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Der ungewisse Urlaub: Zwischen Bangen, Umbuchen und Grenzöffnung [premium]

Schaufenster-Logo Schaufenster 25.05.2020 von Madeleine Napetschnig

See statt Meer, Wiese statt Sand, kurz statt lang. Wie die Coronakrise das Urlaubsverhalten verändert. Sieben Österreicher schildern ihre Pläne.

© Bereitgestellt von Schaufenster

Der Sommer naht – und die Unsicherheit für Reisepläne ist in Zeiten von Corona so groß wie nie. Zu viele Fragen sind offen: Welche Grenzen gehen wirklich auf – ohne große Kontrollen und die Notwendigkeit einer 14-tägigen Quarantäne oder teurer PCR-Tests? Wird man heuer noch das Meer sehen können, oder bleibt es beim heimischen See? Hält die Auslandsbuchung bis in den Juli, in den August? Ist das Hotel überhaupt offen oder doch schon insolvent? Hebt der gebuchte Flieger tatsächlich ab? Unter welchen Bedingungen für die Passagiere? Und dann die ganz große Frage, wenn man bereits einiges an Geld in die Hand genommen hat: Bekommt man alles zurück, sollten die Grenzen in dieser pandemisch zusammengeschrumpften Welt nicht zum gewünschten Urlaubsziel aufgehen? Und zwar prompt, ohne Hürden und lange Warterei.

Von Letzterem können einige in Österreich viel berichten. Sie haben bereits im Winter ihren Urlaub individuell geplant und ihre Flugtickets über eine Plattform oder direkt beim Airliner gebucht. Die meisten warten bis heute noch auf die Refundierung von den Fluglinien – die ihrerseits in eine beispiellose Krise geraten sind und manchen Standort nicht mehr halten (wie aktuell Laudamotion).

Wer mit seinen Reiseplänen früher dran war und eine Pauschalreise im Reisebüro gebucht hat, für den regelte sich das Canceln automatisch. Die große Absagewelle begann rund um die erste Märzwoche – die Kosten wurden den Kunden zeitnah rückerstattet. Manche nahmen das Angebot von Gutscheinen an, einige entschlossen sich zur Umbuchung auf später. Die Krise wurde zur Bedrängnis für die Branche, die wiederum für die (etwa bei Airlines) eingekauften Leistungen in Vorlage gehen muss, die sie, mit Glück, später zurückbezahlt bekommt.

Heißt für Österreicher mit Reise-Absichten also wieder: einen neuen Anlauf nehmen. Doch wohin jetzt? Das ist gar nicht so einfach, denn vollends Verwirrung stiften die sich täglich überholenden Meldungen von Ländern, die ihre Einreiserestriktionen wieder aufheben wollen. Aber nicht zu allen Ländern, sondern nur zu bestimmten. Und dann noch zu unterschiedliche Daten. Vieles ist noch inoffiziell, kursiert aber herum. So hängt die klassische Sommerreise-Saison in der Luft, für die Reisenden wie für die Anbieter.

Was bringt es etwa, wenn Kroatien grünes Licht gegenüber den Österreichern gibt (wie gestern), doch nicht ganz klar ist, wie man ohne Hürden auf dem Land- oder Luftweg dort hinkommt? Was bedeutet eine Grenzöffnung Italiens am 3. Juni für eine Reise – hin okay, aber doch die Selbstisolation zu Hause? Slowenien etwa revidierte nach wenigen Tagen seine Ankündigung, die Beschränkungen nach Österreich zurückzunehmen. Zumal Österreich keine Bereitschaft zeigte, dies auch in die Gegenrichtung zu tun. Reisen ist in Coronazeiten keine selbstverständlich gegenseitige Angelegenheit mehr. Zu unterschiedlich ist die Infektionslage, zu wenig vergleichbar sind die Strategien gegen das Virus.

So hoffen viele dennoch, dass sich im Juni etwas tut – das Bedürfnis nach Ausbruch aus dem Corona-Alltag, nach Unbeschwertheit, Sonne, Meer ist groß. Schließlich verhandelt Österreich mit vielen Ländern, vor allem jenen mit guten Voraussetzungen. Portugal, Malta, Israel? Die Adria, die Ägäis, die Ostsee? Der Urlaub am Meer ist nicht ganz abgeschrieben. Dazu mischen sich in das Stimmungsbild die Nachrichten aus anderen Ländern, etwa Deutschland, die dem kollektiven Reisedrang in gewisser Weise nachgeben wollen: Flugkorridore für Deutsche nach Mallorca? Außerdem gibt es bereits Insellösungen, wie innerhalb des Baltikums.

