900.blogspot.ch / Das grösste Fragment des antiken Geräts. Antikythera-Mechanismus

In der Tat ist der Mechanismus von Antikythera das technisch anspruchvollste Gerät, das bisher aus der Antike bekannt ist. In den folgenden fast 1500 Jahren gab es nichts, was die Komplexität dieses Mechanismus übertroffen hätte. Die nach wie vor nicht abgeschlossene Rekonstruktion der erhaltenen Fragmente zeigte, dass das Gerät unter anderem mehrere Kalender in sich vereinigte: einen Sonnenkalender, einen Mondkalender, einen Kalender der Sonnen- und Mondfinsternisse und einen Olympiadekalender. Manche Experten betrachten das Gerät als analogen Computer, doch eigentlich handelt es sich eher um eine Art astronomischer Uhr. Rätselhaft bleiben aber die Herkunft und das genaue Alter des Geräts. 

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