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Urlaub trotz Corona: In diese europäischen Länder können Touristen wieder reisen

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Der Sommerurlaub kann kommen. Deutschland hat am 15. Juni die Grenzen zu seinen Nachbarländern wieder geöffnet und die Reisewarnung für 27 europäische Staaten aufgehoben. Aber es gibt noch immer Einschränkungen.

Provided by Deutsche Welle © picture-alliance/robertharding Provided by Deutsche Welle

Der Sommerurlaub in Europa kann beginnen. Am 15. Juni endete die Reisewarnung der Bundesregierung für die meisten Länder Europas. Dazu zählen Haupturlaubsländer der Deutschen wie Italien, Österreich, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Für Schweden allerdings wird die Reisewarnung noch aufrecht erhalten - wegen einer noch zu großen Zahl von Neuinfektionen. Und auch von Reisen nach Großbritannien, Irland und Malta wird auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes "dringend abgeraten", da sich Einreisende dort in eine zweiwöchige Quarantäne begeben müssen.

Andere beliebte Urlaubsländer der Deutschen wie die Türkei, Ägypten und Marokko hat die Bundesregierung am 17. Juni zusammen mit 130 weiteren Ländern auf eine Risiko-Liste gesetzt. Wer dennoch in diese Länder reist, muss sich bei der Wiedereinreise nach Deutschland in eine 14-tägige Quarantäne begeben.

Auch Fernreisen können Deutsche nach wie vor nur auf eigenes Risiko unternehmen, falls sie denn überhaupt eine Flugmöglichkeit und eine Einreisegenehmigung in ihr Zielland erhalten. Die Bundesregierung jedenfalls hat die Reisewarnung für 160 außereuropäische Länder bis zum 31. August verlängert. Das bedeutet: Urlaub in der Karibik: Nein! Urlaub auf den Kanaren: Ja! In jedem Land Europas gelten unterschiedliche Vorschriften und Regelungen:

Spanien

Eigentlich hatte Spanien die Grenzöffnung erst für den 1. Juli angekündigt. Dann aber beschloss die Regierung in Madrid, bereits ab dem 21. Juni wieder Touristen einreisen zu lassen, ohne 14-tägige Quarantänepflicht. Der Testbetrieb wurde mit Urlaubern aus Deutschland gestartet. Fast 11.000 deutsche Touristen wurden vorab auf die Balearischen Inseln geflogen, wo sie den Ernstfall geprobt hatten: Wie läuft die Abfertigung am Flughafen? Wie werden die Abstandsregeln im Hotel und am Strand eingehalten? Deutschland wurde für dieses Pilotprojekt ausgewählt, weil die epidemiologische Lage vergleichbar mit den Balearen ist.

Griechenland

"Der Griechenland-Tourismus ist zurück!" Mit diesem Worten hat Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am 14. Juni auf der griechischen Urlaubsinsel Santorini die Urlaubssaison offiziell eröffnet. Seitdem können Touristen aus 29 Ländern wieder quarantänefrei nach Griechenland reisen. Dazu gehören Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ab dem 1. Juli gibt es allerdings erneut Änderungen: Alle Touristen müssen 48 Stunden vor ihrer Einreise online ein Anmeldeformular mit einem Fragebogen ausfüllen und erhalten dann im Gegenzug einen persönlichen QR-Code, der bei der Ankunft darüber entscheidet, ob sie auf das Corona-Virus getestet werden. Erst nach der Ankunft erfahren sie, ob sie tatsächlich getestet und sich dann an ihrer Urlaubsadresse isolieren müssen, bis das Ergebnis feststeht. Das Verfahren gilt bis Ende August.

Einreisen per Flugzeug aus dem Ausland waren bisher nur über Athen und Thessaloniki möglich. Am 1. Juli allerdings öffnen alle Flughäfen des Landes für internationale Flüge. Die Häfen von Patras und Igoumenitsa stehen für Fähren aus Italien offen, während Kreuzfahrtschiffe wieder die anderen Häfen ansteuern dürfen. Außerdem wurden die medizinischen Einrichtungen auf vielen griechischen Inseln mit zusätzlichem Personal verstärkt.