Urlaub in Österreich. All das macht es schwierig für diejenigen, die schon sehr früh in ihre Sommerferien starten wollen. Oder die für viele mitdenken und mitbuchen müssen, wie Familien oder kleine Gruppen. Aber zumindest ist es einfach für jene, die Urlaub daheim in Österreich geplant haben. Ob bewusst intendiert oder nicht, Inlandstourismus ist in vielen Ländern ein Thema. In Österreich wird ein Urlaub zwischen Bergen und Seen, in idyllischen Naturräumen und ja, auch in den vom Ausfall der internationalen Touristen stark getroffenen Städten sichtlich beworben. Dieser Inlandsurlaub wird auch angenommen, wie die Resonanz aus den Ferienregionen zeigt. Die Österreicher mögen Österreich-Urlaub traditionell schon, wenngleich Umfragen zeigen, dass viele auch gleich ganz zu Hause bleiben wollen. Den Ausfall der Auslandsgäste können die heimischen ohnehin nicht kompensieren. In Ländern wie Frankreich oder der Schweiz ist der Anteil inländischer Urlauber hingegen generell höher. In einst kommunistischen Ländern wie Tschechien wiederum wurde vor Generationen zwangsweise gelernt, das eigene Land im Urlaub bis in den entlegensten Winkel zu entdecken. Touristisches (Über-)Leben durch den Binnenmarkt lautet die Devise derzeit in vielen Ländern.

Wobei es für Österreich natürlich kein Schaden ist, wenn die wiederhergestellte Reisemöglichkeit ab 15. Juni aus Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein Gäste bringt. Allen voran sind die deutschen Urlauber Zielgruppe Nummer eins, und viele ihrer Buchungen sind in Österreich nach wie vor aufrecht. Mitte Juni ist eine touristische Wende auch für Tschechien, die Slowakei und Ungarn anvisiert – hier ist eine gemeinsame Grenzöffnung geplant. Auch wenn es weitere Lockerungen im Juni geben wird, wird die riesige Reisewelle der Normalsaison wohl ausbleiben. Das bringt dem einzelnen Urlauber vermutlich weniger Stau, weniger Gedränge. Vielleicht kommt er dadurch auf neue, andere Reiseziele.

Wohin heuer Urlauber strömen, hängt zudem vom Flugangebot ab. Etliche Flüge im Sommer sind aufrecht, auch mancher Feriencharter im Juli ans Meer ist nicht storniert. Vielleicht entstehen neue Präferenzen. So bringt dieser Sommer den Reisenden ungeahnte Entdeckungen. Dass sie in den meisten europäischen Ländern schon jetzt nicht vor verschlossenen Hotel- oder Lokaltüren stehen würden, zeigt: Vieles ist vorbereitet. Doch wie Sicherheitsmaßnahmen gehandhabt werden (Nasen-Mund-Schutz ja/nein) ist unterschiedlich. Einheitliche Vorgaben gibt es keine, sie wären aber hilfreich für Reisende, die sich fragen: Ist es gefährlich? Wie ist die Gesundheitsinfrastruktur? Macht es Spaß, so mit Abstand, Plexiglas und Desinfektionsständern, aber keinem Alkohol in der Strandbar?

Das fragten sich auch die sieben Österreicher, die der „Presse“ ihre Urlaubspläne schilderten. Ein Überblick. 

In die Berge statt nach Kreta

Martin Haidl und seine Familie verbringen zum ersten Mal ihren Urlaub nicht am Meer. Denn auf Einschränkungen am Strand, im Apartment und im Flieger haben sie keine Lust.

Eigentlich fahren Martin Haidl, seine Frau und seine elfjährigen Zwillingstöchter jedes Jahr ans Meer. Weil man im Ausland doch besser abschalten könne als im eigenen Garten, weil die Familie gern neue Länder, neue Sitten kennenlerne. Doch heuer werden die Vier das das erste Mal nicht tun. Obwohl sie den Griechenland-Urlaub in Kreta schon geplant, wenn auch nicht gebucht hatten. Doch mit dem Virus, sagt Haidl, vergehe ihm die Lust auf Urlaub im Ausland. Zu groß seien die Einschränkungen. „Wenn ich weiß, dass in der Taverne keine Musik spielt, wenn das Essen im Plastik verpackt ist und ich aufpassen muss, wohin ich mich lege, selbst wenn wir nie dort sind, wo die Massen sind, dann macht mir das einfach keinen Spaß.“ Schon in Österreich, sagt er, störe ihn die Maskenpflicht. Seine Einkäufe habe er deswegen auf ein Minimum reduziert.

