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Salzburger Festspiele: Start mit Ausweiskontrolle

dpa-Logodpa vor 5 Tagen dpa
Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler (l), Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Ehefrau Christina Rößlhuber vor Beginn der «Elektra»-Premiere. © Barbara Gindl/APA/dpa Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler (l), Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Ehefrau Christina Rößlhuber vor Beginn der «Elektra»-Premiere.

Unter strengen Hygiene-Auflagen sind am Samstag die Salzburger Festspiele eröffnet worden. Bis zum 30. August will das bedeutendste Klassik-Festival der Welt in seinem Jubiläumsjahr ein Zeichen setzen, dass trotz Corona-Krise Kunst und Kultur möglich sind.

Ohne Masken - aber mit Abstand: Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler (l), Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Ehefrau Christina Rößlhuber. © Barbara Gindl/APA/dpa Ohne Masken - aber mit Abstand: Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler (l), Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Ehefrau Christina Rößlhuber.

Besucher dürfen ihre Maske nur auf den Sitzplätzen abnehmen, die Abstandsregeln sollen durch die Begrenzung der Tickets eingehalten werden. Im 100. Jahr des Bestehens des Musik- und Theater-Festivals werden statt rund 240.000 Karten nur 76.000 verkauft.

Die Salzburger Jubiliäumsfestspiele beginnen in der Felsenreitschule mit der Oper «Elektra» von Richard Strauss. © Barbara Gindl/APA/dpa Die Salzburger Jubiliäumsfestspiele beginnen in der Felsenreitschule mit der Oper «Elektra» von Richard Strauss.

Allenthalben haben die Kunstfreunde die Gelegenheit, Desinfektionsmittel zu benutzen. Die Stücke werden ohne Pause gespielt, die Buffets haben geschlossen. Fast alle sonst üblichen Events wie die Premierenfeiern der Schauspieler sind vorsorglich abgesagt. «Wir sind sehr aufgeregt», sagte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler kurz vor der Eröffnung.

«Elektra» in Zeiten von Corona: Bei der Freiluft-Übertragung sind die Reihen gelichtet. © Barbara Gindl/APA/dpa «Elektra» in Zeiten von Corona: Bei der Freiluft-Übertragung sind die Reihen gelichtet.

Die Corona-Situation in Österreich hatte sich in den vergangenen Tagen zwar verschlechtert, ist aber laut Gesundheitsministerium weiterhin unter Kontrolle. Die Zahl der Neuinfektionen lag zuletzt bei täglich rund 100 bis fast 200 Fällen.

Strenge Hygiene-Auflagen bei den Salzburger Festspielen. © Barbara Gindl/APA/dpa Strenge Hygiene-Auflagen bei den Salzburger Festspielen.

Den künstlerischen Auftakt zur außergewöhnlichen Festspielsaison machte am Samstagnachmittag Richard Strauss' mythische Oper «Elektra». Die Besucher wurden beim Einlass streng kontrolliert. Ihre Tickets waren personalisiert und nicht übertragbar. Ohne Ausweis kam niemand in die Vorstellung.

Prominenz in Salzburg: Moderatorin Katja Burkard. © Franz Neumayr/APA/dpa Prominenz in Salzburg: Moderatorin Katja Burkard.

Am Abend stand die Wiederaufnahme von Michael Sturmingers moderner Inszenierung von Hugo von Hofmannsthals Mysterienspiel «Jedermann» auf dem Salzburger Domplatz auf dem Programm. Auch hier war die Anzahl der Sitzplätze so begrenzt, dass der Mindestabstand zum Nachbarn eingehalten wird. Mit dem theatralischen Dauerbrenner wurden am 22. August 1920 die ersten Salzburger Festspiele eröffnet, damals in der legendären Inszenierung von Festspiel-Mitgründer Max Reinhardt.

Gelingt in Salzburg der Test für Kultur-Veranstaltungen? © Barbara Gindl/APA/dpa Gelingt in Salzburg der Test für Kultur-Veranstaltungen?

Am Sonntag gibt es mit Wolfgang Amadeus Mozarts «Così fan tutte» in einer gekürzten Fassung mit der jungen deutschen Dirigentin Joana Mallwitz eine weitere Opernpremiere. Gleich anschließend geht die mit Spannung erwartete Uraufführung des Stückes «Zdenec Adamec» aus der Feder von Literaturnobelpreisträger Peter Handke über die Bühne. In dem Werk erinnert Handke an die Selbstverbrennung des Studenten auf dem Prager Wenzelsplatz im März 2003. Adamec beklagte in einem dreiseitigen Text, den er bei sich trug, weltweite Probleme wie Kriege und Umweltverschmutzung.

Gäste kommen festlich gekleidet zur Eröffnung der Salzburger Jubiläumsfestspiele. © Barbara Gindl/APA/dpa Gäste kommen festlich gekleidet zur Eröffnung der Salzburger Jubiläumsfestspiele.

Um das Infektionsrisiko auch außerhalb der Festspielorte zu vermindern, haben sich bisher rund 100 Salzburger Betriebe in Handel, Hotellerie und Gastronomie zur Einhaltung höherer Sicherheitsstandards als gesetzlich vorgeschrieben verpflichtet. Unternehmer, die eine solche freiwillige Selbstverpflichtung eingehen, dürfen sich «Partnerbetriebe» der Aktion «sichere Festspiele» nennen.

Literaturnobelpreisträger Peter Handke kommt zur Eröffnungs-Premiere. © Franz Neumayr/APA/dpa Literaturnobelpreisträger Peter Handke kommt zur Eröffnungs-Premiere.

Als eines der wenigen großen Musik- und Theaterfestivals in Europa waren die Salzburger Festspiele nicht wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Allerdings wurde das Programm zusammengestrichen und modifiziert. Statt wie ursprünglich geplant 200 stehen nun 110 Aufführungen auf dem Programm.

Um Abstand zu gewähren, ist jeder zweite Sitzplatz der Zuschauerränge vor der Bühne des «Jedermann» mit Gurten gesperrt. © Barbara Gindl/APA/dpa Um Abstand zu gewähren, ist jeder zweite Sitzplatz der Zuschauerränge vor der Bühne des «Jedermann» mit Gurten gesperrt.
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