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Wenn 2018 eine Frau ein Fußballspiel kommentiert

Die Presse-Logo Die Presse 15.02.2018 Senta Wintner
Wenn 2018 eine Frau ein Fußballspiel kommentiert © Real Madrid gegen Paris St. Germain / Bild: REUTERS Wenn 2018 eine Frau ein Fußballspiel kommentiert

Kaum war das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Real Madrid und Paris St. Germain angepfiffen, stand auf Twitter nicht mehr das Können von Cristiano Ronaldo oder Neymar im Mittelpunkt, sondern die Kommentatorin. Erstmals ließ das ZDF eine Frau ein Spiel der Königsklasse kommentieren und die Reaktionen waren ernüchternd. Selbstverständlich darf jede/r Zuschauer/in persönliche Präferenzen bei Stil, Stimmlage und ähnlichem äußern, die Kommentare in sozialen Netzwerken wie Twitter aber ließen keinen Zweifel daran, dass Neumanns vornehmlich kritisierter Fehler jener war, dass sie eben eine Frau ist.

Neumann ist den rauen Gegenwind bereits gewöhnt. Während der Fußball-EM 2016 kommentierte sie als erste Frau im deutschen Fernsehen ein Spiel und sah sich prompt mit einem Shitstorm konfrontiert. Das ZDF stellte sich damals demonstrativ hinter seine Journalistin, setzte sie auch beim Confederations Cup im vergangenen Jahr ein, Sportchef Dieter Gruschwitz zeigte sich dennoch "erschüttert" und "fassungslos" über die Reaktionen. Die heute 54-Jährige versuchte mit den Kommentaren (oftmals weit unter der Gürtellinie) gelassen umzugehen: "Die meisten waren noch nicht geboren, als ich schon Fallrückzieher versenkt habe."

Neumann selbst bringt übrigens sehr viel Erfahrung im Fußballbereich mit: Einst begeisterte Spielerin machte sie ihre Leidenschaft zum Beruf und begleitete das Frauen-Nationalteam über die Jahre, genauso wie sie Spielzusammenfassungen von Männer-Partien kommentierte. Dennoch reicht Kompetenz allein offenbar nicht aus, sondern sorgt die Tatsache allein, als Frau dem (vorwiegend männlichen?) Publikum ein Fußballspiel zu erzählen und zu erklären auch im Jahr 2018 noch für Aufregung.

Nur ganz vereinzelt fanden sich auch Kommentare wie diese:

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