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100 Jahre Unabhängigkeit – warum sich Polen lohnt

WELT-Logo WELT 05.11.2018
Wohlsein! Eine Vorführung im Rahmen der Eröffnnung des Wodka-Museum in Warschau © NurPhoto/Getty Images Wohlsein! Eine Vorführung im Rahmen der Eröffnnung des Wodka-Museum in Warschau

Zum 100. Jahrestag der Wiedererlangung seiner Unabhängigkeit verwandelt Polen den legendären Königsweg von Warschau in den größten Open-Air-Ballsaal der Welt. Es gibt aber noch mehr in dem Land zu bestaunen.

Hier können Urlauber mittanzen. Mit einer eigens komponierten Polonaise wird Polen am 11. November 2018 den 100. Jahrestag der Wiedererlangung seiner Unabhängigkeit in Warschau feiern. Der Tanz verwandelt einen ganzen Tag lang den legendären Königsweg von Warschau in den größten Open-Air-Ballsaal der Welt.

Dieser zehn Kilometer lange Boulevard beginnt am Königsschloss, dem Symbol der polnischen Souveränität. Bis zum 18. Jahrhundert war es Sitz der polnischen Könige und des Senats, hier wurde 1791 die erste moderne Verfassung Europas verfasst.

Bereits 1795 war Schluss damit: Österreich, Preußen und Russland hatten Polen schrittweise unter sich aufgeteilt. Erst 123 Jahre später, im November 1918, wurde die Zweite Polnische Republik ausgerufen – und der polnische Präsident zog ins Schloss ein.

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde es 1980 wiederaufgebaut, beherbergt heute eine Gemäldegalerie. In der Schlosskapelle wird das Herz des Freiheitskämpfers Tadeusz Kościuszko aufbewahrt. 

BREST REGION, BELARUS - AUGUST 3, 2018: European bison in the Belovezhskaya Pushcha National Park. Viktor Drachev/TASS Foto: Viktor Drachev/TASS/dpa [ Rechtehinweis: picture alliance/Viktor Drachev/TASS/dpa ] © picture alliance/dpa BREST REGION, BELARUS - AUGUST 3, 2018: European bison in the Belovezhskaya Pushcha National Park. Viktor Drachev/TASS Foto: Viktor Drachev/TASS/dpa [ Rechtehinweis: picture alliance/Viktor Drachev/TASS/dpa ]

Weiter geht es auf dem Königsweg entlang der Sehenswürdigkeiten. Doch fast alles, was alt aussieht, ist eine rekonstruierte Kopie des zerstörten Originals; manches aber konnte gerettet werden. Wie der heutige Präsidentenpalast und die Heilig-Kreuz-Kirche, in der noch ein Herz lagert: das des polnisch-französischen Komponisten Frédéric Chopin (das war sein letzter Wille).

Urvieh irgendwie 300 Wisente leben im Białowieża-Nationalpark © De Agostini/Getty Images Urvieh irgendwie 300 Wisente leben im Białowieża-Nationalpark

Posen feiert die Unabhängigkeit besonders ausgelassen

Originalgetreu wieder aufgebaut: Warschaus Altstadt (hinten) mit Schloss (rechts im Bild) © Getty Images Originalgetreu wieder aufgebaut: Warschaus Altstadt (hinten) mit Schloss (rechts im Bild)

Der Tanz auf dem Königsweg endet im Stadtteil Wilanow am westlichen Ufer der Weichsel mit seinem Barock-Palast. Als Ausklang lohnt sich der Besuch im neu eröffneten Wodka-Museum, stilvoll untergebracht in der ehemaligen Brennerei Koneser im hippen Viertel Praga. Wodka ist eine polnische Erfindung, keine russische, sagen die Polen, im Museum darf man ihn probieren.

Auf halber Wegstrecke zwischen Berlin und Warschau wartet Posen (Poznan) als Zwischenstopp, bestens zu erreichen mit der Bahn. Achtmal täglich saust inzwischen der Eurocity zwischen Berlin und Warschau – mit Halt am neuen, ultramodernen Posener Hauptbahnhof.