Die Akropolis in Athen: 2019 besuchten 2,9 Millionen Menschen die antike Stätte © picture-alliance/dpa/A. Vafeiadakis Die Akropolis in Athen: 2019 besuchten 2,9 Millionen Menschen die antike Stätte

Sehenswürdigkeiten wie die Athener Akropolis und zahlreiche Strände sind bereits wieder zugänglich. Auch der reguläre Fährverkehr zu den Inseln wurde wieder aufgenommen, allerdings mit begrenzter Passagierzahl - um den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand wahren können. Auch Restaurants und Bars dürfen öffnen - ebenfalls mit entsprechendem Mindestabstand.

Frankreich

AuchFrankreich hat seine Grenzen am 15. Juni wieder ohne Einschränkungen für Reisende aus Deutschland geöffnet. Und pünktlich zu diesem Termin kündigte Präsident Emmanuel Macron auch weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen an. So dürfen alle Restaurants und Cafés in Paris und Umgebung wieder vollständig öffnen - bisher war dies nur für die Außengastronomie erlaubt. Die Gaststätten im Landesinneren hatten schon zuvor ihren Betrieb wieder aufgenommen, auch Hotels und Campingplätze sind wieder geöffnet.

Das Schloss Versailles empfängt bereits wieder Besucher, der Pariser Louvre wird am 6. Juli wieder öffnen. Der Eiffelturm ist ab 25. Juni wieder zu besichtigen. Allerdings können Besucher nur über die Treppen bis in den zweiten Stock des weltberühmten Bauwerks.

Österreich

Österreich hat bereits seit dem 4. Juni seine Grenzen zu allen Nachbarländern - mit Ausnahme von Italien - geöffnet. Nun ist die Reisefreiheit auch auf Italien, Kroatien, Griechenland und viele andere EU-Staaten ausgeweitet worden. Für deutsche Touristen entfallen damit die Kontrollen an der Grenze zu Italien, zum Beispiel am Brenner.

Außerdem senkt Österreich zeitweise die Mehrwertsteuer für Kultur und Gastronomie auf fünf Prozent. Damit sollten unter anderem Museen, Kinos und Restaurants in der Corona-Krise unterstützt werden, teilt die Regierung in Wien mit. Der verringerte Steuersatz gelte für Speisen und Getränke in Lokalen, für Eintrittskarten sowie Bücher und Zeitungen und dürfte die Urlauber freuen.

Schweiz

Genf zählt zu den reichsten und teuersten Städten der Welt © picture-alliance/Sven Simon Genf zählt zu den reichsten und teuersten Städten der Welt

Wandern und Wellness ja, Festivals und Konzerte nein: In der Schweiz sind Großveranstaltungen wie das Festival der klassischen Musik in Luzern und das Jazz-Festival in Montreux diesen Sommer abgesagt. Aber Wirte und Hoteliers empfangen seit dem 15. Juni wieder ausländische Gäste - alles mit Hygiene- und Sicherheitskonzepten. Kunden an Seilbahnen sowie in Bus und Bahn sind gebeten, Tickets möglichst online zu besorgen, um Schlangen am Schalter zu vermeiden. Mund- und Nasenschutz zu tragen ist dort empfohlen, wo es eng werden könnte. Einen Zwang gibt es nicht. Geschäfte sind auch wieder auf, ebenso Restaurants - dort sind jedoch nur vier Gäste am Tisch erlaubt, außerdem muss zwischen den Tischen Abstand gehalten werden.