Die Reise nach Griechenland will er sich deshalb nicht antun. „Wenn ich weiß, dass ich zwei Stunden länger brauche, um ins Flugzeug zu kommen und dann vier Stunden mit der Maske sitzen muss, dann verzichte ich lieber ein oder zwei Jahre darauf.“ Auch weil die Unsicherheit im Ausland ungleich größer sei. Zwar urlaube die Familie immer in einem Apartment, „aber was ist, wenn es heißt, wir müssen zwei Wochen in Quarantäne?“ Er glaubt einfach nicht, dass es ein gemütlicher und entspannter Urlaub sein könne. Deswegen urlaubt die Familie heuer in Österreich. Man müsse dazu sagen, dass er großes Glück habe.

„Wir haben ein Wochenendhaus mit Zugang zum See im Burgenland. Es ist nicht so, dass wir den Urlaub in der Wohnung verbringen müssen.“ Im Sommer wollen sie daher statt Kreta in die Berge fahren und spontan buchen, denn immerhin sei das österreichische Wetter schwer planbar. So richtig ärgert die Familie der entfallene Griechen-Urlaub nicht. „Wir sind da sehr entspannt und haben uns schon früh von der Idee verabschiedet.“ Und die griechischen Grillabende, sagt Haidl, die finden nun zu Hause statt. win

Ein einmaliger Aufenthalt auf der Insel

Astrid Stern plante einen längeren Urlaub auf Kreta. Dafür sparte sie viele freie Tage auf, die nun weg sind. Nun steht Golf auf dem Plan.

Im vergangenen Jahr war Astrid Stern dreimal dort, so gut hatte ihr Kreta gefallen. Die Mittelmeerinsel habe sie regelrecht angezogen, erzählt sie, und so stand Kreta auch heuer wieder auf dem Urlaubsplan – ganze sechs Wochen lang. Für diesen langen Aufenthalt ab Ende Mai hat Stern zwei Jahre lang Urlaubstage gesammelt. „Das Da-Sein genießen“, das war der Plan; Bekannte besuchen, Yoga machen, ausloten, ob die Insel nicht auch ein Alterssitz kein könnte. Selbst zu Beginn der Coronakrise und der Ausgangsbeschränkungen gab Stern die Hoffnung nicht auf, doch noch fliegen zu können, aber irgendwann war klar, „dass ich heuer wahrscheinlich nicht nach Kreta komme“. Noch bis Ende Juni ist Stern in Kurzarbeit, und das heißt auch: „Ich musste den Alturlaub konsumieren.“

„Ich werde die nächsten 20 Jahre wohl nicht mehr die Chance haben, so viel Urlaub zu konsumieren.“
Astrid Stern wollte sechs Wochen auf der Insel Kreta verbringen.

Der Vermieter auf Kreta schickte ihr das Geld umgehend zurück, auf die Rückerstattung des Flugtickets warte sie noch. Und erst jetzt, wenige Tage vor dem geplanten Abflug, denke sie mit richtiger Wehmut daran: „Ich werde die nächsten 20 Jahre wohl nicht mehr die Chance haben, so viel Urlaub zu konsumieren.“ Als die ersten Lockerungen der Lockdowns verkündet wurden, entnahm Stern den Nachrichten, dass die Golfclubs aufsperren würden. „Na gut“, dachte sie sich spontan, „dann gehe ich halt Golf spielen.“ Eine Beziehung zu diesem Sport habe sie nie gehabt, es gehörte einfach zu den ersten Aktivitäten, die man machen durfte. Also meldete sie sich für den Anfängerkurs an: eine neue Herausforderung.  DUÖ

Die lang geplante Reise nach Russland

Eine neunköpfige Freundesgruppe wollte das Land kennenlernen. Nun bangt sie um die Rückerstattung der gebuchten Tour.

Die Vorbereitungen für diesen Urlaub dauerten lange. Recht lange. Seit drei Jahren spricht die Freundesgruppe rund um Andrea L. – fünf Freundinnen aus der Schulzeit plus vier Männer – über diese Reise nach Russland. Ein Land, das alle kennenlernen wollten, doch wie? Eine Flussfahrt? Die Fahrt mit dem Sapsan-Hochgeschwindigkeitszug? Weiße Nächte in St. Petersburg? Geführt sollte die Reise jedenfalls sein, entgegen ihrer Gewohnheit, wie L. sagt. Aber: „Bring mal neun Leute unter einen Hut.“ Graue Haare habe sie bekommen bei der Terminsuche, die eine Person bekam keinen Urlaub, die andere „war ein dreiviertel Jahr im Voraus fürs Babysitten eingeteilt“. Kaum hatten sich alle auf einen Zeitraum geeinigt, „gab's keine günstigen Angebote mehr“. Kaum einigte man sich auf einen höheren Preis, „war auch dieses Angebot ausgebucht“. Über einen Veranstalter erfuhr die Gruppe von einer noch nicht ausgeschriebenen Reise im Juli mit Platz für neun Personen – und L. schlug Ende Februar zu.

