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Stalin vs.Trotzki: Blutiger Kampf um die Macht in der Sowjetunion

männersache-Logo männersache 19.08.2019 maennersache
Flagge der Sowjetunion © Bereitgestellt von Bauer XCEL Media Deutschland KG Flagge der Sowjetunion

Rufmord, Propaganda, Verleumdung: Immer wenn Mächtige ihre Ziele erreichen wollen, ist die Wahrheit das erste Opfer. Oft werden diese Lügenschnell enttarnt. Doch es gibt auch welche, die bleiben Jahrhunderte bestehen – und verändern den Lauf der Welt, so auch der Trotzki-Rufmord, der Stalins Macht in der Sowjetunion festigte.

Der Machtkampf zwischen Stalin und Trotzki

Josef Stalin schäumt vor Wut, als er den Letzten Willen des großen Revolutionsführers Wladimir Iljitsch Lenin überfliegt. "Genosse Stalin hat, nachdem er Generalsekretär geworden ist, eine unermessliche Macht in seinen Händen konzentriert", heißt es in seinem politischen Testament.

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Lenin beschreibt seinen einstigen Weggefährten als "zu grob" und empfiehlt, ihn von seinem Posten zu entfernen. Stalins Widersacher, Leo Trotzki, nennt er dagegen den "fähigsten Mann im gegenwärtigen Zentralkomitee". 

Der Generalsekretär ballt die Hand zur Faust. Er konnte diesen "Marktschreier" ohnehin nie leiden, doch spätestens jetzt ist für ihn klar: Trotzki muss sterben – zu groß ist die Bedrohung, die von ihm ausgeht. Doch Stalin weiß auch, dass er geduldig sein muss. Sein Todfeind hat die Oktoberrevolution organisiert und die Rote Armee im Russischen Bürgerkrieg zum Sieg geführt, wofür er von vielen im Land verehrt wird. Er kann Trotzki daher nicht töten lassen. Noch nicht.

Stalin beschließt stattdessen, seinen Widersacher schleichend zu entmachten – und dann zu erledigen. Dafür muss er zunächst eine Lüge in Umlauf bringen: Trotzki ist ein Verräter. Doch das reicht ihm nicht aus, denn die große Frage lautet:

Wie kann man eine Legende aus der Geschichte tilgen? 

Indem man sich selbst zur Legende macht! Denn schon bald kursiert das Gerücht, Stalin selbst sei Lenins engster Kampfgefährte gewesen – und nicht Trotzki, den er als Verräter diffamieren lässt. Parallel dazu lässt der Generalsekretär seinen größten Konkurrenten heimlich aus allen offiziellen Bildern und Texten tilgen. Kein Wort findet sich über Trotzki in der "Großen sowjetischen Enzyklopädie", aus Fotos wird er wegretuschiert. 

Die Kampagne hat Erfolg: Während Stalin seine Macht weiter festigt und eine Ein-Mann-Diktatur aufbaut, wird Trotzki nach und nach ausgebootet: 1926 wird er aus dem Politbüro, 1927 aus dem Zentralkomitee der Partei ausgeschlossen und 1929 schließlich des Landes verwiesen. Trotzki ist damit endgültig zum personifizierten Staatsfeind geworden. 

Mehr noch: Stalin schafft es, dass der Begriff „Trotzkismus“, der ursprünglich für eine andere Richtung des Sozialismus steht, zu einem Kampfbegriff wird – jeder, der mit dieser Strömung sympathisiert, wird im Zuge von Säuberungswellen beseitigt.

Trotzki selbst lässt sich davon aber nicht beirren und setzt seine Opposition auch aus dem Exil fort. Doch gegen die Wucht eines ganzen Terrorapparats hat er keine Chance.

Der kaltblütige Mord an Leo Trotzki

Am 21. August 1940 – die meisten seiner Vertrauten sind längst hingerichtet, darunter auch Sohn Sergej – wird Stalins Todesbefehl schließlich vollstreckt: Ein junger Sowjetagent, der sich über Jahre bis in den innersten Zirkel Trotzkis vorgearbeitet hat, ersticht den einstigen Revolutionsführer hinterrücks mit einem Eispickel.

Stalin ist damit am Ziel: Mit Trotzki sind all seine Gegner beseitigt und auch die letzte Hoffnung auf eine Alternative zum Stalinismus gestorben. Was folgt, ist eine jahrelange Schreckensherrschaft, die mehr als 20 Millionen Menschenleben kostet. Der Diktator stirbt zwar bereits 1953 – die Ächtung Trotzkis setzt sich jedoch fort und überdauert sogar das Ende der Sowjetunion. Noch in den 1990er-Jahren wird er von russischen Historikern als "blutrünstiges Wesen" bezeichnet, während sein Widersacher, der Massenmörder Stalin, bis heute von Millionen Russen kultisch verehrt wird.

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