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Paderborns Klement dachte, Union Berlin wäre aufgestiegen

WELT-Logo WELT 20.05.2019
Unterschiedliche Wahrnehmung: Während Sven Michel feierte, dachte Philipp Klement (links) an bevorstehende Relegationsspiele Quelle: dpa/Robert Michael © dpa/Robert Michael Unterschiedliche Wahrnehmung: Während Sven Michel feierte, dachte Philipp Klement (links) an bevorstehende Relegationsspiele Quelle: dpa/Robert Michael

Nein, es war nicht einfach, in dieser dramatischen Schlussphase den Überblick zu behalten. Die Aufstiegfrage war längst beantwortet. Trotz des 1:3-Rückstands in Dresden schien der SC Paderborn die Rückkehr in die Bundesliga perfekt gemacht zu haben. Denn Konkurrent Union Berlin patzte ebenfalls. Die Köpenicker benötigten in den letzten zehn Minuten drei Tore, lagen 0:2 zurück. Was sollte da passieren?

Dann aber trafen Grischa Prömel (83.) und Joshua Mees (86.) zum Ausgleich für die Berliner. „Das haben wir schon mitbekommen“, sagte Paderborns Sven Michel, „jedes Tor wurde auf der Videoleinwand angezeigt. Es war unmöglich, sich da noch zu konzentrieren. Ich wollte nur noch, dass der Schiri bei uns abpfeift. Wir sind dann ja auch nach dem Abpfiff direkt rein und haben uns das Spiel aus Bochum auf dem Fernseher angeschaut.“

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Klements exklusiver Treffer zum 3:2

Einer jedoch war nicht dabei. Oder zumindest schaute er nicht genau genug hin. Union schaffte die Sensation – jedenfalls nach Information von Philipp Klement, dem besten Spieler der Saison bei den Ostwestfalen, der seine Mannschaft auch in Dresden in Führung geschossen hatte.

„Ich dachte, Union hat 3:2 in Bochum gewonnen und habe mich mental schon auf die Relegationsspiele eingestellt“, berichtete der 26-Jährige. Klement verpasste zumindest zunächst seinen ersten Bundesligaaufstieg, ehe er von den Kollegen dann aufgeklärt und überzeugt werden konnte.

Paderborner Feierbiester: Dem SC gelang der direkte Durchmarsch von Liga drei in die Bundesliga Quelle: dpa/Robert Michael © dpa/Robert Michael Paderborner Feierbiester: Dem SC gelang der direkte Durchmarsch von Liga drei in die Bundesliga Quelle: dpa/Robert Michael

Steffen Baumgart dagegen verfügte über bessere Quellen und sprintete im Moment des Triumphs wie ein 100-Meter-Läufer in die blaue Fankurve, ballte die Hand zur Siegerfaust und hatte seine Stimme schon fast verloren. „Das ist einfach geil, am Ende war es zwar noch einmal richtig eng, aber die Jungs haben zwei Jahre gut gearbeitet und das einfach verdient. Ich hasse es, zu verlieren. Aber die hier ist dann am Ende total egal. Ich bin froh, dass es vorbei ist.“

Der Aufstiegstrainer wagte lieber einen Ausblick auf das, was da nun auf die Paderborner zukommen wird: „Wir sind der erste Absteiger, ganz klar. Ich habe auch kein Problem damit. Aber wir müssen dafür sorgen, dass wir jede Woche an unsere Grenze kommen und alles auf den Platz bringen. Es wird schwer.“

Nach drei Sportlichen Abstiegen in Folge, 2017 war der ehemalige Bundesligaklub nur aufgrund des Lizenzentzugs von 1860 München in Liga drei geblieben, droht Paderborn nach dem Durchmarsch für den kommenden Sommer der erneute Ligenwechsel. Aber zunächst einmal wird gefeiert.

Nach dem Rückflug begann die Party noch am Sonntag. Montag wird sich die Mannschaft in das Goldene Buch der Stadt eintragen, anschließend geht es nach Mallorca.

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