Italien

Die Rialtobrücke zählt zu den Wahrzeichen in Venedig © picture-alliance/S. Lubenow Die Rialtobrücke zählt zu den Wahrzeichen in Venedig

Seit dem 3. Juni können EU-Bürger wieder nach Italien reisen - ohne in Quarantäne zu müssen. Hotels, Campingplätze und Stände sind offen, ebenso Restaurants und Eisdielen. Strandbesuche sind unter strengen Auflagen erlaubt. So sind pro Sonnenschirm zwölf Quadratmeter Fläche vorgeschrieben. Und zwischen den Reihen gilt ein Mindestabstand von drei Metern.

Auch locken wieder kulturelle Attraktionen von Weltrang. Und sie können ohne Massenandrang besichtigt werden. Das gewöhnlich heillos überlaufene Venedig freut sich zurzeit über jeden einzelnen Gast. Die wiedereröffneten Vatikanischen Museen in Rom bieten gegen Voranmeldung Führungen für Kleingruppen an. Ähnliches gilt für das Kolosseum. Die Uffizien in Florenz haben ihre Pforten seit Monatsbeginn ebenfalls wieder geöffnet. "Die Schönheit Italiens war nie in Quarantäne", betonte Ministerpräsident Giuseppe Conte gegenüber den Medien.

Kroatien

Das stark vom Tourismus abhängige Land an der Adria mit seiner langen, buchtenreichen Küste und den vielen Inseln erlaubt seit Mai Bundesbürgern wieder die Einreise ohne Nachweis von Gründen.

Korcula in Kroatien: Die Adria-Insel ist längst kein Geheimtipp mehr © picture-alliance/J. Wells Korcula in Kroatien: Die Adria-Insel ist längst kein Geheimtipp mehr

 Die Lockerung betrifft auch die Bürger aus neun weiteren EU-Staaten: Österreich, Slowenien, Tschechien, die Slowakei, Polen, Ungarn, Litauen, Lettland und Estland. Reisende aus diesen Ländern müssen künftig an der Grenze lediglich erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind. Damit man sie finden kann, falls es in ihrer Umgebung neue Corona-Infektionen gibt. 

Dänemark

Ab 15. Juni dürfen Deutsche, Isländer und Norweger wieder nach Dänemark einreisen. Vorausgesetzt, sie haben einen Aufenthalt von mindestens sechs Nächte in einem Hotel, auf einem Campingplatz oder ähnlichem gebucht. An den Grenzen sind freiwillige Corona-Tests möglich, auch in den Urlaubsregionen stehen mobile Testcenter bereit.

Als sich die Grenzen zu Deutschland am 15. Juni um Mitternacht öffneten, hatten sich schon lange Fahrzeugschlangen gebildet. Nach Angaben des dänischen Ferienhausverbandes sind in der aktuellen Woche 14.000 Häuser mit 70.000 Deutschen belegt. Die Deutschen stellen mit 30 Prozent die größte Gruppe der Touristen in dem Land.

Schweden

Auch wenn Deutschland die Reisewarnung für Schweden weiterhin aufrecht erhält, die Grenzen des skandinavischen Landes sind für deutsche Urlauber nicht geschlossen; sie reisen nur auf eigenes Risiko in das Land, das mit vergleichsweise hohen Corona-Zahlen zu kämpfen hat. Das schwedische Einreiseverbot gilt nur für Länder außerhalb der EU und der Europäischen Freihandelszone. Mittlerweile fliegen wieder einige Maschinen aus Deutschland nach Stockholm, die Fährverbindungen etwa von Kiel, Rostock oder Travemünde werden ohnehin weitgehend befahren. Und auch innerhalb Schwedens ist es seit einigen Tagen wieder erlaubt, unbegrenzt von A nach B zu fahren.

