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BVB ermittelt 61 Tatverdächtigte nach Leipzig-Spiel

kicker-Logo kicker 17.02.2017 kicker.de
Die Dortmunder Südtribüne vor dem Anpfiff gegen Leipzig am 4. Februar 2017.: Plakate mit Folgen: Die Dortmunder Südtribüne vor dem Anpfiff gegen Leipzig am 4. Februar 2017. © picture alliance Plakate mit Folgen: Die Dortmunder Südtribüne vor dem Anpfiff gegen Leipzig am 4. Februar 2017.

Borussia Dortmund kommt bei der Aufarbeitung der Vorkommnisse rund um das Leipzig-Spiel voran. Am Freitag teilte der BVB den aktuellen Stand mit, auch was die Vorfälle außerhalb des Stadions betrifft - verbunden mit einem Appell an die Öffentlichkeit.

Vor dem Topspiel gegen Leipzig vor knapp zwei Wochen hatten BVB-Fans auf der Südtribüne zahlreiche Anti-RB-Plakate präsentiert, einige davon in beleidigender Form. Jetzt hat Borussia Dortmund mithilfe der hochauflösenden Stadionkamera-Bilder 61 Tatverdächtige ermittelt, die "offensichtlich" diese präsentiert bzw. mit vorbereitet hatten.

"Die durch das Videomaterial aufgedeckten Taten bzw. Tatbeiträge weisen unterschiedliche Schweregrade auf und werden nach einer Einzelfallprüfung, die bei jedem Verdächtigen eine Anhörung einschließen wird, konsequent verfolgt", teilte der BVB mit. "Im Fokus steht eine klare Zuordnung von Taten bzw. Tatbeiträgen zu einzelnen Personen, um nicht unschuldige Zuschauer mit zu bestrafen."

Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen den Betroffenen Sanktionen unterschiedlicher Art: Nach Klubangaben umfasst die Bandbreite "u.a. Stadionverbote, Vereinsausschlussverfahren in Abstimmung mit dem Vorstand des Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund, Dauerkarten-Kündigungen sowie zivilrechtliche Regress- und Schadensersatzansprüche. Erkenntnisse über schwerwiegende Verstöße stellt Borussia Dortmund selbstverständlich den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung."

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Auch außerhalb des Stadions war es an jenem 4. Februar zu hässlichen Szenen gekommen, für deren Aufarbeitung allerdings nicht der BVB, sondern die Strafverfolgungsbehörden verantwortlich sind. Bislang, so teilt die Borussia mit, habe die Polizei bislang 32 Ermittlungsverfahren eröffnet. Die Anzahl könne sich allerdings "nach unseren derzeitigen Erkenntnissen innerhalb der kommenden Wochen noch auf 40 bis 50 erhöhen".

Die 88 Problemfans, die am vorigen Wochenende auf dem Weg nach Darmstadt mit Pyrotechnik, Drogen, Schlaginstrumenten etc. gestoppt und nun - vom BVB "ausdrücklich begrüßt" - mit einem bundesweiten Stadionverbot belegt worden sind, hatten das Bild der Dortmunder Anhänger in der Öffentlichkeit weiter verschlechtert. Auch deswegen schloss die Borussia ihre Mitteilung am Donnerstag mit einem eindringlichen Appell.

"Borussia Dortmund - Deutschlands zweitgrößter Sportverein mit inzwischen 145.000 Mitgliedern und rund zehn Millionen Fans - steht seit vielen Jahrzehnten für eine demokratische Kultur. Der BVB weiß um seine gesellschaftliche Verantwortung und engagiert sich nachhaltig präventiv in den Bereichen Integration, Anti-Diskriminierung und Gewaltfreiheit", heißt es dort. "Als Klub, der solch entschiedenes Vorgehen aus tiefster Überzeugung zusichert, wünschen wir uns eine sachliche und differenzierte Betrachtungsweise. Eine pauschale Verurteilung der BVB-Fans und auch seiner Ultraszene halten wir für kontraproduktiv und nicht zielführend."

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