Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Shinrin Yoku: Was steckt hinter Waldbaden als Wellness-Trend?

Harper's BAZAAR-Logo Harper's BAZAAR 26.07.2020 Lisa Demmel
Wellness-Trend Waldbaden Shinrin Yoku Japan Getty Images © Getty Images Wellness-Trend Waldbaden Shinrin Yoku Japan Getty Images

Es wird als „Wellness-Trend für Großstadt-Seelen“ angepriesen: Waldbaden, neuerdings auch Shinrin Yoku genannt, soll stressgeplagte Stadtbewohner entschleunigen. Der Hype aus Asien gilt als neuer Gesundheitstrend – und gefühlt täglich werden neue Bücher und Artikel zu diesem Thema veröffentlicht. In Seefeld, einem traditionsreichen Fleckchen Erde in Österreich umringt von Natur, wird Waldbaden schon lange als Ausflug angeboten. Verena Hiltpolt, Naturcoach, erklärt, wie man im Wald am besten neue Kraft tankt und den Wellness-Trend in seinen Alltag integriert.

Wellness-Trend Waldbaden Shinrin Yoku Japan © Getty Images Wellness-Trend Waldbaden Shinrin Yoku Japan

Shinrin Yoku: Das bedeutet der Wellness-Trend aus Japan

Hört man den Begriff „Waldbaden“, darf man sich zuerst nicht verwirren lassen. Mit dem klassischen Baden hat der Trend aus Japan nichts zu tun. Kein See, keine Quelle: Bei Shinrin Yoku badet man buchstäblich im Wald. Man taucht also in die Atmosphäre des Waldes ein, nimmt ihn wahr. Man könnte es auch einen achtsamen Spaziergang durch das Dickicht nennen. Was das bringen soll? „In Japan wurde erforscht, dass dadurch die Stresshormone und der Puls sinken“, verrät Naturcoach Verena Hiltoplt.

Wie funktioniert Waldbaden?

Zusammen mit einer Gruppe begibt man sich in einen der vielen Wälder rund um Seefeld. Schon auf dem Weg Richtung Waldinneres, hält der Naturcoach inne und fordert auf, ein kleines Blümchen am Wegesrand zu pflücken. Die Aufgabe: Etwa zehn Sekunden den Blick in die Ferne schweifen lassen, „damit das Auge mal frei wird“, danach die Blume fokussieren. Und siehe da: Details, wie etwa ein kleiner Wassertropfen auf dem Blütenblatt, den man zuvor in der Eile übersehen hat, fallen plötzlich auf. „Eine wunderbare Übung, auch für den Alltag und das Büro“, meint Hiltpolt.

Wellness-Trend Waldbaden Shinrin Yoku Japan Privat © Privat Wellness-Trend Waldbaden Shinrin Yoku Japan Privat

Ein paar Schritte weiter folgt die nächste Aufgabe: Jeder aus der Gruppe soll sich ein stilles Plätzchen suchen, um dort für einige Minuten den „Bildausschnitt“, der vor einem liegt, zu genießen. Wie Gemälde im Museum betrachtet man nun Bäume, Blätter und kleine Waldtiere. Nach ein paar Minuten wird der Blick deutlich fokussierter: Man nimmt nun auch die Maserung der Blätter, kleine Knospen an Ästen und sogar kleine Ameisen am Waldboden wahr.

Waldbaden Privat © Privat Waldbaden Privat

Waldbaden schärft nicht nur die Sinne, auch der Puls verlangsamt sich gemächlich, Körper und Geist kommen zur Ruhe. Nach ein paar Metern fordert Naturcoach Verena zu einer neuen Übung auf, dieses Mal geht es um die Atmung. Einatmen. Ausatmen. Bewusst sollen sich die Lungen mit genug Luft füllen, das Ausatmen soll jedoch länger als das Einatmen dauern. „Oft haben wir zu viel Luft in unserem Körper, atmen zu hektisch. Durch diese Übung lernen wir wieder richtig zu atmen“, so die Expertin.

Jetzt sind die Teilnehmer bereit, sich einen Baum zu suchen, ihn zu betasten und zu umarmen. Die Schwierigkeit: Während der Tastsinn beschäftigt ist, soll sich auch der Kopf darauf einlassen. „Man darf gerne verschiedene Bäume erfühlen“, ermuntert der Naturcoach. „Nach dieser Übung gehe ich mit der Gruppe auch gerne mal barfuß oder verbinde den Teilnehmern die Augen. So können sie noch besser abschalten“.

Wellness-Trend Waldbaden Shinrin Yoku Japan Privat © Privat Wellness-Trend Waldbaden Shinrin Yoku Japan Privat

Waldbaden: Kann der Wellness-Trend die Meditation ersetzen?

Nach etwa zwei Stunden fährt die Gruppe zurück in die Stadt, mit entspannteren, fast schon ein wenig erschöpften Waldbadern. Doch was tun, wenn man nicht direkt den Wald vor der Tür hat? „Die meisten Städte haben einen Stadtpark“, meint die Expertin, „das ist natürlich nicht ganz das gleiche, als ein hektargroßes Waldgebiet. Aber immerhin besser als nichts. Die Luft in Parks ist besser als in der Innenstadt, es ist ruhig, man hört die Vögel zwitschern, ideal zum Entspannen“.

Waldbaden Privat © Privat Waldbaden Privat

Video: Rhodos: Sonneninsel kommt nicht zur Ruhe (ProSieben)

Video wiedergeben
Diese Funktion wird in Ihrer Browserversion nicht unterstützt. Wir empfehlen, auf die neueste Internet Explorer-Version zu aktualisieren, um diese Funktion nutzen zu können.
| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Harpers Basar

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon