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Härtetest gegen Dänemark: DHB-Team auf der Suche nach der Leichtigkeit

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 20.01.2018 Eckhard Czekalla, Varazdin
Deutschland - Tschechien: Bilder des Spiels: DHB-Team auf der Suche nach der Leichtigkeit © dpa, skm fpt DHB-Team auf der Suche nach der Leichtigkeit

Die deutschen Handballer gehen mit neuem Selbstvertrauen in die Partie gegen Olympiasieger Dänemark - doch eine Leistungssteigerung muss her.

Nach Tagen, in denen neben Kälte auch Regen die Tage in Zagreb und Varazdin nicht gerade zum Genießen gemacht hatten, war der Himmel blau, schien die Sonne. Ein Wetterumschwung der an die Situation bei der deutschen Handball-Nationalmannschaft erinnerte. Es waren nur zwölf Minuten, doch die hatten gereicht, eine Mannschaft zu verändern.

Natürlich hatten die Nationalspieler bei der EM in Kroatien auch schon nach den drei Gruppenspielen Rede und Antwort gestanden. Doch nach dem lockeren 32:19 gegen Montenegro drückten nicht nur die beiden 25:25-Remis gegen Slowenien und Mazedonien aufs Gemüt. Es war die Leistung, mit der die Spieler nicht nur die Erwartungen ihrer Fans enttäuschten, sondern auch ihre eigenen. Nun fiel vieles leichter, da der Weg ins Halbfinale noch immer sehr weit ist, das Minimalziel aber in Reichweite bleibt.

Auch das Spiel gegen Tschechien machte lange Zeit wenig Hoffnung. Genau 48 Minuten lang. Dann ersetzte  Bundestrainer Christian Prokop den stark halten Silvio Heinevetter, der 41 Prozent (ein Wahnsinnswert) der aufs Tor kommenden Bälle abgewehrt hatte, durch Andreas Wolff. Zu diesem Zeitpunkt lag die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) mit 16:18 zurück. Zwölf Spielminuten später war der 22:19-Erfolg perfekt. Die Tschechen trafen nur noch in der Schlussminute, ansonsten war kein Durchkommen mehr.

DHB-Team arbeitet Handball

Ein Sieg, der locker machte, auch den Bundestrainer und den DHB-Vizepräsidenten. "Ich bin sehr glücklich, dass wir die Kurve bekommen haben", sagte Bob Hanning. "Wir sind in der Schlussphase mit dem siebten Feldspieler hohes Risiko gegangen und wurden belohnt. Ich hoffe, dies war der Dosenöffner zu mehr Leichtigkeit in unserem Spiel". Die DHB-Auswahl spielt derzeit nicht Handball, sie arbeitet ihn. Das ist erfolgreich in der Abwehr, aber lähmend im Angriff. Tempo, Passgenauigkeit, Sicherheit beim Torwurf – Kategorien, in denen noch viel Luft nach oben bleibt und die verdrängt werden muss, soll es am Sonntag gegen Dänemark (18.15 Uhr/ZDF) mit einem Sieg klappen.

Für den Blick zurück hat Prokop wenig Zeit. Jetzt liegt der Fokus auf dem Spiel gegen den Olympiasieger. Die Dänen haben in Nicolaj Jacobsen, in Personalunion auch beim deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen beschäftigt, einen der kreativsten Trainer, lobte Prokop seinen Kollegen. Dazu verdienen elf Spieler ihr Geld in der Bundesliga, unter ihnen Flensburgs Rechtsaußen Lasse Svan, der beim 31:28 gegen Slowenien elf Treffer erzielte. "Das ist der Olympiasieger, der mit Sicherheit über eine starke Besetzung auf jeder Position verfügt", sagt Prokop. "Aber wir kennen diese Mannschaft auch und wir wissen auch, was wir tun müssen." 

Nach dem Tschechien-Spiel hatte Hanning die Mannschaft eingeladen. Über zwei Stunden dauerte der Mannschaftsabend. Bis ein Uhr Nachts saß man in einem Restaurant bei kroatischen Spezialitäten, Pommes frites – kurz, nicht zwingend leistungsförderndes Essen Noch nicht dabei war Rune  Dahmke. Der Kieler traf erst gestern Nachmittag in Sveti Martin, rund 40 Kilometer von Varazdin entfernt ein, wo die Mannschaften in einem Wellness-und Golfhotel untergebracht sind. Der Linksaußen soll Uwe Gensheimer entlasten. Der Kapitän gehört in Kroatien zu den deutschen Spielern, die ihrer Form noch hinterherlaufen. "Ich brauche ein starkes Duo auf Linksaußen", sagte Prokop. "Wir brauchen einfache Tore und können jetzt noch mehr Vollgas geben", ergänzte DHB-Vize Hanning.

Damit ist der zweite Personalwechsel perfekt. Neben Dahmke hatte Prokop Abwehrchef Finn Lemke nicht mitgenommen. Entscheidungen, die verwunderten, kritisch gesehen wurden. Lemke ist seit zwei Spielen schon wieder dabei. Nun also Dahmke, ebenfalls einer, der 2016 beim EM-Triumph dabei war.  Für Lemke musste Bastian Roscheck, für Dahmke nun Maximilian Janke weichen, beide sind  EM-Debütanten und beide spielen bei  Prokops ehemaligem Arbeitgeber, dem Bundesligisten DHfK Leipzig.

"Wir haben eine Chance, wenn wir als geschlossene Einheit auftreten", forderte  Prokop vor dem Dänen-Spiel. "Vielleicht", so Hanning, "hilft es ja, dass wir wie auch gegen die Spanier nicht in der Rolle des Favoriten sind." 

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