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Forscher entdecken einen See unter der Erde — sein Inhalt könnte unsere Zukunft bedrohen

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 13.01.2018 Lindsay Dodgson

a large body of water: Lava See © yggdrasill Lava See

In den Vereinigten Staaten haben Forscher einen beunruhigenden Fund gemacht:

Ein gewaltiger See aus teilweise in flüssigem Gestein gelöstem Kohlenstoff unterhalb der westlichen USA — mit der fünffachen Fläche Deutschlands.

Die Wissenschaftler Saswata Hier-Majumder von der Royal Holloway University of London und Benoit Tauzin von der Université de Lyon untersuchten die Entdeckung und veröffentlichten ihre Ergebnisse im Magazin „Earth and Planetary Science Letters“. 

Ihr Fund macht bisherige Erkenntnisse darüber zunichte, wie viel Kohlenstoff sich wirklich unter der Erdoberfläche befindet. Es heißt, über 80 Prozent des Kohlenstoffs auf unserem Planeten stecken unter der Erdkruste. Der Anteil könnte jedoch noch größer sein als bisher angenommen.

Geschmolzenes Material enthält 100 Billionen Tonnen Kohlenstoff

Bei der Analyse seismischer Wellen entdeckten die Forscher den außergewöhnlichen, zwischen 25 und 70 Kilometer dicken Erdmantel, der sich über ganze 1,8 Millionen Quadratkilometer erstreckt. Diese Zone soll zu rund 0,5 Prozent aus geschmolzenem Material bestehen. Ein Material, das laut Forschern möglicherweise bis zu 100 Billionen Tonnen Kohlenstoff enthalten soll — und all das könne früher oder später an die Erdoberfläche gelangen, wenn es dort einen Vulkanausbruch gibt.

„100 Billionen metrische Tonnen sind tatsächlich jede Menge Kohlenstoff“, bestätigte Hier-Majumder dem Business Insider. Zum Vergleich: Dieselbe Menge würde entstehen, wann man 2,3 Billionen Ölfässer verbrennt.

Zwar sei es unwahrscheinlich, dass der Kohlenstoff in naher Zukunft an die Oberfläche gelange — dennoch stecke darin eine große potentielle Gefahr. „Während es in nächster Zeit auszuschließen ist, dass dieser Kohlenstoff an die Oberfläche gelangt, sollte man trotzdem bedenken, dass es gut ist, dass er unter der Erde lagert. An der Oberfläche hätte er zu einer massiven globalen Klimaerwärmung führen können.“ 

Hier-Majumder und Tauzin gehen davon aus, dass der Erdmantel einen weit größeren Anteil am Klimageschehen hat als bisher vermutet.

Gase gelangen durch Verschieben der Erdplatten unter den Erdmantel

Doch wie sind die Gase dort entstanden? Hier-Majumder erklärt das Phänomen „Subduktion“: Wenn eine tektonische Platte sich unter einen Kontinent schiebt, gelangt Kohlenstoff in den Erdmantel. Die Forscher glauben, dass die Gase sich gelöst haben, als die sich einst unter Nordamerika befindende Farallon-Platte vor 80 Millionen Jahren versunken und geschmolzen ist — aber nicht vollständig, wie bisher angenommen.

„Während zwischen 30 und 40 Prozent dieses Kohlenstoffs durch Vulkane zurück an die Oberfläche kommt, wird der Rest in den tieferen Mantel getragen“, so Hier-Majumder. „Die zum Teil geschmolzene Gegend, die wir in den Vereinigten Staaten sehen, liegt eindeutig neben einer solchen ozeanischen Platte im Erdmantel.“

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