Dann breitete sich das Virus unaufhaltsam aus. Die Lage in Russland, aber insbesondere in Moskau, ist heute noch schwierig, trotz langsamer Lockerungen. Zuletzt gab es Zweifel an den Coronavirus-Zahlen, die die Behörden veröffentlichen. Eine kostenlose Stornierung sei jedenfalls noch nicht möglich, da die Reisewarnung nur bis Juni gelte, so Andrea L. „Also warten . . .“ Einstweilen fand die Gruppe einen Ersatztermin. Im Oktober gehe es auf eine Hütte in der Steiermark. DUÖ

Korsika muss warten

Ulrike Karl hat den Frankreich-Urlaub mit der Familie um ein Jahr verschoben und hofft nun auf Urlaubsfeeling in Kärnten.

Gäbe es Corona nicht, dann wäre Ulrike Karl mit ihrer Familie jetzt schon im Flieger. Ihr Mann und ihre beiden kleinen Töchter, ein und drei Jahre alt, wären in dieser Woche nach Korsika geflogen. Doch das Virus hat das verhindert. Bereits im März hat die Familie den Urlaub um ein Jahr verschoben. „Wir haben uns dann gedacht, vielleicht ist es sogar besser. Dann ist die Kleine schon zwei Jahre alt, dann hat sie mehr davon.“ Jetzt hoffen sie, dass ihr ohnehin geplanter Österreich-Urlaub schön wird. Die Familie wird zwei Wochen in einem Familienhotel am Weißensee in Kärnten verbringen. Vor ein paar Wochen hätte sie die Maskenpflicht noch geschreckt. „Jetzt ist es schon normal, auch für die Kinder.“ Ansonsten geht sie davon aus, dass es keine großen Einschränkungen geben werde. Für Aktivitäten allein, seien die Kinder sowieso noch zu klein. Und Ponyreiten finde hoffentlich statt. Einzig das Essen sei für sie wichtig. Frühstück, Mittagessen und Jausen seien im Hotel im Buffet den ganzen Tag lang vorhanden. So könne man sich stressfrei an den Rhythmus der Kinder halten. „Wenn sie gesagt hätten, das geht nicht, dann hätten wir schon umdisponiert.“ Das dürfte aber laut Hotels kein Problem sein. Insofern: „Ich denke schon, dass wir Urlaubsfeeling haben werden. Solange uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht.“  WIN

Hoffen auf Spätsommer

David F. wollte mit Freunden auf den Azoren surfen. Jetzt hoffen sie, dass sie ihren Urlaub in ein paar Wochen nachholen können.

Am Mittwoch wären sie eigentlich im Flieger gesessen. David F. und fünf Freunde. Sie wollten zwölf Tage Urlaub auf den portugiesischen Azoren-Inseln machen. „Es wäre ein cooler Urlaubstrip gewesen“, sagt der junge Mann. Eine Woche wollte die Gruppe im Surfcamp unterkommen und danach noch fünf Tage in einer Airbnb–Unterkunft auf einer anderen Insel verbringen.

„Wir hoffen schon, dass alles im Spätsommer oder Herbst möglich ist.“
David F. musste seinen Surfurlaub auf den Azoren absagen

Doch der Urlaub konnte nicht stattfinden. Das Surfcamp darf noch nicht öffnen, außerdem gibt es Quarantänebestimmungen. Zwar gibt es keine 14-tägige Quarantänepflicht bei der Einreise ins portugiesische Festland, auf die Azoren-Inseln allerdings schon. Umgekehrt macht auch die 14-tägige Quarantänepflicht bei der Heimreise nach Österreich den Urlaub unmöglich. Die Gruppe hat daher mit dem Campbetreiber ausgemacht, ihren Urlaub auf später zu verschieben. So kann das Camp die bereits geleistete Anzahlung behalten. Von der Fluggesellschaft hoffen sie, das Geld für die stornierten Flüge noch zurückzubekommen. Für später. Zwar geht die Gruppe demnächst fünf Tage in Österreich wandern, aber den Surfurlaub wollen sie nachholen. „Wir akzeptieren natürlich die Situation, aber wir haben schon gesagt, dass wir den Urlaub unbedingt machen wollen“, sagt F. Nachsatz: „Wir hoffen schon, dass alles im Herbst oder Spätsommer möglich ist.“   win

Urlaub am Wörthersee statt Saint-Tropez

Manager Georg Wallentin wollte mit seinen Freunden nach St. Tropez oder Ibiza und fährt jetzt an den Wörthersee. In einen Flieger, sagt er, steigt er heuer nicht mehr.

