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Champions League mit offenem Visier: Tuchel gegen Gosens

Euronews-Logo Euronews 11.08.2020
PSG-Trainer Thomas Tuchel bei einem Testspiel im Juli © Francois Mori/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved PSG-Trainer Thomas Tuchel bei einem Testspiel im Juli

Erstmals wird die Endrunde der Fußball Champions League in diesem Jahr ohne Zuschauer und mit einem Turnier an nur einem Spielort beendet - wenn nichts dazwischen kommt.

Das Highlight des Jahres für die acht beteiligten Vereine könnte eigentlich nur durch einen Coronavirus-Ausbruch ungewöhnlichen Ausmaßes in Lissabon beeinträchtigt werden.

Doch Portugals Regierungschef António Costa versicherte an diesem Dienstag: Die ergriffenen Vorsichtsmaßnahmen würden sowohl die Sicherheit der Spieler wie auch der Betreuer und der Bevölkerung gewährleisten.

Spielstätten sind die beiden dicht beieinander liegenden Stadien der Traditionsvereine Benfica und Sporting Lissabon. Das Endspiel der Königsklasse findet am 23. August im Benfica-Stadion statt. Doch erst die Pflicht, dann die Kür.

Gosens große Chance

Den Auftakt in die K.o.-Runde gestalten an diesem Mittwoch um 21 Uhr MEZ zwei Vereine, in denen jeweils einem Deutschen ein Schlüsselrolle zufällt: Atalanta Bergamo und Paris Saint Germain.

Im Schatten der italienischen Serie A ist Robin Gosens zu einem der erfolgreichsten deutschen Profis im Ausland herangewachsen. Ausgerechnet im gebeutelten Bergamo - dem norditalienischen Epizentrum der Coronavirus-Pandemie - empfahl sich der gebürtige Emmericher für höchste DFB-Aufgaben. Bundestrainer Jogi Löw nominierte ihn bereits für sein Länderspiel-Debüt, doch dann kam Gosens der nahezu europaweite Lockdown dazwischen.

Vater Niederländer, Mutter Deutsche

Dass Gosens erst in seinem 26. Lebensjahr ins Löwsche Notizbuch aufrückte, hat einen einfachen Grund. Von 2012 bis 2017 kickte er ausschließlich in den Niederlanden, bevor er in die Lombardei wechselte. Dort beackert Gosens seither unermüdlich die linke Außenbahn und ist so ein unverzichtbarer Bestandteil dieser Überraschungsmannschaft geworden, die sich - schon weniger überraschend - in der abgelaufenen Spielzeit der Serie A durch Platz drei erneut und direkt für die Champions League qualifizierte.

Provinzverein gegen Hauptstadtklub

Auch Thomas Tuchel ist als nimmermüder Arbeiter bei Paris St. Germain bekannt. Dafür wird der deutsche Trainer allerdings eher respektiert, als verehrt. Daran änderten wenig die vier nationalen Titel inklusive der Meisterschaft in der Ligue 1, die der Ex-Dortmunder in dieser auslaufenden Saison erringen konnte.

Doch ihm fehlt schlichtweg der Glanz, den man ihn Paris so gern erleben möchte. Den verkörpern zwar die nicht immer einfach zu handhabenden Weltstars Neymar und Kylian Mbappé, nicht aber Tuchel mit seiner manchmal für französische Verhältnisse zu akribischen Art.

Kein Tandem: Leonardo und Tuchel

Und es gibt ein weiteres Problem. Sportdirektor Leonardo ist zurück an der Seine. Der Brasilianer bildet eine Art Gegenpol zu Tuchel. Und er gilt als Intimus des katarischen Vereinspräsidenten Nasser Al-Khelaifi. Französische Medien berichteten, dass Tuchel und sein Trainerstab nur noch im Amt seien, weil ihre Entlassungen PSG rund 15 Millionen Euro an Ab´findungen kosten würden.

Trotzdem dürfte dies Leonardos Mittel der Wahl sein, sollte Paris erneut nicht über das Viertelfinale der Champions League hinauskommen. Vier nationale Titel hin oder her.

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