Derzeit reisen deutsche Urlauber auf eigenes Risiko nach Schweden © picture-alliance/pixeljunge Derzeit reisen deutsche Urlauber auf eigenes Risiko nach Schweden

Norwegen

Mit einem Sommerurlaub in den norwegischen Fjorden dürfte es nach jetzigem Stand schwierig werden. Die norwegischen Grenzen sind für Ausländer ohne konkreten Einreisegrund seit Mitte März dicht. Norweger dürfen in ihre Heimat zurückkehren, müssen dann aber zunächst für zehn Tage in Quarantäne. Erst Mitte Mai hatte die Regierung mitgeteilt, dass Norwegen-Urlauber damit rechnen müssten, dass das Einreiseverbot bis zum 20. August Bestand haben wird. Am Freitag (12.6.) gab die Regierung bekannt, dass zumindest Dänen ab dem 15. Juni nach Norwegen reisen können. Bis zum 20. Juli will man sich in Oslo anschauen, ob man die Grenzen für Reisende aus einzelnen anderen nahe gelegenen europäischen Ländern öffnen könnte. Der Status für deutsche Urlauber bleibt also: Abwarten.

Großbritannien

Seit dem 8. Juni gilt in Großbritannien eine zweiwöchige Quarantäne-Pflicht für alle Einreisende, ungeachtet ihrer Staatsbürgerschaft. Wer sich nicht an die Selbstisolation hält, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Die Maßnahme gilt für Reisende, die Flugzeug, Bahn oder Fähre nutzen. Die Vorschriften treffen bei Unternehmen aus der Reisebranche auf heftige Kritik. Unterdessen kündigte der britische Premierminister Boris Johnson neue Lockerungen an, die auch die Touristen freuen dürften: Vom 4. Juli an werden Restaurants, Pubs und Hotels in England wieder öffnen, ebenso Museen, Kinos und Gotteshäuser. Die neue 'Regelung gilt nur für England, die übrigen Landesteile - also Schottland, Wales und Nordirland - haben ihre eigenen Regelungen im Kampf gegen die Pandemie.

Lange Strände, steile Klippen - Cornwall, eines der schönste Reiseziele in England © DW/N. Martin Lange Strände, steile Klippen - Cornwall, eines der schönste Reiseziele in England

Island

Die Regierung in Reykjavik hat angekündigt, dass sie, wie viele europäische Länder, am 15. Juni mit der Lockerung der Beschränkungen für Auslandsreisen beginnen wird. Neuankömmlinge werden sich jedoch entscheiden müssen, ob sie sich bei ihrer Ankunft sofort einem Coronavirus-Test unterziehen oder eine 14-tägige Quarantäne absolvieren wollen, wo auch immer sie sich aufhalten.

Türkei

Die Türkei ist - nach Spanien und Italien – das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen. Doch die Chancen, auch diesen Sommer die Ferien in einem der Badeorte rund um Antalya zu verbringen, sinken. Die Bundesregierung hat die Türkei auf die Liste der Risikostaaten gesetzt und die Reisewarnung bis zum 31. August verlängert.

Dabei hat die Türkei ein extra Gütesiegel für Hotels und Restaurants eingeführt, mit dem bis Ende Juli 2000 Betriebe gekennzeichnet werden sollen. Hotels müssen dafür u.a. einen eigenen Quarantäne-Flügel für Touristen einrichten, die positiv auf Covid-19 getestet werden. Im Angebot ist auch eine Krankenversicherung für umgerechnet 23 Euro. Die können Reisende bei ihrer Ankunft abschließen und damit ihre Krankenhauskosten im Falle einer Covid-19-Behandlung abdecken.

Weiter gilt, dass Menschen, die aus einem Risikogebiet in Deutschland einreisen, mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen müssen. Allerdings können Urlauber aus der Türkei von der Quarantäneregelung befreit werden, wenn sie bei der Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.

All die Maßnahmen scheinen die Touristen noch nicht zu überzeugen: Die Mittelmeer-Küste rund um Antalya liegt noch immer im Dornröschenschlaf. Die türkische Regierung dringt deshalb auf die Aufhebung der Reisewarnung und der Einstufung als Risikogebiet. Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige für die Türkei. Vergangenes Jahr machten nach offiziellen Angaben mehr als fünf Millionen Deutsche dort Urlaub.

dpa/ARD (ks/ak)


Galerie: Die 10 beliebtesten Reiseziele der Deutschen (dw.com)

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