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"Leer", "zermürbend", "ein Scheißgefühl" - Viktorias tränenreicher Abstieg

kicker-Logo kicker 14.05.2022

Tor- und tränenreich verabschiedete sich Viktoria Berlin aus der 3. Liga: Nach einer 3:4-Heimniederlage gegen den SV Meppen müssen die Hauptstädter nach nur einer Spielzeit den Gang zurück in die Regionalliga antreten. Ein "Scheißgefühl" für Kapitän Christoph Menz und seine Teamkollegen. Dabei hatte die Saison für den Aufsteiger so vielversprechend begonnen.

Tränen flossen bei Viktoria Berlin nach dem besiegelten Abstieg aus der 3. Liga. © IMAGO/Werner Scholz Tränen flossen bei Viktoria Berlin nach dem besiegelten Abstieg aus der 3. Liga.

Berliner nach dem Abstieg zwischen Trauer und dem Blick in die Zukunft

Denn Berlin startete mit Vollgas in die 3. Liga, holte drei Siege zum Auftakt und machte mit zwei 4:0-Erfolgen gegen Braunschweig und Kaiserslautern auf sich aufmerksam. "Ich muss sagen, es war ein sehr sehr anstrengendes Jahr, mit allem, was dazugehört. Mit dem Hoch am Anfang, dann mit dem, wo eigentlich alles klappt, aber wir keine Punkte holen, und dann ab Januar - wie soll ichs erklären", fasste Björn Jopek am Mikrofon von MagentaSport die Saison aus seiner Sicht zusammen und ergänzte zu den Geschehnissen im Januar: "Gefühlt war das wie wenn man in Filmen immer sagt 'Schlimmer kanns nicht mehr kommen - und dann kam doch wieder etwas'."

Viktorias Einbruch im Corona-Winter

Dieses "Etwas" war im Fall von Viktoria Berlin Corona: Der Aufsteiger wurde im Januar schwer von der Pandemie getroffen. Zahlreiche Akteure waren infiziert, mehrfach mussten Spiele abgesagt werden - teils wenige Stunden vor dem Anpfiff. Und auch in der Mannschaft knirschte es: "Keine Vorbereitung, Spieler sind gegangen, neue Spieler sind gekommen, einiges hat nicht gepasst, miteinander, untereinander", fasste Menz im Rückblick den Corona-Winter zusammen. Training mit sechs oder sieben Spielern und die zahlreichen Englischen Wochen seien große Herausforderungen gewesen. Ende Februar folgte die Trennung von Aufstiegstrainer Benedetto Muzzicato, um neue Impulse zu setzen. Farat Toku übernahm Anfang März, konnte den Abwärtstrend zunächst aber nicht aufhalten.

So holten die Berliner in den ersten drei Monaten in 2022 gerade einmal drei Zähler, kassierten in dieser Zeit 26 Gegentore und rutschten von Rang zwölf auf Rang 16 ab. Zwar fing sich das Team im April etwas, ein Problem zog sich laut Jopek aber wie ein roter Faden durch das letzte Saisondrittel: "Wir haben leider immer nur die Punkte geholt gegen die da oben, und in den direkten Duellen war immer irgendwas." Denn die direkten Duelle im Tabellenkeller gegen Havelse (1:1), Duisburg (0:1) und Würzburg (0:3) konnte die Viktoria allesamt nicht für sich entscheiden.

Menz und Teichmann mit Blick nach vorn

Dass es auch im letzten Saisonspiel gegen den SV Meppen nicht zu einem Sieg reichte, daraus wollte Toku seinen Jungs keinen Vorwurf machen. Sein Team habe "alles reingehauen" und mit gleich drei Aluminium-Treffern habe etwas das Glück gefehlt. Während sich der Trainer gewohnt distanziert zeigte, richtete sich der Blick von Menz nach vorne: "Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr weiterspielen werde - und dann sehen wir uns in zwei Jahren wieder", möchte der Kapitän dem Verein treu bleiben. Und auch sein Sportdirektor Rocco Teichmann richtete den Blick bereits nach vorne: "Das hat so viel Spaß gemacht, dass wir schon gerne mal wieder dran teilnehmen wollen. Und daran werden wir natürlich mit der jetzigen Erkenntnis arbeiten."

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