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Union besiegt Bielefeld 1:0: Frühe Verletzung von Baumgartl, spätes Tor von Behrens

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 25.09.2021 Julian Graeber

Beim Spiel gegen Bielefeld verletzt Timo Baumgartl sich schwer. Die gesamte Anspannung entlädt sich erst in der 88. Minute in Jubel.

Das 1:0 (0:0) vor 11.006 Zuschauern am Samstag war schon das 20. Heimspiel der Berliner ohne Niederlage. © Foto: Imago Das 1:0 (0:0) vor 11.006 Zuschauern am Samstag war schon das 20. Heimspiel der Berliner ohne Niederlage.

Es war unheimlich still im Stadion An der Alten Försterei. Direkt vor der Waldseite lag Abwehrspieler Timo Baumgartl benommen auf dem Rasen und wurde behandelt. Bei einem Kopfballduell war er mit Fabian Klos zusammengeprallt und sehr unsanft gelandet. Während der Bielefelder Stürmer bald wieder stand, musste Baumgartl mit einer blauen Krause um den Hals vom Platz getragen werden. „Timo, Timo“, schallte es zaghaft von den Tribünen, doch es dauerte eine Weile bis wieder so etwas wie Fußballatmosphäre aufkam. Das lag auch am eher durchwachsenen Spiel – änderte sich aber in der 88. Minute. Nach dem Treffer von Kevin Behrens entlud sich die gesamte Anspannung in lautem Jubel.

Das 1:0 (0:0) vor 11.006 Zuschauern am Samstag war schon das 20. Bundesliga-Heimspiel der Berliner nacheinander ohne Niederlage. „Das ist mein erstes Tor, das zum Sieg geführt hat“, sagte Behrens. „Ein schöner Tag.“ Die nächste Erleichterung folgte kurz nach dem Abpfiff, als bei Baumgartl leichte Entwarnung gegeben wurde. Auf dem Rasen sei er kurz bewusstlos gewesen, nun aber wieder ansprechbar. „Das Fazit ist positiv, weil die Meldung aus der Charité eine positive ist“, sagte Trainer Urs Fischer. „Timo Baumgartl hat eine schwere Gehirnerschütterung, aber es geht ihm entsprechend gut und da ist ein Fußballspiel zweitrangig.“

Im Vergleich zum 2:4 beim BVB gab es bei Union zwei Veränderungen. Kapitän Christopher Trimmel kehrte für Julian Ryerson auf seine angestammte rechte Seite zurück und Levin Öztunali stand gar nicht im Kader. Dafür wählte Trainer Urs Fischer mit dem früheren Bielefelder Andreas Voglsammer eine deutlich offensivere Alternative.

Union und Bielefeld gehören in dieser Saison zu den Bundesligisten mit dem wenigsten Ballbesitz. Wie erwartet waren es die Berliner die nun das Kommando übernahmen. Bielefeld stand insbesondere in der Anfangsphase sehr tief und lauerte auf Fehler von Union. Die hohen Bälle auf Stürmer Klos blieben aber weitgehend wirkungslos, weil dieser bei Unions Dreierkette gut aufgehoben war und seine Kollegen viel zu zaghaft nachrückten.

Neue Formation und Doppelbesetzung der Flügel

Union wusste mit dem ganzen Ballbesitz zu Beginn aber auch nicht viel anzufangen. Die Berliner ließen die Kugel zirkulieren, im letzten Drittel fehlten aber die Ideen sowie die Präzision. Fischer hatte vor dem Spiel angemerkt, dass sich seine Mannschaft noch nicht über Ballbesitz definiere, und das war durchaus zu erkennen. Doch nach zehn Minuten fand Union ein probates Mittel gegen den kompakten Gegner. Auf der Seite ergaben sich durch die neue Formation und die Doppelbesetzung der Flügel ein ums andere Mal Möglichkeiten.

Rechtsverteidiger Trimmel warf sich in eine Flanke von Linksverteidiger Niko Gießelmann und verfehlte das Tor nur knapp. Ein Schuss von Taiwo Awoniyi nach einer flachen Hereingabe von Voglsammer wurde geblockt, Max Kruse versuchte es erst mit seinem schwächeren rechten Fuß und dann per Kopf – vergeblich. Von Bielefeld kam bis auf einen Vorstoß von Klos und einen Distanzschuss von Alessandro Schöpf nicht viel.

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Nach der fünfminütigen Behandlung Baumgartls und der Einwechslung von Paul Jaeckel gelang es der Berliner Mannschaft schneller als den Fans, sich wieder auf Fußball zu fokussieren. Wieder war es das Außenverteidigerpärchen, das für Gefahr sorgte. Doch nach Flanke von Gießelmann und Kopfballvorlage von Trimmel war Awoniyi zu überrascht. Kurz darauf rettete Arminias Torwart Stefan Ortega nach Flanke von Trimmel in höchster Not. „Wir hätten in der ersten Halbzeit ein, zwei Dinger machen müssen. Dann wird es auch etwas einfacher“, sagte Voglsammer.

Die Berliner hatten ihre Chancen, doch im Strafraum agierten sie recht unglücklich. Besonders deutlich wurde dies in der Nachspielzeit, als erst Grischa Prömel bei einem Volleyversuch ein Luftloch schlug und dann am Boden liegend einen Schuss von Rani Khedira blockte.

Entscheidender Schachzug

Auch nach der Pause wurde es nicht besser, ganz im Gegenteil. Nun hatte Union nicht nur Probleme, einen Weg durch die gegnerische Defensive zu finden, sondern offenbarte selbst große Lücken. Klos hatte eine erste richtig gute Möglichkeit, bereitete Andreas Luthe am Ende eines schnellen Angriffs aber keine Schwierigkeiten. Gegen den Flachschuss von Robin Hack musste Unions Torwart dann jedoch sein ganzes Können aufbieten. „In der zweiten Hälfte hatten wir unsere Möglichkeiten, haben die aber leider liegengelassen“, ärgerte sich Arminias Trainer Frank Kramer.

Sein Trainerkollege Fischer reagierte auf die schwache Phase seiner Mannschaft und wechselte von der Bank neuen Schwung ein. Für Awoniyi und Voglsammer kamen Kevin Behrens und Sheraldo Becker – es war der entscheidende Schachzug in diesem Spiel. Der Niederländer vergab erst noch zwei gute Gelegenheiten, bereitete dann aber den Siegtreffer von Behrens vor. Der Neuzugang vom SV Sandhausen traf kurz darauf noch das Lattenkreuz, da befand sich das Stadion allerdings schon im kollektiven Jubel.

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