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Geschichte der Drogen: Von Tollkirsche bis Crystal

Welt der Wunder-Logo Welt der Wunder 15.09.2018 Welt der Wunder
Drogen © iStock-Stas_V Drogen

Ob Tollkirsche oder Stechapfel im Mittelalter, LSD Heroin oder Crystal im 20. Jahrhundert: Seit jeher haben sich Menschen berauschender Substanzen bedient. Welt der Wunder blickt auf die Geschichte der Drogen zurück.

Der Gebrauch von Drogen, um das seelische und körperliche Befinden zu beeinflussen, ist so alt wie die Menschheit selbst. In vielen Kulturen wurden Drogen bei religiösen und gesellschaftlichen Ritualen eingesetzt. Auch in der Heilkunde spielten sie häufig eine Rolle. Bereits in seiner „Odyssee“ beschreibt Homer die beruhigende Wirkung von Opium. Die psychogene Wirkung des indischen Hanf ist seit mehr als 2.000 Jahren bekannt und wurde speziell im religiösen Bereich genutzt.

 

Im Mittelalter wurden in Europa vorwiegend heimische Nachtschattengewächse wie Tollkirsche und Stechapfel bei magischen Ritualen verwendet. Während im 17. und 18. Jahrhundert Regierungen in Europa und Nordamerika den Hanfanbau förderten und den Konsum von Cannabis tolerierten, entwickelte sich das Rauchen von Opium besonders in Ostasien allmählich zum gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Problem.

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Die USA kämpften als erstes Land gegen Drogen

Soziale Regeln bestimmen in fast jedem Kulturkreis, was akzeptiert wird und was nicht. So dulden wir hierzulande beispielsweise den Konsum von Alkohol, Nikotin und Koffein, verteufeln aber gleichzeitig Heroin, Kokain und Cannabis. In den USA galten Rauschgifte bereits sehr früh als illegal. Schon im 19. Jahrhundert wurden die Opiumhöhlen chinesischer Einwanderer geschlossen und dadurch der stetig wachsende Handel mit dieser Droge eingedämmt. Das Verbot von Rauschmitteln erreichte seinen Höhepunkt Anfang des 20. Jahrhunderts, zur Zeit der amerikanischen Prohibition, als selbst Alkohol verboten war.

 

In großen Teilen der Welt wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Drogen wie Absinth, Alkohol und Morphium allmählich zum ernsthaften Problem. Die Konsumenten hatten mit der Zeit ihre Sucht nicht mehr unter Kontrolle. Sie wurden aggressiv und verloren ihren Status als anerkannte Mitglieder der Gesellschaft. In Deutschland nahmen zur Zeit des 2. Weltkriegs viele ranghöhere Nazis regelmäßig Morphium, während der Alkoholismus innerhalb der Mittel- und Unterschicht der Bevölkerung zunehmend anstieg.

Vom Protest zum Spaß

1943 stellte der Schweizer Albert Hoffman erstmals LSD her – durch Zufall. Der Chemiker war eigentlich auf der Suche nach einem kreislaufanregenden Medikament. Damit schuf er ungewollt eine neue Variante halluzinogener Drogen, die schon bald von vielen missbraucht wurde. Während in den 60er Jahren das Rauchen von Marihuana und LSD vor allem als Protest der Hippies gegen das Establishment galten, konsumiert die heutige Party-Generation Haschisch, Amphetamine und Kokain in erster Linie nur aus Spaß. 

Cannabis © iStock-OlegMalyshev Cannabis

Der Konsum von Marihuana setzte sich dann in den 70er Jahren fort, wobei der Gehalt des Wirkstoffs THC (Tetrahydrocannabinol) im „Gras“ damals etwa zehn Mal geringer war als heute. Die 80er Jahre waren dann stark beeinflusst von der Droge Kokain, die in den Kreisen der Yuppies schon fast als Statussymbol gehandelt wurde. Junge Neureiche bedienten sich dieses teuren und deshalb exklusiven Rauschmittels vorwiegend auf Partys und gesellschaftlichen Veranstaltungen und schufen bald eine ganz eigene Szene, die sich deutlich von den Usern anderer Drogen abgrenzte.

Heroin für das Künstlerimage

Neben Kokain war zu dieser Zeit Heroin weit verbreitet. Zahlreiche Musiker wie Jimmy Hendrix, Jim Morrison, David Bowie sowie Mick Jagger konsumierten dieses Rauschgift und machten kein Hehl mehr daraus, gehörte das doch zum Image dieser Künstler. Im Gegensatz zu Angehörigen der Kokain-Szene waren Heroinabhängige offensichtlich süchtig und fielen schon bald in der Öffentlichkeit durch Straftaten auf, Stichwort: Beschaffungskriminalität. Auch der Handel mit dem Rauschgift florierte in den 80er Jahren und die Verfolgung von Händlern und Konsumenten wurde zu einer immer wichtigeren Aufgabe der Polizei.

 

Nach der Ecstasy- und Speed-Welle der 90er Jahre scheint der Konsum von Heroin fast gänzlich verschwunden zu sein. Allerdings nimmt der Gebrauch von Marihuana laut Angaben der Polizei wieder deutlich zu. Seit einigen Jahren sind auch so genannte Designerdrogen stark im Kommen. Bei diesen Rauschmitteln, wie zum Beispiel Crack, PCP oder dem extrem starken Methamphetamin Crystal – auch Yabba genannt – handelt es sich oft um Mischungen klassischer Drogen mit anderen, ebenfalls berauschenden Mitteln. Diese meist sehr schnell abhängig machenden Gifte lösten ein großes Medienecho aus – hörte man doch immer wieder von Jugendlichen, die bis zu 70 Stunden auf Droge waren und nicht selten an Erschöpfung oder Flüssigkeitsverlust starben.

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