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Ein Feriendorf der Extraklasse: Zu Besuch bei Ian Chee auf Bali

AD Magazin - Architectural Digest-Logo AD Magazin - Architectural Digest 23.07.2019 Reinhard Krause

Denpasar

Bamas Haus © Giorgio Baroni Bamas Haus

Der Pate ist nicht da. Statt seiner liegt KimChee auf den gemusterten Zementfliesen und schläft den Schlaf der Gerechten, während vom Meer eine sachte Brise herüberweht. Die schwarz-weiße Kintamani-Hündin weicht nicht von Ian Chees Seite, wenn der auf Bali weilt. Mops Bama muss einstweilen auf sein Herrchen verzichten und in Singapur ausharren. Das ist hundsgemein, schließlich ist er der Namenspatron von „Casabama“, ein aus drei benachbarten Villen bestehendes Ferienhaus-Ensemble, das nur ein kleines Wäldchen aus Kokospalmen von Balis schwarzem Sandstrand abschirmt. Architekt Ian Chee erklärt lächelnd, wie es zu dem Projektnamen kam: „Bei der Suche schwirrten verschiedene Begriffe durch die Luft. Unser Strand liegt in der Saba-Bucht, dazu passt la casa, das Haus – aber Casaba klingt, als ob da noch etwas fehlt.“ Also sprang der Mops mit seinem Namen ein, und „Casabama“ war geboren. Die drei Häuser wiederum wurden nach einem javanischen Popsong benannt: Rumah Panjang bedeutet Langes Haus, Rumah Panggung Bühnen-Haus und Rumah Sandiwara Drama-Haus.

Bamas Haus © Giorgio Baroni Bamas Haus Bamas Haus © Giorgio Baroni Bamas Haus

Ian Chee kam in Singapur zur Welt, sein Architekturstudium absolvierte er in London, wo er 1994 sein eigenes Büro VX Design eröffnete. Mittlerweile ist Chee zurück in seiner Heimat und betreut von Singapur aus Projekte in Hongkong, Malaysia, Bangkok und Großbritannien. Indonesien und speziell Bali bilden den neusten Arbeitsschwerpunkt: „Wir haben hier auf der Insel ein Studio eingerichtet, in dem wir Designs auf handwerklicher Basis entwickeln. Statt den ganzen Tag am Rechner zu verbringen, wollen wir uns selbst die Hände schmutzig machen.“

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„Keep it simple istauf der Insel immer ein gutes Motto. Zugleich begeistern sich die Balinesen für alles, was neu ist.“

Bali, zweieinhalb Flugstunden von Singapur entfernt, war für den Architekten schon immer ein bevorzugtes Reiseziel. Im Südosten der Insel fand er vor einigen Jahren einen Bauplatz für sein Ferienhausprojekt. Zum Flughafen der Inselhauptstadt Denpasar braucht man 40 Minuten, ähnlich nah liegt die Touristenhochburg Seminyak. „Wenn man will, ist man von hier aus überall sehr schnell, doch zum Glück geht es an unserem Strand noch geruhsam zu.“ Zudem gibt es in der Umgebung eine Reihe von Dörfern, die sich jeweils auf bestimmte Handwerkstechniken spezialisiert haben, etwa Ikat-Webereien, Spezialisten für Bambusgeflecht, Steinmetze und Schnitzwerkstätten. Der ideale Ort also für einen Designer auf der Suche nach neuen Kooperationspartnern. „Mit Balinesen zusammenzuarbeiten“, sagt Chee, „ist großartig. Sie mögen vielleicht nicht in allem so versiert sein wie ihre Kollegen in London, dafür sind sie unglaublich begeisterungsfähig, wenn es um Neuerungen geht. Sie lieben es, Dinge auszuprobieren. Schwieriger wird es, wenn digitale Haustechnik ins Spiel kommt. Keep it simple ist ein Motto, mit dem man auf Bali sehr gut fährt.“

Bamas Haus © Giorgio Baroni Bamas Haus Bamas Haus © Giorgio Baroni Bamas Haus

Das Anwesen ist für fünf Ferienvillen ausgelegt, drei der Gebäude wurden bislang gebaut. Ian Chee hat sie komplett ausgestattet und die Rumah Panjang einem Freund verkauft. Zu Zeiten, in denen die Besitzer nicht selbst anwesend sind, werden die Villen an zahlende Gäste vermietet. Für deren leibliches Wohl sorgt ein Team von Angestellten, inklusive Köchen und Masseuren. Architektonisch fügen sich die Gebäude zu einem dorfartigen Ganzen. Weit auskragende Dächer und überdachte Höfe bieten viel Schatten und Platz für zwangloses Beisammensein. „Die schönste Jahreszeit“, verrät der Architekt, „ist von Mai bis Juli, wenn es nur leichte Niederschläge gibt und eine frische Brise aus Nordost weht. Ich habe die Gebäude so konzipiert, dass die Luft möglichst frei zirkulieren kann.“ Zu den baulichen Maßnahmen zählen durchbrochenes Mauerwerk, Shutters und Schiebefenster, die sich weit öffnen lassen.

Bamas Haus © Giorgio Baroni Bamas Haus

„In der Regenzeit, die meist von Dezember bis Februar dauert, müssen wir die Räume natürlich vor der Nässe schützen. Danach setzt eine feuchtheiße Periode ein, in der die Pools und klimatisierten Räume Abkühlung bieten.“ Die Anlage ist aber auch flexibel genug, um Gästen, die für sich sein wollen, Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Umgekehrt lässt sie sich zu einem durch­lässigen Ganzen öffnen, etwa wenn Ian Chee, der nebenher eine klassische Pianistenausbildung genossen hat, zu Konzerten in seinen Musiksaal bittet. „Ich lade öfter befreundete Musiker zu einer Woche Urlaub mit Kammermusik ein.“ Zu Chees musikalischen Vorlieben zählen inzwischen auch die Klänge seiner gewissermaßen dritten Heimat: „Im Dorf gibt es eine der berühmtesten Tanzschulen von ganz Bali. Deren Musiker waren schon mehrfach hier bei uns zu Gast. Ich hoffe, diese Auftritte lassen sich in Zukunft noch weiter ausbauen.“

Bamas Haus © Giorgio Baroni Bamas Haus

„Zur Eröffnung kamen 60 Gäste. Im ersten Haus gab es eine Bar, im zweiten das Buffet, im dritten spielte ­eine Keroncong-Band.“

Nicht nur das Musikprogramm, auch das Interior zeugt von der Weltgewandtheit des Bauherrn. Überall verschmelzen westliche und asiatische Muster, Beton wird durch Teak gemildert, Batik- und Ikat-Stoffe treffen auf Möbel mit Midcentury-Anmutung, meist Eigenentwürfe. „Ich habe keine Lieblingsperiode in der Designgeschichte“, erklärt der Designer. „Um eine Balance zu finden, setze ich hier und da Vintages ein, und auch die Leuchten sind importiert.“ Dann muss er lachen: „Wenn man nicht aufpasst, landet man hier schnell bei einem Look, der an die Flintstones erinnert.“ Doch wenn man es genau bedenkt, lag ja schon der Zauber der Sixties-Serie darin, dass die Feuersteins und Geröllheimers in Bungalows lebten, die Archaik und Moderne aufs Herrlichste miteinander in Einklang brachten. Yabba Dabba Doo!

Bamas Haus

Bamas Haus
© Giorgio Baroni

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