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Auslandsjahr: Work & Travel, Au-pair oder Freiwilligendienst?

Marco Polo-Logo Marco Polo 16.03.2018 Solveig Michelsen
© damircudic, iStock

Au-pair – im Ausland babysitten

Au-Pair heißt eigentlich „auf Gegenleistung“ und benennt damit eines der ältesten Konzepte, um Erfahrung im Ausland zu sammeln. Gegen Kost, Logis und ein kleines Taschengeld kümmert man sich um die Kinder einer Familie, mit der man auch zusammen wohnt. Das kann Vor- und Nachteile haben. Denn vorab kann man sich höchstens über Skype kennen lernen – ob die Chemie wirklich stimmt, erfährt man in der Regel erst vor Ort. Zwar ist es mit diesem Überraschungsfaktor bei anderen Austauschprogrammen auch nicht anders, allerdings wohnt und lebt man als Au-pair schon sehr eng mit seiner Gastfamilie zusammen. Wichtig zu wissen ist deshalb: Verfügt man über ein eigenes Zimmer? Gibt es genug Platz in der Wohnung/dem Haus, um sich zurückzuziehen? Und hat die Familie bereits Erfahrung mit einer/einem Au-pair gesammelt? Das ist nicht ganz unwichtig, denn oft sind auch die Gastgeber mit so viel ungewohnter Nähe überfordert und man geht sich auf den Geist. Da schadet es nicht, eine Familie zu wählen, die bereits erste Erfahrungen im Umgang damit gesammelt hat.

Gesetze und Regelungen: Die Gesetze und Regelungen, wie viel Arbeit übernommen werden muss, wie viel Taschengeld und evtl. Zuschuss für den Sprachkurs gezahlt wird und wie alt man sein muss/darf, ist je nach Land verschieden. So kann man bis zu einem Alter von 30 Jahren als Au-pair nach Australien gehen, darf aber für Südafrika nicht älter als 24 Jahre sein. Kanada ist mit der Altersobergrenze von 50 Jahren (!) eine Ausnahme. 17-Jährige finden nur in Finnland, Dänemark, Großbritannien und Turkmenistan eine Möglichkeit, als Au-pair zu arbeiten. In allen anderen Ländern, die Au-pair-Programme anbieten, muss man die deutsche Volljährigkeit erreicht haben.

In der Regel gehören auch leichte Hausarbeiten wie Geschirr spülen oder Wäsche zusammenlegen zum Arbeitsumfang dazu. Doch auch ohne diese Zusatztätigkeiten variieren die Anforderungen gewaltig: Wer kleine Geschwister hat, kennt den Unterschied zwischen der Betreuung von zwei Kleinkindern im Trotzalter und zwei Kindergarten- oder gar Schulkindern.

Arbeitszeit: Die erlaubte Arbeitszeit pro Woche schwankt ebenfalls stark zwischen den Ländern und deckt eine Spanne von 18 bis 45 Stunden ab. Kläre vorab unbedingt den ungefähren Tagesablauf, also ob du eher vormittags oder nachmittags beschäftigt sein wirst, damit du einen geeigneten Sprachkurs finden kannst. In diesem findest du auch Abstand zum Alltag und Freunde in deinem Alter.

Programme, über die sich eine Au-pair-Familie finden lässt, gibt es im Netz wie Sand am Meer. Um die unseriösen Anbieter auszufiltern, gibt es inzwischen das RAL-Gütezeichen, das Agenturen auf einen Mindeststandard hin prüft. In jedem Fall aber sollte auch telefonisch Kontakt aufgenommen werden, um zu erfahren, wie sehr auf die eigenen Bedürfnisse eingegangen wird. In einem persönlichen Gespräch hört man schnell heraus, wenn die kommerziellen Interessen im Vordergrund stehen, aber auch, ob eine Agentur Erfahrung und Interesse an einer möglichst gelungenen Vermittlung hat.

Demi-pair: Parallel zum Au-pair-Programm gibt es übrigens auch „Demi-pair“: halbtags Kinderbetreuung, halbtags Sprachkurs. Das macht es weniger einseitig und man kommt mehr mit Gleichaltrigen in Kontakt. Momentan gibt es Demi-pair vor allem in Australien, Neuseeland, Kanada, den USA und Irland.

Work & Travel

Wer weniger Lust auf Kinder oder engen Familienanschluss hat, aber trotzdem ein bisschen Geld verdienen will im Ausland, der sollte sich die Optionen für Work & Travel genauer ansehen. Da gibt es zum Beispiel:

WWOOF: „World-Wide Opportunities on Organic Farms“ heißt diese Abkürzung, was nichts anderes ist als Jobben auf dem Bio-Bauernhof. Ursprünglich als Gelegenheit für Stadtmenschen gegründet, die mit dem Landleben wieder in Kontakt kommen wollten, gibt es heute in über 100 Ländern zahlreiche Kleinbauern und Selbstversorger, die an freiwilligen Helfern interessiert sind. Für freie Kost und Logis gibt's einen authentischen Einblick ins Leben vor Ort, einen Wissens- und Erfahrungsaustausch über ökologischen Land- und Gartenbau und hoffentlich viele neue Visionen einer nachhaltig gestalteten Zukunft. Nummer eins auf der Wunschliste vieler „Wwoofer“ steht Australien, dicht gefolgt von Neuseeland.

Teach and Travel: Lust auf Englischunterricht in Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha, El Salvador, Costa Rica oder auf den Malediven? Für alle AbiturientInnen und StudentInnen über 18 Jahre, die mindestens vier Wochen Zeit mitbringen, ist das Teach-and-Travel-Programm geeignet. Fürs Unterrichten bekommt man vor Ort eine kostenlose Unterkunft. Inhaber eines Bachelor-Titels mit mindestens fünf Monaten Zeit können in Thailand auch am Professional-Programm teilnehmen, für das sie ein ortsübliches Lehrergehalt bekommen.

Freiwilligendienst

Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst weltwärts, gegründet vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, bietet über 6000 Einsatzplätze jährlich für Freiwilligenarbeit und prüft vorab die Entsenderorganisationen. Hauptvermittlungsländer sind Indien und Südafrika, gefolgt von Peru, Bolivien und Tansania.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weniger bekannte Freiwilligenprogramme wie zum Beispiel das ökumenische Freiwilligenprogramm, das Interessierte nach Südafrika, Ghana, Kamerun, Indien, Japan, Südkorea, Indonesien, Malaysia, Bolivien, Jordanien und in den Libanon vermittelt, wo sie in Kindergärten, Schulen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Krankenhäusern, Kinderheimen und anderen Institutionen mitarbeiten.

An der Pflege von Waisen- oder behinderten Kindern bzw. am Tier- und Umweltschutz Interessierte können sich an das Global Volunteer Networkwenden, wo es Helferjobs bereits ab einer Woche gibt – vom aktiven Kampf gegen die Ausbreitung des HIV-Virus in Ruanda bis hin zur Mitarbeit im biologischen Reservat auf den Galapagos-Inseln.

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von Solveig Michelsen

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