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Sie reist um die Welt - in den eigenen vier Wänden

M.Select.-Logo M.Select. vor 6 Tagen Edgar Kantig
Jacqui Kenny leidet an Agoraphobie. Bei dieser Angststörung fürchten und vermeiden Betroffene Orte und Situationen, die sie in Panik versetzen oder in denen sie sich gefangen und hilflos fühlen könnten. © Diana Simumpande Jacqui Kenny leidet an Agoraphobie. Bei dieser Angststörung fürchten und vermeiden Betroffene Orte und Situationen, die sie in Panik versetzen oder in denen sie sich gefangen und hilflos fühlen könnten.

Jacqui Kenny hat beinahe schon die ganze Welt gesehen. An den entferntesten Orten der Erde war sie allerdings nicht persönlich, sondern mit der Hilfe von Google Street View.

Hunde in Peru, Kamele in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kakteen in den USA - wer das Instagram-Profil von Jacqui Kenny anschaut, der könnte staunen. Unzählige Bilder hat die Britin weltweit geschossen. Doch der virtuelle Schein trügt, denn Kenny ist nicht etwa eine Weltreisende und das, obwohl sie sich nichts sehnlicher wünschen würde. Aber da ist etwas, was sie genau daran hindert. Jacqui Kenny leidet an Agoraphobie. Das ist eine Angststörung, bei der Betroffene Orte und Situationen fürchten und vermeiden, die sie in Panik versetzen oder in denen sie sich gefangen und hilflos fühlen könnten. Deshalb kann sie nicht wie andere Menschen verreisen. Über Google Street View kann sie dennoch zumindest virtuell fremde Orte sehen und entdeckt dabei Gegenden, die ein normaler Tourist wahrscheinlich gar nicht zu sehen bekommt. Auf ihrem Instagram-Account veröffentlicht sie ihre Schnappschüsse.

Google Street View als perfekter Weg

Vor zwei Jahren, in einer sehr schweren Zeit, wie sie selbst sagt, startete Kenny ihr Projekt. "Um meine Situation zu verbessern, hatte ich beschlossen, Online-Werkzeuge zu verwenden und etwas daraus zu machen", erklärt Jacqui Kenny. Für sie war es wichtig anderen Menschen zu zeigen, dass man sich auch von Hindernissen nicht aufhalten lassen sollte, sie sogar für sich nutzen kann. "Ich liebe Fotografie und Google Street View war der perfekte Weg, um mich künstlerisch auszudrücken", sagt sie. Mit dem Projekt möchte die Fotografin außerdem auf psychische Krankheiten sowie Agoraphobie hinweisen. Das hat sie geschafft, mehr als 100 000 Menschen folgen ihrem Kanal auf Instagram.

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Mit ihren Fotos fängt die Künstlerin Szenen ein, die anderen Menschen sonst verborgen bleiben würden, wie etwa in Tacna in Peru. Dort jagt ein Hund dem Google-Street-View-Auto hinterher. Ungefähr 1,6 Kilometer folgte der Hund dem Fahrzeug, hatte sogar noch Gelegenheit kurz auf dem Weg mit einem anderen Hund zu spielen. Schon immer habe Jacqui Kenny eine lebhafte Vorstellungskraft gehabt. "Street View bot mir die Plattform, um kreativ auszudrücken, wie ich die Welt gerne sehe. Eine Kombination aus Isolation und Hoffnung. Ich war noch nie persönlich an einem dieser Orte, also dachte ich mir, dass es Spaß machen würde, sich auf diese Weise die Orte vorzustellen", erklärt die Fotografin.

Lieblingsorte: Senegal, Mongolei, Chile und Peru

Ihre Lieblingsorte sind der Senegal, die Mongolei, Chile und Peru. "Ich liebe die Farben und das Licht, das es in diesen Ländern gibt", beschreibt sie ihre Faszination. Generell sei sie aber auch ein großer Fan von Wüsten wie etwa der Atacama-Wüste.

Obwohl ihr Google Street View das virtuelle Reisen ermöglicht, gibt es auch etwas, was ihr an dem Tool nicht gefällt. "Ich habe keine Kontrolle über die Bilder, weil sie bereits existieren. Meistens möchte ich etwas in der Szene verändern, bewegen oder herausnehmen. Aber ich kann nicht", sagt sie. Deshalb ist es ihr großer Traum, eines Tages selbst an die Orte reisen zu können - ganz ohne Google. "Ich würde sehr gerne meine Bilder an meinen Lieblingsorten ausstellen", sagt sie.

Weitere Infos unter:

Instagram-Account von Jacqui Kenny

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