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Forscher fanden ein antikes Grabmal — erst ein Jahr später fällt ihnen ein bedeutendes Detail daran auf

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 15.05.2018 Business Insider Deutschland

a man standing in front of a large rock: Shari Stocker © University of Cincinatti Shari Stocker

Es ist schon zwei Jahre her, da haben Forscher der University of Cincinnati ein 3.500 Jahre altes Grab eines Kriegers im Südwesten Griechenlands gefunden. Der Fund an sich wurde schon als Sensation gehandelt. Doch was im Inneren der Grabstätte gefunden wurde, ist fast noch spektakulärer.

Vor allem, weil das beutendste Fundstück den Archeologen erst mehr als ein Jahr später zufällig auffiel. In einer Presseaussendung gab die Universität Anfang November bekannt, einen Siegelstein aus der Bronzezeit gefunden zu haben.

Es dürfte sich dabei um „eine der wertvollsten Arbeiten prähistorischer griechischer Kunst handeln, die jemals entdeckt wurde“, wie die Universität schreibt. Der „Pyloskriegsachat“ zeigt eine Kampfszene zwischen zwei Kriegern.

Fund zunächst übersehen

a piece of food: Stein © University of Cincinatti Stein Dass die Forscher Jack Davis und Sharon Stocker den großen Fund zunächst übersehen haben, ist kein Wunder. Der Achat war völlig mit Schmutz bedeckt, der schon verkrustet war. Andere Grabbeigaben wie Goldringe waren deutlich besser erhalten und erkenntlich.

Nichtsdestotrotz fiel den Forschern ein Jahr später das Stück auf. Nach zahlreichen Untersuchungen und Nachforschungen kamen sie zu dem Ergebnis, dass es sich um das wohl wertvollste Kunstwerk handelt, das aus der Bronzezeit erhalten ist.

„Das Faszinierende daran ist, wie der menschliche Körper dargestellt ist. So viel Detailreichtum findet man normalerweise erst bei Kunstwerken, die 1.000 Jahre später entstanden“, sagte Archäologe Davis. Die Studie zu dem Kunstwerk erschien in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsjournals „Hesperia“.

Erinnerungen an Homer

a close up of a logo: Siegelstein © University of Cincinatti Siegelstein Der Siegelstein ist etwa 3,6 Zentimeter groß und enthält eine heroische Kampfszene, die an Homers „Ilias“ erinnert. Ob die Szene tatsächlich diesem klassischen antiken Werk nachempfunden wurde, können die Forscher nicht feststellen. Sie gehen aber davon aus, dass es sich um ein Bild aus einer Legende handelt, die viele Menschen in der Mykenischen oder Mionischen Kultur kannten.

Die Mykener lebten zu der Zeit, als das Kunstwerk entstand, auf dem griechischen Festland, die Mioner auf Kreta. Lange ging man davon aus, dass diese beiden Gruppen immer Rivalen waren. Doch der Fund legt nahe, dass der Siegelstein des mykenischen Kriegers auf Kreta hergestellt und von den Minoern importiert wurde. Das würde heißen, dass die beiden Kulturen im Austausch standen.

Die Fundstätte wird übrigens als „Griffin-Krieger-Grabmal“ bezeichnet und die Forscher glauben, dass er ein wichtiger Kriegsheld zu seiner Zeit war — vor allem wegen der vielen wertvollen Grabbeigaben. Der Krieger dürfte den Siegelstein wahrscheinlich um den Hals oder am Handgelenk getragen haben.

In dem Grab haben die Forscher mehr als 3000 Artefakte gefunden. Noch immer sind nicht alle gereinigt und untersucht. „Da kommen sicher noch einige Überraschungen auf uns zu“, sagte Davis.

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