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Wie viel Handgepäck mit ins Flugzeug darf

WELT-Logo WELT vor 4 Tagen
906499030 © Getty Images/Caiaimage/Agnieszka Olek 906499030

Trolleys in der Kabine sind eine Pest – das aber scheint die wenigsten zu kümmern. Dabei führt die Platznot in den Gepäckfächern an Bord immer häufiger zu Verspätungen. Ein Überblick über die Regeln der Airlines.

Beinahe wäre der Sechs-Uhr-Flieger in Lissabon pünktlich gestartet. Doch weil zu viele Passagiere Rollkoffer als Handgepäck dabei haben, gibt es vor der Flugzeugtür einen zusätzlichen Trolley-Check.

Diejenigen, die mit Rucksäcken oder Knautschtaschen unterwegs sind, können in die Kabine gehen, ihr Gepäck verstauen – und müssen warten: auf all die anderen, die draußen vor der Tür diskutieren, warum sie ihre Trolleys doch noch abgeben müssen.

Ihr Gepäck muss aus Platzgründen in den Frachtraum, kostenlos zwar, aber zeitaufwendig. Wehren kann sich ein Fluggast gegen die Abnahme nicht, die Crew besitzt das "Hausrecht" laut Geschäftsbedingungen. Wegen dieser Trolley-Umtopferei haben alle Passagiere das Nachsehen. Die Maschine von TAP Express hebt 20 Minuten verspätet nach Berlin ab.

Der nächste Trolley-Verspätungsflug, dieses Mal mit Iberia Express auf einem Flug von Gran Canaria nach Madrid. Das Boarding zieht sich in die Länge, weil einige Passagiere versuchen, die Klappen übervoller Gepäckfächer zuzudrücken, obwohl Trolleyräder herausragen.

Dann muss die Crew minutenlang den Gang hin und her rennen, auf der Suche nach halb leeren Fächern, und so lange Gepäck umverteilen, bis der letzte Rollkoffer in irgendeinem Fach seinen Platz findet. Auch diese Maschine hat Trolley-Verspätung.

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Der Platz im Flugzeug für Rollkoffer ist begrenzt

Wer heutzutage einen Trolley als Handgepäck mitnimmt, und das ist auf vielen Flügen die Mehrheit, darf sich über eine Verspätung nicht wundern. Denn bei zu vielen Rollkoffern wird es zu eng im Flugzeug.

Trolleys müssen aus Sicherheitsgründen im Gepäckfach untergebracht werden. Weil die Hartschalen mit Rollern und Bügeln aber sperrig sind, nehmen sie, auch wenn die Höchstmaße (siehe Tabelle unten) eingehalten werden, mehr Platz weg als Rucksäcke oder andere Taschen.

Beispiel Boeing 737-800: Dieser Jet hat Platz für maximal 190 Passagiere, in die Gepäckablagen über den Sitzen passen laut Luftfahrtportal Airliners.de aber maximal 118 Trolleys.

Beim Boarding werden die Handgepäckstücke gezählt, bis die maximale Kapazität erreicht ist. Alles, was darüber hinausgeht, muss in den Frachtraum und wird nach der Landung in der Regel am Gepäckband zurückgegeben – Rollkofferpassagiere müssen also warten, während Fluggäste mit leichtem Handgepäck direkt zum Ausgang gehen können.

Wie Airlines auf das Handgepäck-Problem reagieren

Um das Problem zu entschärfen, will Eurowings vorab Kunden anschreiben, damit sie die großen Handgepäcktrolleys am Check-in abgeben. Seit Januar hat Eurowings am Flughafen Köln/Bonn an einzelnen Gates veränderte Abläufe beim Boarding getestet.

Erprobt wurden ein verändertes Setup am Gate, bei dem die Gäste über zwei Lanes boarden mit neuen Ansagen zum Thema Handgepäck und der Einsatz eines zweiten Agenten am Gate.

Darüber hinaus sollen die Kunden schon vorab "proaktiv", wie es bei Eurowings heißt, angeschrieben werden, um die großen Handgepäcktrolleys kostenfrei am Check-in abgeben zu können. Das bringe Entspannung beim Verladen in der Kabine.

Konsequenter ist Ryanair: Der Billigflieger hat mit dem kostenlosen Kabinen-Trolley Schluss gemacht. Wer einen mitnehmen will, muss Aufpreis zahlen. Seither reisen mehr Ryanair-Kunden mit kleiner Tasche. Wer Verspätungen vermeiden will, sollte sich diesem Trend anschließen – also den Rollkoffer zu Hause lassen und nur noch mit Taschen reisen, die garantiert ins Handgepäckfach oder unter den Vordersitz passen.

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