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Nasa plant Expedition zur Sonne

SZ.de-Logo SZ.de 16.06.2017 Von Marlene Weiß
Animation von © Nasa/JHUAPL Animation von

• Ende Juli 2018 soll eine Sonde in Richtung Sonne starten.

• Nie zuvor wäre ihr dann ein Raumschiff so nahgekommen - wenn die Mission denn klappt.

• Das große Rätsel der Mission: Was ist es, das die Korona so stark aufheizt?

Parker heißt das Gerät jetzt also, mit dem die Menschen erstmals aus nächster Nähe die Sonne erkunden wollen. Parker Solar Probe, nicht nach Spiderman Peter Parker, sondern nach dem 90-jährigen Astrophysiker Eugene Parker, der vor mehr als einem halben Jahrhundert die Existenz schneller Sonnenwinde vorausgesagt hat. Ende Mai erhielt die Nasa-Mission ihren Namen, zwischen dem 31. Juli und dem 19. August 2018 soll die Sonde starten.

Dabei wäre Peter Parker als Namensgeber auch ganz passend gewesen. Immerhin soll die Sonde sich in einem eleganten Spiderman-Manöver siebenmal um die Sonne herum und an der Venus vorbeischwingen, um an Geschwindigkeit zu verlieren. Dadurch kann sie sich der Sonne nach und nach nähern, um im Dezember 2024 schließlich auf ihre Zielumlaufbahn einzuschwenken. Diese führt in nur rund sechs Millionen Kilometer Entfernung an unserem Zentralgestirn vorbei. Aus irdischer Sicht mag das nach viel klingen. Tatsächlich aber ist es so gut wie nichts, nur etwas mehr als der achtfache Radius der Sonne. Nie zuvor ist ein Raumschiff der Sonne so nah gekommen - den Rekord hält bislang die Nasa-Sonde Helios 2, die 1976 bis auf 43 Millionen Kilometer herankam. Dort hatte sie mit hohen Temperaturen von etwa 370 Grad Celsius zu kämpfen.

"Die beiden Sonden ergänzen sich"

Parker soll nun bis in den Rand der Korona eintauchen, jenen Bereich der Sonnenatmosphäre, der bei einer totalen Sonnenfinsternis als schimmernder Strahlenkranz zu sehen ist. Sie besteht aus einem extrem heißen Gas geladener Teilchen, einem Plasma. Darin liegt das große Rätsel der Sonnenphysik: Was ist es, das die Korona so stark aufheizt? Mit bis zu drei Millionen Grad Celsius ist sie viel heißer als die eigentliche Oberfläche der Sonne, die es nur auf rund 5500 Grad bringt. Irgendwie pumpt das blubbernde, dynamische Magnetfeld der Sonne Wärme in die Korona.

Für die Erkundung der Sonne beginnt eine aufregende Zeit. Kurz nach Parker, vermutlich im Februar 2019, soll sich auch der Solar Orbiter der europäischen Raumfahrtbehörde Esa auf den Weg machen. Er wird jedoch mehr Abstand zur Sonne halten, am nächsten Punkt ist die Entfernung immer noch gut ein Viertel der Strecke Erde-Sonne. "Die beiden Sonden ergänzen sich", sagt Joachim Woch, Projektleiter für eines der Orbiter-Instrumente am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen. "Mit den Teleskopen des Solar Orbiters können wir das Magnetfeld der Sonne und seine Veränderungen durch alle Atmosphärenschichten hindurch beobachten; das liefert den Kontext für die Messungen der Parker Solar Probe in der Korona."

Die Parker-Ingenieure hingegen werden sich mit einem rudimentären Messprogramm in der Sonnenumgebung begnügen müssen - was aber eine technische Meisterleistung ist, wenn die Sonde mit ihren empfindlichen Geräten die Hitze von 1400 Grad Celsius und die extreme Strahlung am Rand der Korona aushält. Schützen soll das Kleiderschrank-große Raumschiff ein stets zur Sonne gerichteter, rund elf Zentimeter dicker Carbonschild.

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