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André Schürrle am Scheideweg seiner Karriere

DIE WELT-Logo DIE WELT 12.10.2017
Andre Schürrle kam in dieser Saison bislang nur in der ersten Pokalrunde zum Einsatz © pa/Patrick Seege/dpa Andre Schürrle kam in dieser Saison bislang nur in der ersten Pokalrunde zum Einsatz

Nur 61 Minuten Spielzeit in dieser Saison: Während André Schürrle mit Verletzungen kämpft, hängen ihn seine Konkurrenten beim BVB und in der Nationalelf ab. Der teuerste Spieler der Klubgeschichte steht am Scheideweg.

Ein Feind von André Schürrle ist derzeit seine Ungeduld. Am 24. September war der Nationalspieler ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Diesen Moment, so hatte der 26-Jährige einen Tag zuvor getwittert, hätte er "kaum noch abwarten" können.

Nur eine Woche später gab es den empfindlichen Rückschlag. Schürrle stand beim 2:1-Auswärtssieg von Borussia Dortmund in Augsburg weder im Kader, noch war er leistungsmäßig auch nur in der Nähe einer Nominierung. Am Sonntag, einen Tag nach dem letzten Bundesligaspiel vor der Länderspielpause, nahm er auch nicht mehr am Mannschaftstraining teil. Er arbeite individuell an seiner Fitness. So blieb es auch in den letzten Tagen.

Wann Schürrle wieder spielen wird, ist offen. Und das ist eine bittere Bestandsaufnahme für den Weltmeister, der sich für diese Saison doch so viel vorgenommen hatte: In seinem zweiten Jahr wollte der Mann durchstarten, den Dortmund im Sommer 2016 für die Rekordablöse von 30 Millionen Euro von Wolfsburg verpflichtet hatte.

Frustrierende Situation

Schürrle wollte, nachdem ihn in seiner ersten Saison beim BVB immer wieder Verletzungen zurückgeworfen hatten, endlich zeigen, was er kann. Er wollte die Fans und vor allem die Kritiker unter ihnen, die der Meinung sind, dass die Ablöse viel zu hoch gewesen sei, zeigen, dass sie falschliegen.

Doch es kam anders. Während der Saisonvorbereitung plagten ihn Rückenprobleme. Kurz vor dem Bundesligastart zog er sich einen Muskelfaserriss zu. Das Auftaktspiel gegen Wolfsburg, seinen Ex-Verein, fiel für ihn flach – trotz guter Startelf-Chancen.

Schürrle musste erneut von vorne anfangen, nachdem ihn 2015/16 bereits eine Achillessehnenreizung und eine Innenbanddehnung im Knie außer Gefecht gesetzt hatten. Er war nur auf 25 Pflichtspieleinsätze gekommen. Aktuell stehen für ihn gerade mal 61 Minuten aus dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen Rielasingen-Arlen (4:0) zu Buche. Reichlich frustrierend.

Philipp und Yarmolenko starten stark

Die Situation sei "sehr schwierig", sagte Schürrle. Er durchschreite gerade die schwierigste Phase seiner Karriere. "Man spürt, dass der Körper schon einiges mitgemacht hat und sich jetzt seine Ruhe holt. Es ist schwierig, das zu akzeptieren und auf seinen Körper zu hören", sagte er den "Ruhr Nachrichten": "Ich sehe das aber auch als eine Phase in meiner Entwicklung. Viele Spieler mussten durch so eine Phase gehen. Jetzt bin ich dran."

Viel anderes bleibt ihm derzeit auch nicht übrig. Es wird, selbst wenn Schürrle die Fitnessdefizite nach den Verletzungspausen wieder aufgeholt hat, schwer, in die Mannschaft zu kommen. Maximilian Philipp, Andrej Yarmolenko und Christian Pulisic, die Konkurrenten für die Flügelpositionen, machen einen guten Job.

Speziell durch die beiden Zugänge Philipp, der für 20 Millionen Euro Ablöse vom SC Freiburg kam, und Yarmelonko, der als Ersatz für Ousmane Dembélé für 25 Millionen von Dynamo Kiew kam, ist eine neue Situation im Dortmunder Angriff entstanden. "Wir haben gehofft, dass er so einschlägt. Er ist fast integriert in unser Spiel", sagte Sportdirektor Michael Zorc über Yarmolenko. Auch Philipp attestierte er, "sehr schnell Fuß gefasst" zu haben.

Philipp könnte bei anhaltender Entwicklung auch Kandidat für Joachim Löw sein. Gut möglich, dass er bereits im November, wenn die Nationalelf im Hinblick auf dem WM in Russland testet, dabei sein wird.

Auch vor diesem Hintergrund werden die kommenden Monate für Schürrle eine große Herausforderung.

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