Lohnenswert ist eine Mittagspause auf dem Marktplatz mit dem Renaissance-Rathaus. Jeden Tag um zwölf Uhr mittags erscheinen auf dem Uhrenturm zwei Blechböcke, die zwölfmal mit den Hörnern aufeinanderprallen. Sie sind das Symbol der Stadt, der Legende nach zwei übermütige Ziegenböcke, die dem Schlachter entkommen waren und sich ins Rathaus geflüchtet hatten.

Als Geburtsort des polnischen Staates feiert Posen die Unabhängigkeit besonders ausgelassen. Mit Lech, dem bekanntesten Bier ganz Polens. Und mit Martinshörnchen (Croissants mit Weißmohnfüllung), die traditionell zum 11. November, dem Fest des heiligen Martin von Tours, gebacken werden – passenderweise zugleich auch der Unabhängigkeitstag.

dpatopbilder - Kunden mit Einkaufswägen gehen am 17.11.2017 über den Supermarktparkplatz in Swiebodzin (Polen). Im Hintergrund ist die Christus-König-Statue zu sehen. In der polnischen Kleinstadt im Grenzgebiet zu Brandenburg sticht seit einigen Jahren eine überdimensionierte Christus-Statue aus dem Stadtbild heraus. Sie wird als höchste der Welt bezeichnet. Das Pilgerareal soll ausgebaut werden. (zu dpa-KORR "Eine polnische Kleinstadt und ihre riesige Christus-Statue" vom 13.12.2017) Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa [ Rechtehinweis: (c) dpa ] © picture alliance dpatopbilder - Kunden mit Einkaufswägen gehen am 17.11.2017 über den Supermarktparkplatz in Swiebodzin (Polen). Im Hintergrund ist die Christus-König-Statue zu sehen. In der polnischen Kleinstadt im Grenzgebiet zu Brandenburg sticht seit einigen Jahren eine überdimensionierte Christus-Statue aus dem Stadtbild heraus. Sie wird als höchste der Welt bezeichnet. Das Pilgerareal soll ausgebaut werden. (zu dpa-KORR "Eine polnische Kleinstadt und ihre riesige Christus-Statue" vom 13.12.2017) Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa [ Rechtehinweis: (c) dpa ]

Jesus thront monumental über einem Supermarkt

Das katholisch geprägte Polen mag es generell feierlich. Jedes Jahr machen sich bis zu vier Millionen Pilger am 6. August von Warschau aus auf und erreichen neun Tage später nach 300 Kilometer Fußmarsch den Wallfahrtsort Tschenstochau im Süden des Landes. Hier wird die Marien-Ikone "Schwarze Madonna" verehrt.

Seit 2010 gibt es eine weitere Attraktion für Gläubige: die welthöchste Christus-König-Statue im Städtchen Schwiebus (Świebodzin), nur gut eine Stunde von der brandenburgischen Grenzstadt Frankfurt/Oder entfernt.

Sie überragt mit 36 Metern ihre berühmteren Pendants im brasilianischen Rio de Janeiro (30 Meter) und im bolivianischen Cochabamba (34 Meter), wobei die Krone mitgezählt wird. Allerdings thront der monumentale Jesus mit ausgebreiteten Armen über einem Supermarkt und einer Imbissbude, was Touristen beim Fotostopp regelmäßig verzweifeln lässt.

Einfacher von Weitem fotografieren lassen sich die 300 Wisente im Białowieża-Nationalpark, dem letzten Urwald Europas, etwa 250 Kilometer östlich von Warschau. Die gemütlichen Riesen bleiben gern stehen.

Der Park wurde kurz nach der Unabhängigkeit zum ersten Forstreservat des Landes gekürt, dank seiner bis zu 500 Jahre alten Bäume. Eine Abholzaktion konnte gerade nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs gestoppt werden. Die Natur ist hier wieder sich selbst überlassen.

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