Für ihn und seine Freunde habe sich das alles „wunderbar ergeben“. Denn gerade als im Freundeskreis des 56-jährigen Managers Georg Wallentin wie jedes Jahr im März der Urlaub diskutiert worden wäre – eine Woche Ibiza, eine Woche Saint-Tropez oder doch etwas ganz Neues – , kam das Coronavirus. „Wir haben dann gesagt, gut dieses Mal müssen wir uns nicht den Kopf zerbrechen, weil wir werden nicht wegkommen. Und das war relativ weise.“ Sie haben dann ein paar Wochen zugewartet und doch gebucht. Eine Woche am Wörthersee und einen Urlaub in den Bergen in der Steiermark. Denn für ihn sei relativ schnell klar gewesen, „dass ich heuer in kein Flugzeug mehr steigen werde“. Man wisse ja nie. „Ich möchte auch nicht irgendwo in einem Hotel sitzen und dann heißt es: Sorry, Ihr Nachbar hat etwas und Sie müssen jetzt zwei Wochen im Zimmer bleiben.“Auch das Prozedere am Flughafen stellt er sich in Covid-19-Zeiten als extrem zeitaufwendig und anstrengend vor. Lieber genießt er „heuer, aber wahrscheinlich auch nächstes Jahr das schöne Land Österreich. Beziehungsweise alles, was man mit dem Auto erreichen kann.“ Er will in die Schweiz fahren, sich vielleicht sogar „nach Italien wagen“. Nach Grado und Umgebung. Er habe schon immer viel und gern Urlaub in Österreich gemacht, allerdings nur in privat geführten Hotels. „Es gibt so viele wunderbare, von Familien geführte Hotels Das gehört unterstützt.“   win

Vietnam bleibt fern

In drei Wochen quer durch das Land reisen – das hatten zwei Freundinnen vor. Dann machte Vietnam die Grenzen dicht.

Zwei Freundinnen, die eine wohnt in Brüssel, die andere in Wien, hatten diese Reise schon lange im Hinterkopf. Entweder 2020 oder gar nicht, hieß es bei beiden dann um den Jahreswechsel, also wurden die jeweiligen Flüge für Ende März gebucht: Hinflug nach Ho-Chi-Minh-Stadt, Rückflug aus Hanoi – und dazwischen drei Wochen Zeit, um Vietnam kennenzulernen. Im Vorfeld hätten sie nicht viel gebucht, erzählen die beiden, die ungenannt bleiben möchten. Nur das Hotel für die ersten drei Nächte, anschließend eine mehrtägige Radtour im Mekongdelta. Erst vor Ort wollten sie ausloten, wie und mit welchen Stopps sie die 1500 Kilometer zwischen Ho-Chi-Minh-Stadt und Hanoi zurücklegen könnten.

Die Nachricht kam dann Mitte März: Vietnam war eines der ersten Länder, das einen Einreisestopp für Schengenbürger verhängte. Auch Personen anderer Staaten, die sich zuvor in diesen Ländern oder in Großbritannien aufhielten, durften nicht einreisen. Es war eine Zeit, als in Europa die Möglichkeit eines kompletten Shutdowns noch nicht so real schien. Mit dieser Nachricht war jedenfalls der Urlaub passé.

Gleichzeitig hielten sich Bekannte der Freundinnen zu diesem Zeitpunkt in Vietnam auf, doch sie planten, ihren Urlaub frühzeitig abzubrechen. Über WhatsApp berichteten sie davon, dass Touristen aus Europa feindselig behandelt würden: Demnach wurden sie in einigen Lokalen nicht bedient, in anderen gar nicht hineingelassen. Die Angst, dass Touristen das Virus einschleppen, ging um. Jedenfalls hat Vietnam mit der frühen Grenzsperre sowie strengen Ausgangsbeschränkungen die Ausbreitung des Coronavirus relativ gut unter Kontrolle bekommen. (Die offizielle Meldung von keinem Coronatoten ist wohl mit Vorsicht zu genießen).

Für die Freundinnen heißt es: Die lang ersehnte Vietnam-Reise ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Ein möglicher Strandurlaub in der Türkei als Alternative erscheine derzeit auch nicht realistisch. RED

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