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Antisemitische Fans - Auschwitz statt Stadionverbot

WELT-Logo WELT 11.10.2018

LONDON, ENGLAND - SEPTEMBER 15: Chelsea fans pictured alongside a Kick it Out slogan during the Premier League match between Chelsea FC and Cardiff City at Stamford Bridge on September 15, 2018 in London, United Kingdom. (Photo by Marc Atkins/Getty Images) © Getty Images LONDON, ENGLAND - SEPTEMBER 15: Chelsea fans pictured alongside a Kick it Out slogan during the Premier League match between Chelsea FC and Cardiff City at Stamford Bridge on September 15, 2018 in London, United Kingdom. (Photo by Marc Atkins/Getty Images)

Bruce Buck ist schon lange Fan und Funktionär des FC Chelsea. Seit 1990 besitzt er eine Dauerkarte, seit 2006 ist er Vorstandsvorsitzender des Tabellenzweiten der Premier League. Und in dieser Zeit hat er in unschöner Regelmäßigkeit auch mitbekommen, dass Anhänger nicht nur den eigenen Klub unterstützen, sondern bisweilen auch rassistische Parolen brüllen.

Aus diesem Grund will der FC Chelsea nun völlig neue Wege gehen. Statt auffällig gewordenen Fans wie bisher die Dauerkarte zu entziehen, plant der Klub Bildungsreisen nach Auschwitz. Wer künftig judenfeindliche Äußerungen von sich gibt, soll das Konzentrationslager in Auschwitz besuchen und sich mit der schrecklichen Geschichte auseinandersetzen. Ein Novum im Fußball.

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"Wenn du Leute einfach aus dem Stadion verbannst, wirst du niemals ihr Verhalten ändern", sagt Buck. "Diese Strategie gibt ihnen die Chance zu erkennen, was sie getan haben, damit sie sich besser verhalten."

Schlimmer Vorfall im September 2017

Spätestens seitdem vor einem Jahr eigene Fans nach dem Premier-League-Duell mit Leicester City einen antisemitischen Song über die Kontrahenten von Tottenham Hotspur sangen, suchen sie beim FC Chelsea nach einer nachhaltigen Lösung. Damals sind die betroffenen Anhänger mit einem Stadionverbot belegt worden, nun hofft man durch die neue Maßnahme auf einen hohen Lerneffekt.

"Früher haben wir sie aus der Menge geholt und für bis zu drei Jahre verbannt", meint Buck, "jetzt sagen wir, du hast etwas falsch gemacht und hast jetzt die Möglichkeit, das zu ändern."

Dass der FC Chelsea diese Debatte führt, kommt nicht von ungefähr. Roman Abramowitsch, Eigner des Vereins, ist Jude. Der Milliardär will allerdings niemanden zur Reise nach Auschwitz zwingen. Auffällig gewordene Fans haben die Wahl zwischen einem Stadionverbot von bis zu drei Jahren oder einer Bildungsreise.

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